Tetra-Funk: Mal funktioniert er, mal nicht (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 15.12.2016, 17:37 (vor 1092 Tagen)

Als im Juli 2016 in München ein Amokläufer zehn Menschen tötete, waren rund 2000 Polizisten im Einsatz. Das sind viele, aber nicht sehr viele. Im Oktober wurde dann bekannt: Bei diesem Großeinsatz soll der Polizeifunk via Tetra ziemliche Probleme bereitet haben. Immer dann, sobald Einsatzkräfte in Gebäude eingedrungen waren, soll die Verbindung zur Einsatzzentrale abgerissen sein. Dies meldet die Sendung "Kontrovers":

So weit, so gut. Es ist eben eine Geldfrage, inwieweit Einsatzkräfte auch im Innern großer Betonkomplexe (Einkaufszentren, Parkhäuser, Wohnsilos) noch Empfang haben (erfordert zusätzliche Tetra-Basisstationen).

Die zuständige Bundesanstalt BDBOS zieht heute allerdings ein ganz anderes Fazit von dem OSZE-Treffen, das am 8. und 9. Dezember 2016 in Hamburg stattfand und nicht 2000 Einsatzkräfte auf Trab hielt, sondern 15'000. Für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben stellte das OSZE-Treffen eine der komplexesten Großeinsatzlagen des Jahres dar, sagt die BDBOS. Im Gegensatz zu München konnte in Hamburg Vorsorge getroffen werden: Mit der Erweiterung von Basisstationen um zusätzliche Träger (TTRX), der Inbetriebnahme einer mobilen Basisstation und der Aktivierung eines zweiten, lastbasierten, Organisationskanals wurden zusätzliche Ressourcen für den intensiven Funkverkehr geschaffen.

Im Ergebnis, so die Bundesanstalt, war die Verfügbarkeit des BOS-Digitalfunknetzes im Einsatzgebiet in Hamburg während der gesamten Einsatzzeit gewährleistet.

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BOS, TETRA, Polizeieinsatz

Tetra & Amoklauf: Bayr. Staatsregierung gibt Antworten

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 15.12.2016, 18:15 (vor 1092 Tagen) @ H. Lamarr

Als im Juli 2016 in München ein Amokläufer zehn Menschen tötete, waren rund 2000 Polizisten im Einsatz. Das sind viele, aber nicht sehr viele. Im Oktober wurde dann bekannt: Bei diesem Großeinsatz soll der Polizeifunk via Tetra ziemliche Probleme bereitet haben. Immer dann, sobald Einsatzkräfte in Gebäude eingedrungen waren, soll die Verbindung zur Einsatzzentrale abgerissen sein.

In dem YouTube-Video kommt es zu einer Kontroverse zwischen Staatssekretär Eck und einem Reporter: Der Reporter spricht von minutenlangen Ausfällen des Tetra-Funknetzes, Eck entgegnet, er wisse nur von sekundenlangen Ausfällen. Eine Antwort auf die Frage, was denn nun zutreffend sei, gibt die Antwort des Bayer. Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katharina Schulze. Der Fragenkatalog der Abgeordneten umfasste 17 Punkte, hier ein Beispiel (Frage 1.1 inkl. Antwort):

1.1 Trifft es zu, dass der digitale Polizeifunk in München im Rahmen des Einsatzes überlastet war?

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass der Digitalfunk auch bei großen Einsatzlagen den Einsatzkräften voll funktionsfähig zur Verfügung steht und somit eine deutliche Verbesserung gegenüber der analogen Funktechnik darstellt.
Gleichwohl wird auch beim Digitalfunk weiteres Optimierungspotenzial gesehen, vor allem im Bereich der Inhouse Versorgung.
Die Dynamik, Komplexität sowie die damit verbundene hohe Polizeipräsenz stellen in Einsatzlagen wie am 22. Juli 2016 für den Digitalfunk in taktischer Hinsicht eine Extremsituation dar. So kam es am 22. Juli 2016 aufgrund der hohen Anzahl der digitalen Funkgeräte teilweise zu einer verzögerten Einbuchung in die entsprechende Digitalfunkzelle beziehungsweise Digitalfunkgruppe sowie während der Hochphase zu vereinzeltem Warteschlangenbetrieb mit einer Dauer von durchschnittlich knapp 2 Sekunden.

Kommentar: Wahrscheinlich haben beide recht. Der Staatssekretär redete von der durchnittlichen Ausfalldauer, der Reporter von der maximalen.

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Staatsregierung

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