Adlkofer, Franz Xaver - aus Sicht von Sourcewatch (Allgemein)

KlaKla, Samstag, 06.01.2018, 08:56 (vor 684 Tagen)

Auszug Sourcewatch

Norbert Hirschhorn, ein in Österreich geborener amerikanischer Arzt für öffentliche Gesundheit und Berater der Weltgesundheitsorganisation, schrieb im September 1999 ein langes Dokument mit dem Titel "Schamhafte Wissenschaft: Drei Jahrzehnte der versteckten Forschung der deutschen Tabakindustrie in Rauchen und Gesundheit." Zu dieser Zeit waren nur 500 Tabakdokumente im öffentlichen Bereich veröffentlicht worden - aber viele konzentrierten sich auf Deutschland.

Seine einleitenden Bemerkungen erzählen die Geschichte von ...

  • "... korrupter Wissenschaft im Dienste eines zutiefst fehlerhaften Produkts. Die ausgewählten Zitate werden selbst diejenigen in Erstaunen versetzen, die sich "mit ihren eigenen Worten" an das, was bereits entdeckt wurde, gewöhnt haben.
  • Neben den kleinen Streitereien und unangenehmen Charakteren kann die Geschichte auf ein paar essentielle Themen reduziert werden, die sich durch die Anmerkungen ziehen.
  • Die Wissenschaftler des Unternehmens hatten mit den häufigen und fortwährenden Beweisen zu kämpfen, dass sie eines der umweltschädlichsten Produkte sind, die in menschlichen Körpern verkauft werden. Dieser Kampf wurde selten offen oder ehrlich bekämpft.
  • Während einige der Wissenschaftler vergeblich auf die Schaffung der "sichereren Zigarette" hofften, konzentrierten sich die Anwälte der Unternehmen darauf, Rechtsstreitigkeiten und Verluste zu vermeiden, wenn sie verklagt werden. Eine Armee von PR-Experten, Frontorganisationen und korrupten Beratern diente den Anwälten, nicht der Wahrheit; die Unternehmen, nicht die Öffentlichkeit.
  • Die deutschen Tabakwissenschaftler, angeführt von dem gerissenen Professor Franz X. Adlkofer, haben es geschafft, sich mit führenden Forschern, Akademikern und Regierungsbeamten zu integrieren und zu inhärieren; sogar mit einigen, die stark gegen Tabak waren. Dies gab der deutschen Industrie das Prestige und die Zeit, Forschung zu betreiben und die Politik nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und anderen Kontinenten bis heute zu beeinflussen.
  • Die deutschen Wissenschaftler wussten von Anfang an, dass das wahre Schlachtfeld das Passivrauchen war und immer noch ist. Ihre Sorge war nicht so sehr, ob Rauchen Krankheiten verursachte - sie wussten es schon früh -, aber sie waren besessen von den Beweisen, dass in die Luft abgegebene Tabakgifte die Gesundheit von Nichtrauchern beeinträchtigen könnten; und sie taten alles, um die überwältigenden Beweise zu leugnen, zu verzerren, zu unterdrücken und schließlich zu ignorieren ...

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Korruption, Strolche, Einflussnahme, Tabakindustrie, Adlkofer, Verum, Deutungshoheit

Sourcewatch schweigt zum Fälschungsverdacht gegenüber "Reflex"

H. Lamarr @, München, Montag, 13.08.2018, 18:02 (vor 464 Tagen) @ KlaKla

Auszug Sourcewatch

Die Akte "Adlkofer" ist bei Sourcewatch inzwischen erheblich dicker geworden. Eine umfangreiche Chronologie beschreibt die Stationen in Adlkofers Karriere bis November 2011.

Doch irgendetwas stimmt da nicht: Der ab Mai 2008 von Prof. Lerchl begründet vorgebrachte Fälschungsverdacht (anfangs nur gegen Adlkofers Reflex-UMTS-Nachfolgestudie, später auch gegen das Reflex-Projekt), kommt bei Sourcewatch nicht zur Sprache. Bemerkenswert ist dies deshalb, weil der Fälschungsverdacht ab etwa 2010 weltweit zur Ausgrenzung von Adlkofers Mobilfunkstudien in den großen wissenschaftlichen Reviews führte, die zusammenfassend den Stand des Wissens dokumentieren. Eine Kette gescheiterter Replikationen reduzierte später die Bedeutung von Adlkofers Mobilfunkstudien weiter gegen Null. All dies fehlt, von einer kurzen Bemerkung im Abschnitt "2011 Nov 18" abgesehen, vollständig bei Sourcewatch. Das ist als ob einer die Historie der CSU vorträgt, ohne Franz Josef Strauß zu erwähnen. Schlimmer noch, Sourcewatch tut mit der kurzen Bemerkung so, als habe der Fälschungsskandal 2011 mit einem Freispruch des Ex-Tabaklobbyisten sein Ende gefunden. Sourcewatch stößt damit ins selbe Horn wie Adlkofer selbst. Es stellt sich mir daher die Frage: Wer schaut eigentlich Sourcewatch auf die Finger? Das Portal gibt sich kritisch, doch was dort über Adlkofers Spätkarriere als Mobilfunkgegner zu lesen ist, ist alles andere als kritisch, sondern typischer Adlkofer-Sprech.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
UMTS-Studie, Ablenkung, Reflex, Tabakindustrie, Adlkofer, OeAWI, Ex-Tabaklobbyist, Wissenschaftsskandal, Spaltung, Endbericht, Hawaii, Klageverfahren, Fälschungsverdach, Freispruch

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