Smart Meter: Debatte um Funk-Wasserzähler in Oberndorf (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 04.03.2015, 11:22 (vor 1724 Tagen)

Auszug aus Salzburger Fenster vom 4. März 2015:

Rund 300 Oberndorfer Haushalte bekommen in diesen Wochen Besuch von Gemeinde und Wasserwerk. Die alten Wasserzähler werden durch neue Funkzähler ersetzt. Bis 2019 sollen alle Haushalte neu ausgestattet sein. Die Stadtgemeinde sieht darin Vorteile: „Die Bürger ersparen sich dadurch die Ablesung, die oft vergessen wird oder falsch erfolgt. Die Stadtgemeinde erspart sich daraus resultierende Verbrauchsschätzungen mit teils bösem Erwachen für die Bürger, wenn beim nächsten Zählertausch klar wird, dass doch deutlich mehr verbraucht wurde“, erklärt der zuständige Stadtamts-Mitarbeiter Michael Schick.
Heftige Kritik an der Umstellung übt Gemeindevertreter Christoph Thür. Der Betreiber des Internetportals Initiative Zukunft Oberndorf spricht von „Zwangsbeglückung“, die nur der zusätzlichen Überwachung diene, „ein Vorteil für die Bürger ist nicht erkennbar“. Zudem verschweige die Stadtgemeinde die Nachteile der Funkzähler. Ein großes Problem sei der Elektrosmog, der durch eine Vielzahl an elektronischen Geräten ohnehin bereits eine Gefährdung darstelle. Mit den Wasserfunkzählern „ist man einer noch größeren elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt“, so Thür.

Kommentar: Mein Bauch spekuliert, Herr Thür schürt, ohne sich sachkundig gemacht zu haben, leichtfertig unbegründete Ängste gegenüber Funk-Wasserzählern, nicht weil er selbst groß in Sorge ist, sondern weil seine Ambitionen auf den Bürgermeisterposten nach dem Fehlversuch 2014 nicht erloschen sind. Und was Herr Thür auf seiner Website über Funk-Wasserzähler schreibt, woher er sein Wissen hat, kann einem die Tränen in die Augen treiben - Hurra, es lebe die Desinformation!

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Angst, Ziel, Smart-Meter, Wasserzähler

Funk-Wasserzähler in Oberndorf: technische Daten

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 04.03.2015, 23:07 (vor 1723 Tagen) @ H. Lamarr

Zudem verschweige die Stadtgemeinde die Nachteile der Funkzähler. Ein großes Problem sei der Elektrosmog, der durch eine Vielzahl an elektronischen Geräten ohnehin bereits eine Gefährdung darstelle. Mit den Wasserfunkzählern „ist man einer noch größeren elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt“, so Thür.

Nein, Herr Thür irrt: der Elektrosmog ist bei Funk-Wasserzählern kein großes Problem, auch kein kleines, sondern gar keines.

Weil das ohne Belege jedoch nur leere Worte wären, habe ich bei der Stadtgemeinde angefragt und innerhalb weniger Stunden substanzielles technisches Material zu den Funk-Wasserzählern bekommen, die im österreichischen Oberndorf verbaut werden sollen.

Herr Thür schreibt auf seiner Website: Selbst das Land Salzburg warnt in der Broschüre „Elektrosmog im Alltag“ vor den permanenten Funkwellen des Wasserzählers die alle 16 Sekunden senden, nur damit der Zählerstand einmal im Jahr abgefragt werden kann.

Getretener Quark wird breit, nicht stark. Es ist völlig sinnfrei, alle 16 Sekunden zu senden und damit die Batterie zu leeren, nur um 1-mal im Jahr den Zählerstand abzufragen. Das hätte mMn auch Herrn Thür auffallen müssen.

Tatsächlich ist es in Oberndorf anders: Die Funk-Wasserzähler senden dort alle 14 Sekunden :-P. Jedoch mit nur maximal 20 mW Sendeleistung für die Dauer von 4 Millisekunden im Zeitfenster von 7 Uhr bis 16 Uhr an zwei Tagen pro Woche. Draußen fährt während so einer Sendephase ein Fahrzeug des Wasserversorgers langsam vorbei und sammelt die drahtlos auf 868 MHz übertragenen Zählerstände ein. Wegen des großen Tastverhältnisses (14 Sekunden zu 4 Millisekunden) beträgt der Mittelwert der Sendeleistung vernachlässigbare 5,7 Mikrowatt. Nur so ist auch zu erklären, dass die Batterie der Funk-Wasserzähler in Oberndorf mindestens 6 Jahre durchhalten soll.

Unter diesen Umständen das Wort "Elektrosmog" überhaupt in den Mund zu nehmen ist unverantwortlich und unqualifiziert. Jeder der ein Handy benutzt, und ich bin sicher auch Herr Thür hat eines, setzt sich bedenkenlos vieltausendfach höherer Immissionen aus (um genau zu sein, im GSM900-Modus ist die mittlere Sendeleistung eines Handys bis zu 43860-mal höher als die eines Funk-Wasserzählers, den man sich überdies nicht an den Kopf hält).

Die Funk-Wasserzähler in Oberndorf sind eigentlich gar keine. Denn die dort verbauten Wasserzähler (Modell Modularis der Fa. Wehrle) bleiben wo sie sind. Es wird diesen Wasserzählern lediglich ein Funkaufsatzmodul der Fa. Engelmann Sensor hinzugefügt. Die Batterie ist in diesem Funkmodul fest verbaut, sie kann nicht ausgewechselt werden. Macht nichts, da in Österreich ohnehin alle 5 Jahre Wasserzähler gegen frisch kalibrierte ausgetauscht werden müssen, bei dieser Gelegenheit wird dann das Funkaufsatzmodul gleich mit getauscht.

Wie so ein Wasserzähler inklusive Funkaufsatzmodul (untere Bildhälfte) aussieht, zeigt das folgende Bild von der Website der Fa. Bernhardt. Das vermeintliche Strahlenmonster ist dort erst auf dem zweiten Blick schemenhaft zu erkennen.

[image]

Ist jetzt noch die Frage offen: Wie oft fährt der Wasserversorger in Oberndorf mit einem Servicefahrzeug durch die Straßen, um den Stand der Wasserzähler abzufragen? Diese Frage habe ich zu nachtschlafener Zeit dem Rathaus in Oberndorf gestellt, sollte Antwort eintreffen, behalte ich diese nicht für mich.

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Oberfeld, Radiästhesie, Verband-Baubiologie, Verbandsarbeit, Aerztekammer, Smart-Meter, Wasserzähler

Funk-Wasserzähler in Oberndorf: technische Daten

Der Rutengeher ⌂ @, Kirchberg im Holzland, Donnerstag, 05.03.2015, 16:30 (vor 1723 Tagen) @ H. Lamarr

Ist jetzt noch die Frage offen: Wie oft fährt der Wasserversorger in Oberndorf mit einem Servicefahrzeug durch die Straßen, um den Stand der Wasserzähler abzufragen? Diese Frage habe ich zu nachtschlafener Zeit dem Rathaus in Oberndorf gestellt, sollte Antwort eintreffen, behalte ich diese nicht für mich.

In meiner Zeit als Wassermeister hätte ich mir sowas auch schon gewünscht!

Der Wasserverorger wird wohl nur einmal im Jahr zur Regulären Ablesung durchfahren, er hat ja anderes auch zu tun!
Eine mögliche Variante wäre noch, wenn ein unerklärlicher Wasserverlust zu vermelden ist, daß dieser mittels Zwischenablesung eventuell geortet werden kann!

Wen der gute Mann aus diesem Grund Angst wegen Funksmog hat, dann ist er gegebenenfalls zu bedauern!

Aber bitte nur wen wer Zeit hat!

Bester Gruß, der Rutengeher

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mit Herz, Leib und Seele!

Funk-Wasserzähler: Antwort aus Oberndorf

H. Lamarr @, München, Freitag, 06.03.2015, 09:34 (vor 1722 Tagen) @ Der Rutengeher

Der Wasserverorger wird wohl nur einmal im Jahr zur Regulären Ablesung durchfahren, er hat ja anderes auch zu tun!
Eine mögliche Variante wäre noch, wenn ein unerklärlicher Wasserverlust zu vermelden ist, daß dieser mittels Zwischenablesung eventuell geortet werden kann!

Das hast du richtig gesehen, Hans, wie die folgende Antwort aus dem Oberndorfer Rathaus zeigt:

Das Zeitfenster für 2 Tage in der Woche von 07:00 – 16:00 Uhr wurde in Absprache mit den Kollegen des Wasserwerkes und in Bezug auf die Lebensdauer der Batterie gewählt.

Es wäre auch möglich gewesen, zb. an 5 Tagen zu senden oder an 7 Tagen mit weniger Stunden Sendezeit am Tag. Aufgrund der Lebensdauer der Batterie wäre dies jedoch wiederum nur für 5 Monate möglich gewesen.

Der Grund warum wir uns für das jetzt gewählte Zeitfenster entschieden haben ist folgender:

Wenn unsere Kollegen vom Wasserwerk einen erhöhten Mehrverbrauch im Wasserleitungsnetz der Stadtgemeinde Oberndorf feststellen, was häufig vorkommt, können diese nun leichter feststellen, ob sich der Rohrbruch auf öffentlichem Gebiet oder im Objekt bzw. auf dem Grundstück eines Bürgers befindet.

Auf diese Art und Weise wird der Bürger sicher auch dankbar sein, wenn seitens der Stadtgemeinde Oberndorf ein Defekt im Haus festgestellt werden kann.

Wir haben ca. 15 Fälle im Jahr an dem die Bürger bei der Ablesung der Zählerstände (also viel zu spät) draufkommen, dass ein Überdruckventil oder ähnliches defekt war. In einigen Fällen sind somit pro Objekt einige hundert m³ an Wasser verbraucht worden.

WANN so ein Rohrbruch passiert, ist natürlich von niemandem vorhersehbar. Darum muss gewährleistet sein, dass der Zählerstand seitens des Wasserwerkes jede Woche abgelesen werden kann!

Es würde also, um einen Rohrbruch zu suchen, nichts nützen, nur an 1 oder 2 Tagen im Jahr (z.B. nur im Oktober) oder mit eine Verringerung der Sendezeit zu funken. Wie oft es in Zukunft die Situation erfordert und eine Fehlersuche durchgeführt wird und somit Gebietsweise die Zähler abgelesen werden, zeigt sich erst in der Praxis.

Da jedoch von den Funkmodulen keine Strahlengefahr ausgeht und auch die Sicherheit der Daten lt. Herstellerfirma gegeben ist, hielten wir geringe Sendezeiten für beide Seiten als nicht zielführend.

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