Aufhebung der "Salzburger Werte" nicht möglich (Allgemein)

Franz, Sonntag, 07.05.2006, 17:53 (vor 5291 Tagen)

----- Original Message -----
From: Oberfeld Gerd
To: Irmela Strohhacker
Sent: Friday, April 28, 2006 12:03 PM
Subject: AW: Brief des bayer. Staatssekretärs für Umwelt


Sehr geehrte Frau Dr. Strohhacker,

zum Punkt "Salzburger Wert" im von Ihnen übermittelten Schreibenvon Herrn Dr. Otmar Bernhard,
Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbrauchersicherheit, vom 30.3.2006 nehme ich gerne Stellung.

[image]

Die Behauptung das die Salzburger Werte bereits vor einem Jahr aufgehoben worden sein sollen ist unrichtig.

1) Im Februar 1998 wurde von der Salzburger Landessanitätsdirektion erstmals ein
vorläufiger Beurteilungswert "Salzburger Vorsorgewert" für die Summenimmissionen
von GSM-Basisstationen von 1 mW/m² im Freien empfohlen. Mit diesem Wert wurden
unter anderem nachfolgend im Jahr 1998 auch Maststandorte GSM-Basisstationen der
Fa. Connect Austria GmbH (3. GSM Netzbereiber in Österreich) in der Stadt Salzburg beurteilt.
In einem zivilrechlichen Vertrag zwischen Netzbetreiber und Anrainerinitiativen wurde im Herbst
1998 übereingekommen, dass die berechneten Werte (Anmerkung: diese lagen alle unter 1mW/m²)
eingehalten werden.

2) Beschluss des Salzburger Landtages vom 29. März 2000
1. Die Landesregierung wird ersucht, an die zuständigen Bundesstellen mit der Bitte heranzutreten, einheitliche Grenzwerte für die Immission von GSM-Sendestationen unter Berücksichtigung sowohl thermischer als auch athermischer Wirkungen zu erlassen. Die Erfahrungen mit dem Salzburger Vorsorgewert und die Ergebnisse der internationalen Fachkonferenz am 7. und 8. Juni sollten jedenfalls berücksichtigt werden.
2. Der Salzburger Landtag unterstützt die Mobilfunkpetition vom 30. November 1999.

3) Die Mobilfunkpetition vom 30. November 1999 fordert unter anderem die Einführung eines Immissiongrenzwertes von 1 mW/m2 für GSM Basisstationen. Damit wurde vom Salzburger Landtag der Immissionswert von 1 mW/m2 unterstützt.

4) Die Salzburger Resolution, verabschiedet am 8. Juni 2000 empfiehlt unter anderem einen Immissionsrichtwert von 1 mW/m2 für niederfrequent gepulste Signale wie etwa von GSM Basisstationen.

5) Im Februar 2002 wurde von der Salzburger Landessanitätsdirektion eine Absenkung des Beurteilungswertes für GSM Basisstationen auf 0,01 mW/m² im Freien und erstmals auch ein Innenraumbeurteilungswert von 1µW/m² empfohlen (Salzburger Vorsorgewert 2002)

Eine Aufhebung der "Salzburger Werte" ist nicht möglich, da etwa die Salzburger Resolution vom 8. Juni 2000 , die von einer international zusammengesetzten Expertengruppe der Wissenschaft und Öffentlichen Gesundheit verabschiedet wurde, nicht aufgehoben werden kann. Ebenso sind der Landtagsbeschluss vom März 2002 und die Empfehlungen der Landessanitätsdirektion Salzburg vom Februar 1998 und Februar 2002 aufrecht.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gerd Oberfeld

Dr. med. univ. Gerd Oberfeld
Amt der Salzburger Landesregierung
Landessanitätsdirektion
Referat Gesundheit, Hygiene und Umweltmedizin
Postanschrift: Postfach 527, 5010 Salzburg, ÖSTERREICH
Adresse: Sebastian-Stief-Gasse 2
Tel. ++43 (0)662) 8042 - 2969
Fax ++43 (0)662) 8042 - 3056
mailto:gerd.oberfeld@salzburg.gv.at
http://www.salzburg.gv.at/umweltmedizin

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Irmela Strohhacker
Gesendet: Freitag, 7. April 2006 11:20
An: Oberfeld Gerd
Betreff: Brief des bayer. Staatssekretärs für Umwelt

Sehr geehrter Herr Dr. Oberfeld,

anbei die Antwort von Dr. Bernhard. Für eine Stellungnahme Ihrerseits
wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Irmela Strohhacker

Tags:
, Oberfeld, Salzburger-Vorsorgewert, Brief

"Salzburger Werte"

helmut @, Nürnberg, Sonntag, 07.05.2006, 19:46 (vor 5291 Tagen) @ Franz

Selbstverständlich können Wunschgedanken von Herrn Oberfeld nicht aufgehoben werden.

Schon früher wurden diese "empfohlenen" Werte nicht überall in Salzburg eingehalten. Wie auch, es wird schließlich haargenau dieselbe GSM-Technik wie sonstwo verwendet.
Mit Einführung von UMTS war es offensichtlich, daß auf Grund der hohen Senderdichte diese Empfehlungen nicht mehr eingehalten werden können und die Netzbetreiber sagten jetzt auch offizell "tschüß"

MfG
Helmut

--
In der Mobilfunk-BI und
"In der Abendsonne kann selbst ein kleiner Zwerg große Schatten werfen" (frei nach Volker Pispers)


Meine Kommentare sind stets als persönliche Meinungsäußerung aufzufassen

Aufhebung der "Salzburger Werte" nicht möglich

Raylauncher @, Sonntag, 07.05.2006, 22:37 (vor 5291 Tagen) @ Franz

Die sog. "Salzburger Vorsorgewerte" waren noch nie verbindlich noch wurden sie generell eingehalten. Gemäß einer privatrechtlichen Vereinbarung mussten sie lediglich dann berücksichtigt werden, wenn ein Netzbetreiber u.a. eine Immobilie der Stadt Salzburg nutzen wollte.

Seit April 05 ist diese Regelung nun hinfällig. Eine Nutzung öffentlicher Gebäude für Mobilfunkanlagen ist nun möglich, wenn diese aufgrund ihrer Beschaffenheit und Lage funktechnisch besonders geeignet sind und damit eine allgemeine Immissionsminimierung erwarten lassen. Ein spezieller Grenzwert wurde in diesem Zusammenhang nicht vereinbart.

Die gesetzlichen Personenschutzgrenzwerte für EMF in Österreich sind in der ÖNORM E8850 festgeschrieben. Diese entsprechen den ICNIRP- bzw. WHO-Grenzwerten, die auch bei uns in Deutschland verbindlich sind.

Da gleich zu Beginn der Verhandlungen die Mobilfunkinitiative Salzburg als Vertretung der Bürgerinitiativen und die Landessanitätsdirektion (Dr. Oberfeld?) das Ziel ein flächendeckendes UMTS-Netz zu errichten, ablehnten, wurde das Procedere von der Stadt Salzburg und den Mobilfunkbetreibern allein durchgeführt und in weiten Teilen erfolgreich abgeschlossen.

Ob Herr Dr. Oberfeld und andere Mobilfunkkritiker diese Fakten nun wahrhaben wollen oder nicht, dürfte am Ergebnis nicht das Geringste ändern.

Raylauncher

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Salzburger-Vorsorgewert

Wunder gibt es immer wieder: NRW % Salzburg

H. Lamarr @, München, Montag, 08.05.2006, 15:59 (vor 5290 Tagen) @ Franz

[image]

Ob die Salzburger Vorsorgewerte nun aufgehoben, stillgelegt, ignoriert, eingeschläfert oder einfach nur missachtet worden sind, ist mittlerweile eher ein akademischer Streit. Interessanter finde ich da im Schreiben von Dr. Bernhard schon die Passage, dass diese Vorsorgewerte laut Messungen größtenteils sowieso nicht eingehalten wurden. Das bedeutet, dass bei den meisten Messungen Werte über 1 mW/qm gemessen wurden.

Was daran so bemerkenswert ist? Nun, normalerweise übertreffen sich Politik und Betreiber gerne gegenseitig darin, durch möglichst drastisch dokumentierte Grenzwertunterschreitungen den Bürgern mit dem Holzhammer klar zu machen: alles meilenweit im grünen Bereich, kein Grund zur Sorge. Da können die Werte dann gar nicht klein genug sein, z. B. höchstens 0,036 % Grenzwertausschöpfung (bezogen auf Leistungsflussdichte) in NRW.

Geht es aber darum, dem Salzburger Vorsorgewert eins auszuwischen, wird von Dr. Bernhard kurzerhand der Spieß umgedreht und damit argumentiert, dass dieser Vorsorgewert unrealistisch niedrig angesetzt ist und deshalb - ganz klar - von realen Messwerten größtenteils überschritten wird. Auf den GSM 900-Grenzwert von rd. 4,5 W/qm bezogen bedeutet der 1-mW/qm-Vorsorgewert jedoch eine Grenzwertausschöpfung von 0,22 % - das ist 6-mal mehr als in NRW! Das bemerkt nur keiner, weil durch den Trick mit der relativen Werteangabe in Prozent Ausschöpfung vom Grenzwert die absoluten Werte in trübes Wasser getaucht werden und nicht mehr so genau erkennen lassen, was eigentlich Sache ist. Was ich sagen will: Einerseits wird der Salzburger Vorsorgewert als unrealistisch niedrig platt gemacht, andererseits werden der NRW-Bevölkerung 6-mal niedrigere Werte freudestrahlend als die Höchstwerte in ihrem Bundesland präsentiert. Das passt nicht zusammen, ist nicht plausibel und weckt kein Vertrauen!

Politiker müssen eben wendig sein und sich den dynamischen Anforderungen des Alltags möglichst verzögerungsfrei anpassen.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Salzburger-Vorsorgewert

Wunder gibt es immer wieder: NRW % Salzburg

helmut @, Nürnberg, Dienstag, 09.05.2006, 12:30 (vor 5289 Tagen) @ H. Lamarr

Hallo Spatenpauli,

ist doch ganz einfach:

In einer Großstadt wie Salzburg liegen die "statistisch" ermittelten Meßpunkte mit Sicherheit immer näher an einer Mobilfunkstation als in einem wesentlich "dünner besiedelten" Land NRW. Deshalb sind ja im Vergleich die Werte der Fernsehsender auch wesentlich höher weil man die Fläche als Bezugspunkt hat.

Im Extrem könnte man alle Meßpunkte in die Maxima der Mobilfunkstationen oder in die Maxima der Fernsehsender legen.

Wie heißt es so schön?
"Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast" :rotfl:

MfG
Helmut

--
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Salzburger Milliwatt: Es hätte funktioniert!

H. Lamarr @, München, Dienstag, 09.05.2006, 20:15 (vor 5289 Tagen) @ helmut

In einer Großstadt wie Salzburg liegen die "statistisch" ermittelten Meßpunkte mit Sicherheit immer näher an einer Mobilfunkstation als in einem wesentlich "dünner besiedelten" Land NRW. Deshalb sind ja im Vergleich die Werte der Fernsehsender auch wesentlich höher weil man die Fläche als Bezugspunkt hat.

Ganz so einfach scheint es nun doch nicht zu sein, Helmut, denn Sie beantworten eine Frage, die so gar nicht gestellt wurde. Also nochmal:

- Das Salzburger Milliwatt wurde deshalb nicht anerkannt, weil der max. zulässige Immissionswert von 1 mW/qm angeblich keine gesicherte Mobilfunkversorgung zulässt.

- Die Messaktion des IZMF in NRW hat gezeigt, dass der höchste in NRW gemessene Wert 6-mal niedriger ist als das Salzburger Milliwatt. Gemessen wurde an immerhin 100 Stellen.

- Natürlich stimmt es, dass ich höhere Werte messe, je näher ich an eine Emissionsquelle herangehe. Das ist unbestritten. Das aber wollte ich nicht wissen. Sondern: Wenn das Salzburger Milliwatt angeblich keine gesicherte Versorgung zulässt, wie ist es dann zu erklären, dass in NRW bei nur 1/6 des Salzburger Milliwatts bereits Versorgung in high Quality gegeben ist? Dabei ist dieses 1/6 sogar noch der höchste(!) von 100 Werten, d. h. in 99 Fällen war die gemessene Leistungsflußdichte noch kleiner als 1/6 des Salzburger Milliwatts.

- Wenn es nun in NRW nachweislich 100 Stellen gibt, an denenen die Leistungsflussdichte höchstens 1/6 des Salzburger Vorsorgewerts erreicht, dann müssten - weil bei derart winzigen Werten ja erst recht keine gesicherte Versorgung gewährleistet werden kann, - viele weiße Flecken in den Versorgungskarten von NRW auftreten. Das aber ist nicht der Fall, vielmehr ist durchweg Vollversorgung in high Quality angesagt, wie Sie exemplarisch der Karte für Branchenprimus T-Mobile entnehmen können (von dort hierher zurück nur mit ZURÜCK des Browsers).

- Das Ganze lässt für mich nur den Schluss zu, dass der Salzburger Vorsorgewert von 1 mW/qm nicht aus technischen, sondern aus politischen Gründen platt gemacht wurde. Denn offensichtlich sind 1 mW/qm mehr als genug, um Mobilfunkversorgung zuverlässig zu gewährleisten. Wobei ich die Betonung auf mobil lege und damit meine, dass Mobilfunk tunlichst im Freien - wenn man eben mobil ist - praktiziert werden soll. Denn im Nachhinein wird jetzt schon deutlich, warum dem Salzburger Milliwatt keine Chance gegeben wurde: Es wäre dem gegenwärtig so beliebten Geschäftsmodell der Homezonen im Wege gestanden weil es keine garantierte Versorgung im Innern von Gebäuden hergibt. Nur, was kümmern mich die verkorksten Geschäftsmodelle der Mobilfunker, das Festnetz ist in nahezu allen Gebäuden vorhanden, dort sollen die Handyaner - meiner Meinung nach - gefälligst zum Schnurtelefon greifen.

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Salzburger Milliwatt: Es funktioniert eben nicht

helmut @, Nürnberg, Freitag, 12.05.2006, 15:54 (vor 5286 Tagen) @ H. Lamarr

- Das Salzburger Milliwatt wurde deshalb nicht anerkannt, weil der max. zulässige Immissionswert von 1 mW/qm angeblich keine gesicherte Mobilfunkversorgung zulässt.

- Die Messaktion des IZMF in NRW hat gezeigt, dass der höchste in NRW gemessene Wert 6-mal niedriger ist als das Salzburger Milliwatt. Gemessen wurde an immerhin 100 Stellen.

- Natürlich stimmt es, dass ich höhere Werte messe, je näher ich an eine Emissionsquelle herangehe. Das ist unbestritten. Das aber wollte ich nicht wissen. Sondern: Wenn das Salzburger Milliwatt angeblich keine gesicherte Versorgung zulässt, wie ist es dann zu erklären, dass in NRW bei nur 1/6 des Salzburger Milliwatts bereits Versorgung in high Quality gegeben ist? Dabei ist dieses 1/6 sogar noch der höchste(!) von 100 Werten, d. h. in 99 Fällen war die gemessene Leistungsflußdichte noch kleiner als 1/6 des Salzburger Milliwatts.

Hallo Spatenpauli,
ich habe die Befürchtung, Sie als Fachmann und andere Mobilfunkgegner wollen doch garnicht begreifen, was dahintersteckt.

Sie zäumen das Pferd sozusagen von hinten auf.

Mit der Messung in NRW kann man doch nicht beweisen, daß das "Milliwatt-Netz" funktioniert. Es wurden halt nur diese niedrigen Werte gemessen, ob statistisch korrekt oder "gezinkt". Genauso hätte man bei anderer "zufälliger" Meßpunktwahl feststellen können, daß sagen wir mal 30 % der Meßorte mehr als 5 mW/m² zeigen. Mit Sicherheit könnte man in NRW dies ebenfalls feststellen.

Ich könnte genausogut behaupten, in NRW gibt es keine Punkte, an denen die 1mW/m² überschritten werden. Das wäre eine genauso falsche Folgerung. Sie wissen genauso gut wie ich, daß es innerhalb der Ortschaften anders aussieht.

Nehmen wir einfach mal an, die 1mW/m² werden erst sicher in mindestens 400m Abstand zur Mobilfunkstation unterschritten. Die Folge ist, daß die Antennen mindestens 400m von "bewohnten" Gebäuden, also auch Arbeitsstätten, entfernt sein müßten.

So, und jetzt sagen Sie uns bitte, wie man ein Mobilfunknetz mit gleicher Kapazität in Städten wie z. B. München oder Nürnberg realisieren soll, wenn die Antennen mindestens 400m von allen nächsten Gebäuden und nicht nur von der Wohnung eines jeden Mobilfunkgegners entfernt stehen sollen.

MfG
Helmut

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Finale: Helmut demaskiert das IZMF

H. Lamarr @, München, Samstag, 13.05.2006, 01:39 (vor 5286 Tagen) @ helmut

Mit der Messung in NRW kann man doch nicht beweisen, daß das "Milliwatt-Netz" funktioniert. Es wurden halt nur diese niedrigen Werte gemessen, ob statistisch korrekt oder "gezinkt".

Einverstanden Helmut. Darum ist's mir ehrlich gesagt auch nicht ernsthaft gegangen, sondern um den anderen Wackelkandidaten in unserem Modell. Keine Ahnung wovon ich rede? Gut, dann lesen Sie mal bitte in aller Ruhe die Pressemeldung, mit der das IZMF seinerzeit die NRW-Messdaten dem gemeinen Volk "verkauft" hat. Lassen Sie sich Satz für Satz auf der Zunge zergehen. Merken Sie was? Klar merken auch Sie, dass hier pure Augenwischerei - und zwar vom Feinsten - betrieben wird. Dass es Augenwischerei ist, habe nicht ich in dieser Diskussion hergeleitet, sondern Sie. Und das gibt dem Ganzen, da stimmen Sie mir sicher zu, die besondere Note: Helmut demaskiert das IZMF als Desinformationszentrum. Gratuliere, gut und überzeugend gemacht! Der Mohr - respektive Thread - hat damit seine Schuldigkeit getan und kann geschlossen werden ;-)

PS: Das sieht jetzt vielleicht ein bißchen nach der Handschrift von Dr. Schrodt aus. Helmut, ich versichere ihnen, sie hat damit überhaupt nichts zu tun.

--
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Finale

helmut @, Nürnberg, Samstag, 13.05.2006, 13:04 (vor 5285 Tagen) @ H. Lamarr

Hallo Spatenpauli,

was heißt hier demaskieren. Man darf doch nicht "den typischen Fall" oder allgemeine "Belastung" durch HF mit dem Fall des Dachfensters gegenüber der Mobilfunkantenne vergleichen.
Beim Autoverkehr wird doch auch immer wieder festgestellt, daß "in ihrem Wohnort" allgemein die Geschwindigkeitsbeschränkung eingehalten wird, trotzdem immer wieder manche mit "80" durchfahren.

Daß man beim IZMF "die andere Seite" vertritt und deshalb die Grenzwerte auf die Leistungsflußdichte bezieht und nicht auf die Feldstärke, ist doch auch selbstverständlich.

Derjenige der von den Messungen lebt, wird immer mit der Feldstärke arbeiten, der andere mit der Leistungsflußdichte.


"Selbst der höchste gemessene Wert macht nur 0,036 Prozent des zulässigen Grenzwertes bezogen auf die Leistungsflussdichte aus", - bei der Feldstärke hätten wir schon ca 0,19 Prozent des Grenzwertes -

Für mich persönlich ist das ganze sowieso nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, für beide Seiten. Und Arbeitsplätze schaffen ist besser, als welche abzubauen oder zu verlagern ....

MfG
Helmut

--
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Finale

charles ⌂ @, Samstag, 13.05.2006, 16:49 (vor 5285 Tagen) @ helmut

Daß man beim IZMF "die andere Seite" vertritt und deshalb die Grenzwerte auf die Leistungsflußdichte bezieht und nicht auf die Feldstärke, ist doch auch selbstverständlich.

Derjenige der von den Messungen lebt, wird immer mit der Feldstärke arbeiten, der andere mit der Leistungsflußdichte.

Hallo Helmut,

da reden Sie chinesisch.

Die Grenzwerte werden doch meistens in Feldstärke des elektrischen Feldes, also in V/m ausgedruckt. Die Unterschiede sind dann auch wenig, und die Werte geben den Anschein niedrig zu sein.

Baubiologen hantieren die Leistungsflussdichte, also in uW/m2.
Die Unterschiede sind hier deutlich viel grösser.

0.1 V/m = 26 uW/m2
1 V/m = 2352 uW/m2
2 V/m = 10610 uW/m2
5 V/m = 66312 uW/m2

Merke dass man schon bei mehr als 200 uW/m2 Elektrosensible werden kann.
Und Elektrosensible können schon bei 1 uW/m2 reagieren = 0,019 V/m !!!

--
Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Finale

H. Lamarr @, München, Samstag, 13.05.2006, 21:14 (vor 5285 Tagen) @ helmut

Jetzt nicht zurückrudern, Helmut! Im Verlauf dieser Diskussion hier haben Sie klipp & klar gezeigt, dass die Messaktion in NRW eben nicht dazu geeignet ist, vernünftige Auskünfte über die Funkfeldbelastung von Anwohnern im Nahbereich von Mobilfunkantennen zu geben. Ihren diesbezüglichen Ausführen stimme ich voll zu.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich es jedoch nicht als cleveren Schachzug des IZMF, die frappierend niedrigen Messwerte der NRW-Aktion den Leuten im Lande als Beruhigungspille zu verpassen. In NRW gibt es sicherlich nicht weniger Betroffene als in anderen Bundesländern, die von "ihren" Sendemasten zig Milliwatt an Leistungsflussdichte abbekommen, nur weil sie das Pech haben, in einem Hauptstrahl der Anlage zu leben oder zu arbeiten. Das IZMF aber ignoriert diesen Umstand und flötet stattdessen fröhlich: "Die Höhe der Mobilfunkfelder in Nordrhein-Westfalen ist minimal. Der gesetzlich zulässige Rahmen wird nur zu einem Bruchteil erreicht." Nicht die Höhe der Mobilfunkfelder sind hier minimal, sondern die Skrupel des IZMF, den Bürgern wider besseren Wissens pauschal Minimalbelastungen zu attestieren.

Und dann diese Scheinheiligkeit: "Mit der Mess- und Veranstaltungsreihe will das IZMF das Wissen über Mobilfunk erweitern und den Menschen die Möglichkeit bieten, sich über die konkrete Situation in ihrer Umgebung zu informieren." Da bleibt einem doch die Spucke weg! Die erweitern kein Wissen, die stecken es in den Häcksler.

Wir Bürger wollen keine Messaktionen, bei denen zum x-ten mal herauskommt, dass die Grenzwerte kilometerweit unterschritten werden. Denn alle bisher bekannt gewordenen amtlichen und halbamtlichen Messaktionen messen nicht dort, wo wirklich hohe Funkfeldbelastungen vorkommen, also im Hauptstrahl einer Antenne in der Nähe des Masten. Wenn es Politik & Betreiber ehrlich meinen, dann würden sie mit ihren Messaktionen nach Maximalbelastungen suchen. Okay, das wäre unbequem, weil dann nicht mehr dicht übern Erdboden gemessen werden könnte, sondern die Ausrüstung in die Obergeschosse geschleppt werden müssten - aber dafür käme endlich mal was brauchbares bei diesen Messreihen heraus. Brauchbar für die Bürger, der sich ein unverzerrtes Bild davon machen möchte, was schlimmstenfalls passieren kann. Was bestenfalls passiert, haben die diversen Messreihen ja nun schon hinlänglich belegt, diese Erkenntnisse müssen nun wirklich nicht weiter auf breiter Front verfestigt werden. Wenn es stimmt, was Prof. Bernhardt kürzlich sagte, lassen sich zukünftige Funkdienste sogar rechnerisch in all dies einbeziehen mit einer Verdopplung der gegenwärtigen Funkfeldbelastung.

--
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Tags:
, Messwerte, Funkfeldbelastung

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