Handy-App als Frühwarnsystem bei kindlicher Depression (Allgemein)

Gast, Donnerstag, 25.01.2018, 06:57 (vor 606 Tagen)

Auszug Tagesspiegel vom 15.01.2018

Nicht nur Erwachsene leiden an Depressionen. Forscher wollen eine Handy-App entwickeln, die erkennt, wenn bei Kindern das „dunkle Gefühl“ naht. von Beate Wagner

Laura ist sechzehn Jahre alt und trägt, was Teenager eben so tragen: Pferdeschwanz, Daunenjacke, rosa Schal. Dass sie noch viel mehr mit sich herumträgt, mehr als ein Mensch ertragen kann, das spürte die Tübinger Schülerin erstmals in der vierten Klasse. So lange schon begleitet sie ihr „schwarzer Hund“, wie sie ihre Depression nennt. Wenn das schwere Gefühl kommt, dann will sie sich selbst verletzen, magert ab, wird unsagbar müde und Selbstmordpläne geistern ihr durch den Kopf. Sie schreibt Abschiedsbriefe und plant, sich vor den Zug zu werfen. Sie tut es nicht, aber zur Schule schafft sie es monatelang nicht, kann ihre Freunde nicht sehen und muss ihre Tage in einer Klinik verbringen. Seit ihrem letzten Aufenthalt geht es ihr besser. Aber ohne psychotherapeutische Begleitung geht es nicht. ...

Klar ist: Apps können nur ein zusätzlicher Baustein sein, um Kinder und Jugendliche vor chronischen Depressionen zu bewahren. Experten appellieren zudem vor allem an die Expertise der Eltern, die ihre Kinder trotz der Ablösephase in der Pubertät am besten kennen. Sie sollten dem Sprössling bei Verdacht immer wieder Gesprächs- und Kontaktangebote machen und bei Unsicherheiten lieber zu früh als zu spät professionelle Hilfe bei einem Facharzt oder Psychotherapeuten suchen. Ist ein Jugendlicher unmittelbar selbstmordgefährdet und über ein Gespräch nicht mehr erreichbar, sollten Notarzt oder Polizei verständigt werden.

Ob Kindern, die unter Depressionen leiden, mit einer Frühwarn-App geholfen werden kann, das soll eine Pilotstudie untersuchen. Dafür werden allerdings mindestens 30.000 Euro benötigt. Einige Firmen und Privatförderer, etwa Eckart von Hirschhausen, sind als Schirmherren bereits im Boot, um noch bis 4. Februar 2018 Spenden einzuwerben.

"Mit WhatsApp gegen Depression bei Kindern"

Spendenkonto: Universität Tübingen, IBAN: DE13 6415 0020 0000 0130 04, BIC SOLADES1TUB, Verwendungszweck: 3139003501 Lüttke Spende Whats up Studie

Tags:
Kinder, Handy, Depression, Spendenaufruf

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