Deutsche "5G-Aktive" wollen professioneller werden (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 20.02.2021, 18:21 (vor 288 Tagen)

Diagnose-Funk hat eine schön gestaltete Website und gibt sich als der informelle Kraftmeier der Anti-Mobilfunk-Szene. Ansonsten hat der Verein in den gut zehn Jahren seines Bestehens nicht allzu viel für ein Vorwärtskommen der Szene geleistet. Doch weil die Konkurrenz im eigenen Lager schwach war, reichte schon das Wenige, um der Bürgerwelle die Rolle des Platzhirschs mühelos abzujagen. Los aller Platzhirsche aber ist es, von jungen ambitionierten Gablern herausgefordert zu werden.

Dies passiert gegenwärtig auf zwei Ebenen. Von der einen, den 5G-Gegnern mit staatsfeindlichem Hintergrund, hat sich Diagnose-Funk halbherzig distanziert, die Konkurrenz in den eigenen Reihen hingegen versucht der Verein mit Freundschaftsangeboten in Schach zu halten. Zu dieser geduldeten Konkurrenz zählt das Bündnis Verantwortungsvoller Mobilfunk Deutschland (BVMDE). Fachlich hat es nicht mehr auf der Pfanne als die Altvorderen aus Stuttgart, ist sich dessen möglicherweise sogar bewusst, und möchte deshalb den kaum auszuhaltenden Dilettantismus der Szene mit Mitteln der Rhetorik zum Besseren wenden. Frei nach der Devise: Wenn der Inhalt eines Begehrens schon Mist ist, dann muss wenigstens die Verpackung stimmen. Das BVMDE will deshalb seine Anhänger darin schulen, andere, wenn schon nicht mit überzeugenden Argumenten, so doch mit Überredungskünsten über den Tisch zu ziehen. Zu diesem Behufe bietet das Bündnis Kurse an. Das Angebot ist zwar noch mager, aber schließlich fängt jeder mal klein an und früh übt sich, wer ein Meister werden möchte:

3. März: Infoabend "Wie gründe ich eine Bürgerinitiative und starte Aktionen zu 5G?"
7. März: Webinar mit Annegret Hallanzy "Gesprächsrhetorik für 5G-Aktive"

Die Rhetorik ist z.B. daran erkennbar, dass die Gebündelten sorgsam darauf achten, nicht als Mobilfunkgegner gesehen zu werden, denn diese sind seit eh und je als dröge und ein bisschen verstört stigmatisiert. Deshalb will das Bündnis "Aktionen zu 5G" starten und nicht gegen 5G und die gebündelten 5G-Gegner sehen sich nicht als solche, sondern als "5G-Aktive". Dass die verkrampfte Umetikettierung die erwünschte Wirkung zeigen wird, wage ich allerdings zu bezweifeln. Denn das Kernproblem der Anti-Mobilfunk-Szene sind nicht rhetorische Schwächen oder dass sie zu dusselig ist, BIs zu gründen, sondern ihr fachlich unqualifiziertes Personal, das auf Gedeih und Verderben auf die Argumentationvorlagen von wenigen Stichwortgebern angewiesen ist, die die Szene schon seit gut 20 Jahren an der Leine führen. Gespeist von nur einem Nürnberger Trichter, dem nicht allzu viel Neues einfällt, wirkt der Chorgesang der Szene nicht nur abseitig, sondern auch noch eintönig uniformiert.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Rhetorik, Ausbildung, Trick, Graswurzelbewegung, 5G-Gegner, Webinar, BVMDE

Deutsche "5G-Aktive" wollen professioneller werden

H. Lamarr @, München, Sonntag, 09.05.2021, 10:44 (vor 210 Tagen) @ H. Lamarr

Diagnose-Funk hat eine schön gestaltete Website und gibt sich als der informelle Kraftmeier der Anti-Mobilfunk-Szene. Ansonsten hat der Verein in den gut zehn Jahren seines Bestehens nicht allzu viel für ein Vorwärtskommen der Szene geleistet. Doch weil die Konkurrenz im eigenen Lager schwach war, reichte schon das Wenige, um der Bürgerwelle die Rolle des Platzhirschs mühelos abzujagen. Los aller Platzhirsche aber ist es, von jungen ambitionierten Gablern herausgefordert zu werden.

Interne Machtkämpfe hat es in der deutschen Anti-Mobilfunk-Szene schon seit jeher gegeben. Wie der gegenwärtige Platzhirsch aus Stuttgart seine Führungsrolle gegen Konkurrenten aus den eigenen Reihen verteidigen will, darüber berichten der "geächtete" überzeugte Elektrosensible Uli Weiner und der bayerische Mobilfunkgegner Eric Schilwat aus ihrer Sicht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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