Neues von WIK: EMF-Brief (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 13.12.2013, 22:39 (vor 3338 Tagen)

Dieser Strang will auf den regelmäßig erscheinenden EMF-Brief von WIK hinweisen. Ältere und nicht verlinkte Ausgaben gibt es <hier>.

Der „EMF Brief“ bietet aktuelle Nachrichten aus Forschung und gesellschaftlicher Diskussion zu den Wirkungen elektromagnetischer Felder (EMF) auf Mensch und Umwelt. Der Bezug der Publikation ist kostenlos, sie kann in der Rubrik "Service" abonniert werden.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

EMF-Brief 119-2013

H. Lamarr @, München, Freitag, 17.01.2014, 13:04 (vor 3304 Tagen) @ H. Lamarr

Ausgabe 119 vom 13. Dezember 2013 (PDF)

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Neues von WIK: EMF-Brief 119-2013: "wuff" merkt's nicht

Alexander Lerchl @, Sonntag, 15.12.2013, 16:54 (vor 3336 Tagen) @ H. Lamarr

Ausgabe 119 vom 13. Dezember 2013 (PDF)

Heute schreibt "wuff": "Von seinem neuesten Rattenexperiment hört man auffällig nichts. Wurde es stillschweigend beerdigt?"

Herr W.K. sollte mal den WIK-Brief lesen und den dort enthaltenen Link anklicken. Dann wird er bestimmt wieder eine detaillierte "Studienkritik" in ca. 400 Folgen verfassen...

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Neues von WIK: EMF-Brief 119-2013: "wuff" merkt's nicht

charles ⌂ @, Sonntag, 15.12.2013, 17:52 (vor 3336 Tagen) @ Alexander Lerchl

Na ja, bei DORIS wurde offensichtlich nichts gefunden.

Aber andere Ratten erfuhren schon etwas.
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23720885?dopt=Abstract .

Indian J Biochem Biophys. 2013 Apr;50(2):114-9.

Effect of low level microwave radiation exposure on cognitive function and oxidative stress in rats.

Deshmukh PS, Banerjee BD, Abegaonkar MP, Megha K, Ahmed RS, Tripathi AK, Mediratta PK.

Environmental Biochemistry and Molecular Biology Laboratory, Department of Biochemistry, University College of Medical Sciences & G.T.B. Hospital, University of Delhi, Dilshad Garden, Delhi 110095, India.

Abstract
Use of wireless communicating devices is increasing at an exponential rate in present time and is raising serious concerns about possible adverse effects of microwave (MW) radiation emitted from these devices on human health. The present study aimed to evaluate the effects of 900 MHz MW radiation exposure on cognitive function and oxidative stress in blood of Fischer rats. Animals were divided into two groups (6 animals/group): Group I (MW-exposed) and Group II (Sham-exposed). Animals were subjected to MW exposure (Frequency 900 MHz; specific absorption rate 8.4738 x 10(-5) W/kg) in Gigahertz transverse electromagnetic cell (GTEM) for 30 days (2 h/day, 5 days/week). Subsequently, cognitive function and oxidative stress parameters were examined for each group. Results showed significant impairment in cognitive function and increase in oxidative stress, as evidenced by the increase in levels of MDA (a marker of lipid peroxidation) and protein carbonyl (a marker of protein oxidation) and unaltered GSH content in blood. Thus, the study demonstrated that low level MW radiation had significant effect on cognitive function and was also capable of leading to oxidative stress.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Tags:
, Studie, WIK, Ratten, PubMed

Neues von WIK: EMF-Brief 119-2013: "wuff" merkt's nicht

Kuddel, Sonntag, 15.12.2013, 18:16 (vor 3336 Tagen) @ charles

Aus dem EMF Portal

during exposure rats were restrained in a closed box (30 cm x 20 cm x 15 cm) divided in 4 compartements with holes of 1 cm for ventilation; 6 rats were placed within the device in two such boxes simultaneously

Je 4 Ratten für 2 Stunden in einer Box, kleiner als ein Schuhkarton ?
Das müssen aber sehr kleine Ratten gewesen sein. Ob die wohl betäubt waren ?

SAR = 84.738 µW/kg

Donnerwetter, die Dosimetrie der Inder grenzt ja in ihrer "Stärke" und "Präzision" schon an baubiologische Verhältnisse.

K

Neues von WIK: EMF-Brief 119-2013: "wuff" merkt's nicht

Alexander Lerchl @, Sonntag, 15.12.2013, 18:38 (vor 3336 Tagen) @ Kuddel

Aus dem EMF Portal

during exposure rats were restrained in a closed box (30 cm x 20 cm x 15 cm) divided in 4 compartements with holes of 1 cm for ventilation; 6 rats were placed within the device in two such boxes simultaneously

Je 4 Ratten für 2 Stunden in einer Box, kleiner als ein Schuhkarton ?
Das müssen aber sehr kleine Ratten gewesen sein. Ob die wohl betäubt waren ?

Das erinnert mich an die Salama-Story mit den eingepferchten Kaninchen (alle 3 Studien zurückgezogen). Das müffelt mal wieder gewaltig.

SAR = 84.738 µW/kg

Donnerwetter, die Dosimetrie der Inder grenzt ja in ihrer "Stärke" und "Präzision" schon an baubiologische Verhältnisse.

:yes:

K

A

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Neues von WIK: EMF-Brief 119-2013: "wuff" merkt's nicht

Dr. Ratto, Montag, 16.12.2013, 16:03 (vor 3335 Tagen) @ Kuddel

Je 4 Ratten für 2 Stunden in einer Box, kleiner als ein Schuhkarton ?
Das müssen aber sehr kleine Ratten gewesen sein.

Männliche Fischer 344 Ratten mit Gewicht von 150 - 200 g. Das ist klein, Männchen dieser Linie sollen mit 12 Wochen ein Gewicht von durchschnittlich 250 g erreichen.
http://www.harlan.com/products_and_services/research_models_and_services/research_models/fischer_344_inbred_rat.hl

Ob die wohl betäubt waren ?

Waren sie nicht.

Eine Studie an insgesamt 12 Tieren ist nicht aussagkräftig. Die Expositionsbestimmung (SAR Berechnung) entspricht nicht dem heutigen Stand des Wissens, das macht man richtig in anatomischen Modellen. Zu Scheinexposition steht da: The sham-exposed group was subjected to similar conditions, except to MW exposure. Was bedeutet "similar" (ähnlich), war es nun identisch wie es sein soll oder nur ähnlich? Zu Verblindung steht da kein Wort, deswegen nehme ich an dass die Studie nicht verblindet war. Das ist bei Beobachtungen von Tierverhalten aber essentiell. Diese Gruppe hat schon mal eine sehr ähnliche Arbeit publiziert, mit derselben Methode und sehr ähnlichen Ergebnissen, der berechtete SAR Wert weicht allerdings ab.

Dr. Ratto

Tags:
Doppelblind, Research

Indischer Zahlensalat

Kuddel, Montag, 16.12.2013, 23:14 (vor 3335 Tagen) @ Dr. Ratto
bearbeitet von Kuddel, Montag, 16.12.2013, 23:45

Diese Gruppe hat schon mal eine sehr ähnliche Arbeit publiziert, mit derselben Methode und sehr ähnlichen Ergebnissen, der berechtete SAR Wert weicht allerdings ab.

Die Beschreibung des Versuchsaufbaus ist einerseits ausführlich aber andererseits lückenhaft. Die Zahlenangaben im Text sind irgenwie "wirr" und passen überhaupt nicht zusammen.

Da wäre zunächst einmal die Skizze, in welcher man einen Signalgenerator sieht, einen Hf-Leistungsverstärker,die Spannungsversorgung des Verstärkers und die GTEM Zelle.

Zunächst einmal muß man wissen, dass der R&S Signalgenerator typischerweise eine Leistung bis zu 20mW "von sich aus" abgeben kann.
Es gibt aber keinerlei Angaben zum "Power Amplifier", weder die mögliche Ausgangsleistung, noch dessen Verstärkung noch warum er "da" ist.

Im Text steht mehrfach:
The microwave exposed groups were exposed to 900 MHz and 1800 MHz microwave radiation at power 0.00 dBm (1 mW) in a transverse electromagnetic cell (TEM) cell.

Da fragt sich der Techniker, warum man einen Power Amplifier benötigt, wenn der Signalgenerator doch problemlos von sich aus 1mW liefern kann.


Was bedeutet das nun ?
1mW in die GTEM Zelle ?
1mW in den nicht näher erwähnten Leistungsverstärker ?
Oder 1mW pro Ratte ? => Aber wie kommt dann der geringe SAR Wert von 0,6mW/kg zustande ?

Dann steht da:
The power density at plane of animal cages was 1.68 W/m² (at 900 MHz) and 1.72 W/m² (at 1800 MHz).

Mir ist schleierhaft, wie man mit 1 Milliwatt Leistung in eine GTEM Zelle diese Leistungsflußdichten erzeugen kann. Möglich wäre dies nur mit dem oben erwähnten Power Amplifier, zu dem es aber keine Angaben gibt.

Dann steht da:
The power received by animals in the chamber was 0.2408 mW.

Das wäre ziemlich viel, wenn nur 1mW in die GTEM Zelle eingespeist wurde. Also doch "mehr" durch den Leistungsverstärker ?

Sind diese 0,24mW pro Ratte gemeint, oder zusammen für alle 6 Ratten ?

Bei 0,24mW pro Ratte und einem SAR von 600uW/kg...müßte die Ratte 400g wiegen.
Bei 0,24W für 6 Ratten kämen 0,04mW auf eine Ratte. Für ein SAR von 600uW dürfte die Ratte nicht mehr als 70g wiegen.
Im Text steht aber 150..200 Gramm. Oder wurden nicht Ganzkörper SAR, sondern irgendwelche Eindringtiefen berücksichtigt ?

Dann steht da :
Specific absorption rate (SAR) distribution was calculated by Power Balance Method using the following equation 17 :Pabs per mouse = 1/n (Pin − Pout − Prefl)
where, Pabs= RF power in watt absorbed per animal,n = number of animals within the cell, Pin = input power (watt), Pout = output power (watt), and Prefl = reflected power (Watt).

Ich frage mich, wie man "Pout" bestimmen kann, wenn, wie in der Skizze, am Ende der Zelle ein Pyramidenabsorber angebracht ist, dessen real absorbierte Leistung man nicht ohne weiteres bestimmen kann. ..und wie wurde die reflektierte Leistung bestimmt ?

Dann steht da:
The uniformity of electric field was experimentally checked by means of measurements performed with an E-field probe (Rohde & Schwarz NRV- Z32) inserted into the TEM cell through a slit wall.

Das R&S NRV-Z32 ist aber gar keine E-Field-Probe, sondern ein Power Meter. Welche "Probe" hat man denn nun verwendet ?

Ferner frage ich mich, wie bei der im Text angegbenen Leistungsflussdichte von 1,68W/m² ein SAR von nur 600uW/kg zustande kommen könnte und wie sie bestimmt wurde.

Nehmen wir an, eine Ratte belegt mit ihrem Körper eine Fläche von 8*3cm = 24cm²=0,0024m²
Dann müßte die Ratte bei einer Flußdichte von 1,68W/m2 grob geschätzt 4mW Leistung aufnehmen. Bei 200g Gewicht pro Ratte wären das 20mW/kg und nicht 600uW/kg.

Irgendwie passen sämtliche im Text erwähnten Zahlen überhaupt nicht zusammen und auch die Beschreibung der Expositionsanlage weist Inkonsistenzen auf (Rolle des Power Amplifiers?). Der komplette Vorgang der SAR Bestimmung ist "wirr".
Der geneigte Leser kann sich nur darauf verlassen, dass die Autoren wußten was sie tun und wie man einen SAR korrekt bestimmt. Die wirren und widersprüchlichen Zahlenangaben im Text (1mW, 0,24mW, 0,6mW/kG, 1,68W/m²) lassen mich aber daran zweifeln das die Autoren ihre Expositionsanlage selbst "verstanden" haben.

K

Indischer Zahlensalat

Dr. Ratto, Dienstag, 17.12.2013, 12:58 (vor 3335 Tagen) @ Kuddel

Die Beschreibung des Versuchsaufbaus ist einerseits ausführlich aber andererseits lückenhaft. Die Zahlenangaben im Text sind irgenwie "wirr" und passen überhaupt nicht zusammen.

Der geneigte Leser kann sich nur darauf verlassen, dass die Autoren wußten was sie tun und wie man einen SAR korrekt bestimmt. Die wirren und widersprüchlichen Zahlenangaben im Text (1mW, 0,24mW, 0,6mW/kG, 1,68W/m²) lassen mich aber daran zweifeln das die Autoren ihre Expositionsanlage selbst "verstanden" haben.

Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Mein Gefühl ist auch dass die "Wissenschaftler" überhaupt nicht wussten was sie da eigentlich tun. Der biologische Teil ist leider nicht besser.

Widersprüchliche Angaben zur Scheinexposition und fehlende Verblindung habe ich bereits erwähnt.

Verhaltenstests bei Tiere sollten so durchgeführt werden, dass möglichst wenig durch den Experimentator eingegriffen wird. Die folgenden Angaben sprechen dagegen:

"The animal which could not enter the closed arm within 90s were gently pushed to in one of the closed arms..."

"The animal which could not find the platform up to 3 min were deliberately placed on the platform...."

Das ist manchmal notwendig, wenn sich die Tiere total verirren, sollte aber eine Ausnahme sein. Wie häufig eingegriffen werden musste ist nicht angegeben. Fatal ist dabei, dass die Person des Experimentators dann oft einen größeren Einfluss auf das Tierverhalten hat als die Exposition. Alle Versuche sollten von derselben Person durchgeführt werden. Wie dies gehandhabt wurde ist nicht erwähnt.

Standard bei der Auswertung von Tierverhalten ist, es zunächst auf video aufzunehmen und dann den zurückgelegten Weg und die Bewegungen der Tiere mit standardisierten Computerprogrammen (z.B. NOLDUS) auzuwerten, vorzugsweise verblindet. Im vorliegenden Artikel wurde nur die Zeit bis das Tier eine bestimmte Position erreicht hat oder wie lange es sich dort aufgehalten hat registriert. Ob registriert bedeutet mit technischen Mitteln aufgezeichnet, oder einfach nur durch den Experimentator aufgeschrieben, bleibt unklar.

"Elevated plus maze" ist ein Test um die Ängstlichkeit der Tiere zu testen und als Gedächtnistest ungeeignet. Es hat zwei offene un zwei geschlossenen Arme. Je weniger Angst die Tiere haben, um so länger halten sie sich sich in den offenen Armen auf. Natürlich lernen sie von Tag 1 zu Tag 2, wo der Versteck ist. Sie kennen dann aber auch die Situation und haben weniger Angst, wolen also vielleicht gar nicht rein. Das wirkt gegeneinander und das Ergebnis kann beliebig als verschlechterets Gedächtnis oder weniger Angst interpretiert werden.

Insgesamt ist die Studie wirklich wirr und sagt nichts aus.

"wuff" hat's gemerkt: Folge 6 von ???

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 30.01.2014, 16:41 (vor 3290 Tagen) @ Alexander Lerchl

Herr W.K. sollte mal den WIK-Brief lesen und den dort enthaltenen Link anklicken. Dann wird er bestimmt wieder eine detaillierte "Studienkritik" in ca. 400 Folgen verfassen...

... inzwischen ist Folge 6 fertig.

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Neues von WIK: EMF-Brief 123-2014

H. Lamarr @, München, Freitag, 17.01.2014, 13:06 (vor 3304 Tagen) @ H. Lamarr

Ausgabe Ausgabe 123 vom 15. Januar 2014 (PDF)

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