Was ist dran, an der Funkwende der "Kompetenzinitiative"? (Allgemein)
Die "Kompetenzinitiative" will die Funkwende. Seit Jahren bastelt der Verein an dieser Zukunftsvision und 2026 scheint das Projekt so weit gediehen zu sein, dass am Verwaltungsgericht Berlin mit einer Klage die 26. BImSchV aus den Angeln gehoben werden soll. Begründung: Die Verordnung berücksichtige athermischen Wirkungen von HF-EMF nicht hinreichend zum Schutz der Bevölkerung. Obsiegt der Verein, wäre dies der erste von mehreren Schritten, die letztendlich zu der von den Mobilfunkkritikern erhofften Funkwende führen sollen. Das IZgMF hat bekannte Modelle der künstlichen Intelligenz befragt, was sie von dem Projekt der "Kompetenzinitiative" halten. Die Antworten sind bemerkenswert differenziert, nur bei den Erfolgsaussichten der Verwaltungsklage sind sich alle Modelle einig.
Was sie unter Funkwende versteht, beschreibt die "Kompetenzinitiative" wortreich an unterschiedlichen Stellen ihres Webauftritts:
► Denkschrift Funkwende von Wilfried Kühling (PDF, 2022)
► Wir wollen das Recht auf eine gesundheitsverträgliche Mobilfunkversorgung jetzt durchsetzen (HTML, 2026)
► Funkwende jetzt! Für eine fortschrittliche Mobilfunkversorgung (HTML, 2024)
Kurz: Die Funkwende zielt auf eine grundlegende Neuordnung der mobilen Kommunikationsinfrastruktur. Funkimmissionen sollen insbesondere in Innenräumen drastisch reduziert und durch leitungsgebundene Netze sowie optische Übertragung wie Li-Fi ersetzt werden. Damit sollen gesundheitliche Belastungen, Energiebedarf und weitere Umweltwirkungen der heutigen Funkinfrastruktur verringert werden.
Bits und Bytes statt Vorurteile
Bereits 2021 haute der inzwischen faktisch nach München umgezogene Verein kräftig auf die Pauke und kündigte bei anerkannten Wissenschaftlern in Auftrag gegebene hochqualitative Studien an, die Richtern gar keine andere Wahl lassen sollten, als im Sinne der Kläger zu entscheiden. Mittlerweile liegt mit "Athem-3" die erste dieser Studien vor. Von einer bahnbrechenden Beweisstudie kann bei Athem-3 jedoch keine Rede sein. Sollte die "Kompetenzinitiative" bei ihrem Waffengang am Berliner Verwaltungsgericht nicht deutlich bessere Trumpfkarten aus dem Ärmel ziehen können, wird die Funkwende mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon beim ersten Schritt zum Stillstand kommen.
Aber: Ich bin der "Kompetenzinitiative" gegenüber nicht unvoreingenommen und deshalb flössen in meine Bewertung der Funkwende mit Sicherheit subjektive Bewertungskriterien ein, die das Ergebnis in meinem Sinne verzerren. Eine Bewertung durch künstliche Intelligenz sollte dieses Risiko vermeiden. Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass künstliche Intelligenz groteske Fehler machen kann. Diese sind eher harmlos, da sie, wenn sie grotesk sind, schnell auffallen. Gefährlicher ist mMn eloquent in gepflegtem Deutsch vorgetragener Bullshit, den die Wächter in unserem Hirn nicht erkennen und deshalb passieren lassen. Um dieses Risiko zu minimieren habe ich kürzlich die Ergebnisse einer KI einer anderen KI zur Prüfung vorgelegt. Das hat sich gelohnt, auf diese Weise wurden zwei versteckte Fehler in den Ergebnissen eliminiert. Aus dieser Erfahrung heraus entstand der Gedanke, die Funkwende nicht nur von einer KI auf ihre Substanz prüfen zu lassen, sondern von drei.
Auftrag an die KI
Der Auftrag an die KI lautete jedes Mal gleich:
Wenn du vor einem Ausschuss eine kundige Bewertung von Kühlings Denkschrift abgeben müsstest, wie würde diese lauten? Und: Die Denkschrift skizziert den Klageweg, den die sogenannte Kompetenzinitiative am Berliner Verwaltungsgericht einschlagen möchte, um Änderungen an der 26. BImSchV zu erzwingen. Welche Erfolgsaussichten siehst du? Berücksichtige auch die Informationen auf der Website https://funkwende-jetzt.kompetenzinitiative.com
ChatGPT erhielt den Auftrag als erster ...
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –