Montagsdemo der Stuttgart-21-Gegner instrumentalisiert (Allgemein)

KlaKla, Samstag, 17.11.2018, 10:43 (vor 1420 Tagen)

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
wir erleben gerade einen verdeckten Großangriff auf demokratische Strukturen. Ich berichte Euch über das derzeit größte bundesweite Großprojekt, den digitalen Umbau der Kommunen zu Smart Cities. Mit Smart City ist die datengesteuerte, total überwachte Stadt gemeint. Allein für die Region Stuttgart sollen dafür mehr als 1,5 Milliarden Euro investiert werden. Für den Ausbau dieser Infrastruktur soll die Telekom das Monopol bekommen.

Die hochsensiblen Netze für die Datenkommunikation über das Internet gehören zur Daseinsvorsorge und gehören nicht in die Hand von Monopolen wie der Telekom. Verkauft wird die Smart City mit dem Köder: schnelles Internet für alle, in Wirklichkeit ist es eine Infrastruktur zur Überwachung. Es ist ein Wolf im Schafspelz! Denn mit der Smart City werden die Städte von Orten der kommunalen Demokratie zu total überwachten Zonen umgebaut. Das Ziel: von jedem Bürger in Echtzeit immer zu wissen, wo er sich befindet und was er tut ...

Unsere Bürgerinitiative Mobilfunk fordert Euch auf, mit uns gegen diese Pläne unsere demokratischen Rechte, den Schutz der Privatsphäre, unsere Umwelt und Gesundheit zu verteidigen. Wer oben bleiben will, braucht demokratische Rechte und muss sie verteidigen. Denn ohne Demokratie ist alles andere nichts. Unsere Stadt bleibt demokratisch! Nein zur verwanzten City! Smarte Diktatur – nicht mit uns!

Quelle: Bei Abriss Aufstand

Kommentar: Unser Bürgerinitiative, ist er und Doris Hensinger. :wink:

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Stuttgart-21-Gegner

Peterchens Mondfahrt

H. Lamarr @, München, Samstag, 17.11.2018, 21:07 (vor 1420 Tagen) @ KlaKla

Unsere Bürgerinitiative Mobilfunk fordert Euch auf, mit uns gegen diese Pläne unsere demokratischen Rechte, den Schutz der Privatsphäre, unsere Umwelt und Gesundheit zu verteidigen.

*Seufz*

Was soll man zu Peter Hensinger hier noch sagen, was nicht schon gesagt wurde. Er weidet sein Recht auf freie Meinungsäußerung weidlich aus und nutzt dabei den Umstand, dass S21-Bahnhofsgegner von der Mobilfunkdebatte nur Bahnhof verstehen, er also nicht mit Widerspruch rechnen muss. Ergo kann er den Leuten jeden Stuss auftischen, z.B. "[...] Die Strahlung dieser Sender wurde von der WHO schon 2011 als möglicherweise Krebs erregend eingestuft, neue Studien aus den USA und Italien stellen klar: die Strahlung ist Krebs erregend. [...]"

Peter Hensinger auf der 437. Montagsdemo in Stuttgart (ab Minute 13:40)

Teilnehmer von Demos sind aus meiner Sicht irgendwie auch "arme Schweine", denn weil sie nun schon mal an Ort und Stelle sind, müssen sie sich wohl oder übel bis zur Schmerzgrenze das Zeugs anhören, das ihnen von irgendwelchen Referenten um die Ohren gehauen wird. Bei Prominenten wie Sahra Wagenknecht weiß man auch ohne Anmoderation, wer und was auf einen zukommt. Bei einem No-Name wie Peter Hensinger aber weiß mutmaßlich kein Bahnhofsgegner, wer und was da kommt. Warum also sollte man ihn anhören und nicht flüchten? Warum sollte man es sich antun zu hören, was ein gelernter Drucker, der beruflich zuletzt in einer Behindertenwerkstatt arbeitete zu "Smart City und Breitbandausbau: Stuttgart auf dem Weg zur überwachten Stadt" zu sagen hat? Im Wirtshaus um die Ecke am gemütlichen Stammtisch gäbe es selektiv Zusammengegoogeltes merklich bequemer bei Spätzle und Bier zu erfahren. Der gütige Moderator der 437. Montagsdemo in Stuttgart wusste um dieses Problem und wickelte deshalb, etwas ungläubig von seinem Spickzettel ablesend, Hensinger in Geschenkpapier ein, indem er ihn pries als Germanist und Pädagoge, als Vorstand des Stuttgarter Vereins Diagnose-Funk und als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von etwas, was sich "Offenen Akademie" ;-) nennt. Wie viele S21-Demonstranten dies zum Bleiben bewegte bleibt offen, angeblich besuchen noch immer "ein paar hundert" Unentwegte diese Montagsdemos in Stuttgart.

In der 15-minütigen Rede Hensingers sehe ich gewisse Parallelen zu einem Video über die Tricks der Tea-Party-Bewegung in den USA, etwa bei der Staatsfeindlichkeit. Den simplen Trick eines jungen Tea-Party-Spin-Doctors, bei Amazon liberale Bücher mit nur einem Bewertungstern abzustrafen, ohne auch nur eine Zeile gelesen zu haben, für radikale Bücher hingegen fünf verkaufsfördernde Sterne zu vergeben, praktizieren Mobilfunkgegner schon lange, von manipulierten Online-Umfragen ganz zu schweigen. Der US-Spin-Doctor gibt in dem Video ganz offen zu (Minute 37:20), dass er täglich 1/2 Stunde auf der Amazon-Website unterwegs ist, um die Bewertungen von Büchern zu manipulieren. Auch in dem Sterneschwindel erkenne ich eine Parallele zur Anti-Mobilfunk-Szene, die um jeden Preis die Deutungshoheit in der Mobilfunkdebatte erlangen möchte.

Hintergrund
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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