Koumpounophobie: Alles nur Knopfsache? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 29.07.2022, 20:12 (vor 61 Tagen)

Wer meint, "Elektrosensibilität" sei eine ziemlich merkwürdige Phobie gegenüber Funkwellen aller Art, der kennt die Koumpounophobie noch nicht. An der kuriosen Angst vor Kleiderknöpfen sollen Schätzungen zufolge in den USA bis zu ein Prozent der Bevölkerung leiden. Eine Betroffene berichtet.

Bei der sogenannten Koumpounophobie, also der Angst vor Knöpfen, handelt es sich nicht nur um eine sehr seltene Phobie, sondern auch um eine Phobie vor etwas, das sich in unserer Gesellschaft kaum umgehen lässt. Betroffene empfinden dabei meist Unbehagen und Ekel beim Anblick von Knöpfen. Die kleinen löchrigen Dinger sind einfach überall: an Hosen, Shirts, Jacken, Taschen oder Arbeitsuniformen. Knöpfe halten buchstäblich unsere Gesellschaft zusammen. Da frage ich mich natürlich: Kann das nicht auch ein Reißverschluss tun?

Die Phobie kann sogar Übelkeit oder zwanghaftes Waschen nach einem Hautkontakt zur Folge haben. Den genauen Ursprung kenne ich, wie viele andere Betroffene, nicht. Oft wird vermutet, dass eine dramatische Erfahrung wie das Verschlucken eines Knopfes dahinter steckt. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Tausende Kleinkinder zufällig Knöpfe schlucken und sich danach vor Polohemden ekeln?

Dass etwas nicht stimmte, merkte zunächst gar nicht ich selbst, sondern meine Eltern. Wann immer ich als Kind etwas mit Knöpfen tragen sollte, bekam ich einen Ausraster. Als ich schließlich in der Lage war, meine eigenen Wünsche und Anmerkungen zu äußern, nahm ich meine Mutter beiseite und erklärte ihr, dass ich sie sehr lieb habe, aber die Hütte abreiße, wenn ich noch ein einziges Mal ein kleines rosa Polo mit Blümchenknöpfen tragen muss. weiter ...

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Phobie

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