R+V Versicherung schürt dezent Elektrosmog-Ängste (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.05.2016, 09:29 (vor 1209 Tagen)

Seit 2007 steht auf der Website der R+V Versicherung diese Seite über Elektrosmog unwidersprochen im Netz, verfasst von zwei Damen, die am Ende der Seite genannt werden. Wer mögen diese beiden Heldinnen sein, die die 26. BImschV bürgernah und tendenziös zur "Elektrosmogverordnung" umfirmieren und ihrem Beitrag den nicht weniger tendenziösen Titel gaben: "Elektrosmog - wie kann man sich schützen?"

Nun, da Versicherungen von der Angst der Leute leben, ist es keine große Überraschung, wenn R+V auch auf den Zug der unheimlichen Elektrosmog-Ängste aufspringt, statt die Elektrosmog-Debatte als das zu geißeln was sie ist: eine Scheindebatte, die allein aus kommerziellen Gründen künstlich entfacht wurde.

Gemäß den beiden Autorinnen soll das BfS, das sie als Kronzeugen verwenden, gesagt haben: "... liegen Erkenntnisse vor, die zeigen, dass es unterhalb der festgelegten Grenzwerte wissenschaftlich noch nicht verstandene Risiken gibt." Sagt das BfS dies wirklich? Eine Befragung von Google zeigt: Nein, zumindest heute sagt das BfS dies nicht mehr, die weltweit einzigen, die dem BfS diese Behauptung in den Mund legen, sind die beiden Autorinnen.

So geht das auf dieser Seite mit diskret gestreuten Zweifeln an der Sicherheit der Mobilfunktechnik weiter, hin und wieder zur Stärkung der Glaubwürdigkeit mit Verweis aufs BfS.

Man könnte jetzt zur Tagesordnung übergehen und lediglich eine weitere zweifelhafte "Informationsseite" über das inszenierte Risiko Elektrosmog registrieren. Doch R+V leistet sich noch einen ganz besonderen Ausrutscher, der Kompetenz und Herkunft der beiden Autorinnen in ein besonders schiefes Licht stellt. Dazu genügt gegen Ende der Seite ein einziger Satz:

Informationen zum Thema Elektrosmog, Adressen von Baubiologen und Informationen mit welchen Bau- und Isolierstoffen man sich gegen Elektrosmog schützen kann finden Sie unter: www.ohne-elektrosmog-wohnen.de.

Das hat aus meiner Sicht was: Erst mit Verweisen aufs durch und durch seriöse BfS den Leser in Sicherheit wiegen, nur um dann am Ende einen Haken zu schlagen und ganz ungeniert das Geschäft eines privatwirtschaftlichen Profiteurs der Angst vor Elektrosmog zu befeuern. Inwiefern die Autorinnen mit der Neher Systeme GmbH & Co. KG in Geschäfts- oder sonstiger Beziehung stehen ist mir nicht bekannt. Mit unqualifizierten Webseiten wie der zu Elektrosmog tut sich R+V mMn keinen Gefallen, sondern kontaminiert sich ohne jede Not mit dem Duft der anrüchigen Elektrosmog-Geschäftemacherei. Dass es der Text der beiden Autorinnen 2007 bis auf die Website der Versicherung schaffte, ohne auf dem Weg dorthin gestoppt zu werden, deutet auf einen blinden Fleck im Qualitätsmanagement der Website hin.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Baubiologie, Geschäftsmodell, Seilschaft, Trittbrettfahrer, Versicherung, Alarmist, RuV

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