Elektrosmog-Report verbreitet Falschinformation (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 13.07.2012, 00:20 (vor 2748 Tagen)

Dies ist einer der Motoren der Elektrosmogdebatte: In die Welt gesetzte fehlerhafte Informationen werden von der Laienbewegung der Mobilfunkgegner nicht erkannt, sondern fleißig weiter verbreitet. Das Ergebnis nach mehr als zehn Jahren Debatte ist ein nicht mehr zu rodendes Dickicht von spektakulären Falschaussagen, Halbwahrheiten und Behauptungen, das sich um einen unspektakulären Kern mit Wahrheiten rankt.

Das jüngste Beispiel dafür gibt Ausgabe 7 des Elektrosmog-Report 2012.

Auf Seite 3 ist dort eine Studienbesprechung nachzulesen, der zufolge Hochfrequenzfelder in Niederösterreich seit 2006 gestiegen sind.

Die Besprechung gilt der Arbeit von Johannes Tomitsch und E. Dechant "Trends in residential exposure to electromagnetic fields from 2006 to 2009".

Leider bringt der Elektrosmog-Report in seiner Besprechung die Dimensionen durcheinander und schreibt statt Mikrowatt pro Quadratmeter die Dimension Milliwatt pro Quadratmeter (siehe Bild). Die Immission wird dadurch fälschlich um den Faktor 1000 zu hoch angegeben!

[image]

Der Median bei GSM beträgt also nicht aufregende 16,2 mW/m², sondern nur höchst bescheidene 16,2 µW/m². Und der dramatische Wert von 848 mW/m² schrumpft auf weniger als der "Salzburger Vorsorgewert". Kein Grund für Alarm also, kein Grund zur Sorge.

Im hese-Forum funktioniert bei Teilnehmer "soso" jedoch die Plausibilitätskontrolle zum wiederholten male nicht. Er pickt sich die höchsten Werte aus der Falschmeldung des Elektrosmog-Report heraus und setzt diese ins hese-Forum:

Elektrosmogreport Juli 2012 meldet einen Anstieg des Medianwerts der summarischen häuslichen Hochfrequenzbelastung in Niederösterreich von 2006 bis 2009 um 44% auf 60,43 mW/m². Das arithmetische Mittel betrug 848 mW/m².

Kein Mobilfunkgegner störte sich an dieser Kolportage, es blieb zuerst dem Skeptiker "Raylauncher" vorbehalten, berechtigte Zweifel an den genannten Werten anzumelden.

Wäre der Vorfall ein Einzelfall, dieses Posting gäbe es nicht. Die Desinformation in der Szene der Mobilfunkgegner ist jedoch beängstigend dicht und sie wird dort vom Gros der Akteure (Laien) nicht erkannt. Diese Laien vertrauen blind darauf, dass sie von ihren Feuerleitoffizieren korrekt und kompetent mit Munition versorgt werden. Dies aber ist nicht der Fall, aus dem Bauch und aus schlechten Erfahrungen heraus behaupte ich sogar, dass die fehlerhafte, falsche oder verzerrte Information in der Szene seit eh und jeh die Oberhand über Wahres hat.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Fehler, Falschmeldung, Elektrosmog-Report, Elektrosmog, Salzburger Vorsorgewert, Kolportage, Tomitsch

Elektrosmog-Report verbreitet Falschinformation

charles ⌂ @, Freitag, 13.07.2012, 11:18 (vor 2748 Tagen) @ H. Lamarr

Nee Spatenpauli,

Sie sind hier auch wieder selektiv.

Sie haben meine Stellungnahme bei hese vom 11 Juli übersehen.
Ich bin zwar kein Mobilfunkgegner, sondern versuche die allgemeine Elektrosmogbelastung zu mindern.
Und zwar für die Minderheit der 25% der Bevölkerung, die ein geschädigtes Immunsystem haben.

--
Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Charles verbreitet Falschinformation

helmut @, Nürnberg, Freitag, 13.07.2012, 12:29 (vor 2748 Tagen) @ charles

Und zwar für die Minderheit der 25% der Bevölkerung, die ein geschädigtes Immunsystem haben.


Und zwar für die Minderheit der 2,5% der Bevölkerung, die ein geschädigtes Immunsystem haben.

Charles Sie haben das Komma vergessen! :yes:

MfG
Helmut

--
In der Mobilfunk-BI und
"In der Abendsonne kann selbst ein kleiner Zwerg große Schatten werfen" (frei nach Volker Pispers)


Meine Kommentare sind stets als persönliche Meinungsäußerung aufzufassen

Charles verbreitet richtige Informationen

charles ⌂ @, Freitag, 13.07.2012, 15:39 (vor 2748 Tagen) @ helmut

Nein Helmut,

die 25% sind richtig.

75% hat noch ein funktionierendes Immunsystem, welche die kritische Schwelle noch gar nicht erreicht hat.
Bei *normale* Elektrosmog-Belastungen wird diese Gruppe auch in den kommenden Jahren keine Probleme erfahren.

Die restliche 25% haben ein geschädigtes Immunsystem, durch sehr unterschiedliche Ursachen.

Nur ein kleines Teil von diesen 25% ist Elektrosensitive.
Ich schätze so 1%.

Da keine Registrierung stattfindet ist der genaue Anzahl leider nicht bekannt.

Elektrosensitive können aber schon bei sehr winzige Elektrosmog Mengen mit körperliche Beschwerden reagieren.
So kenne ich mehrere ehemalige Elektrosensitive, die gar nicht mehr reagieren auf Sendemasten, DECT, usw, aber noch immer auf bestimmte winzige Magnetfeldern.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Elektrosmog-Report verbreitet Falschinformation

H. Lamarr @, München, Freitag, 13.07.2012, 20:49 (vor 2747 Tagen) @ charles

Nee Spatenpauli,

Sie sind hier auch wieder selektiv.

Sie haben meine Stellungnahme bei hese vom 11 Juli übersehen.

Doch, Charles, Ihren Einwand habe ich durchaus gesehen. Nur, "Raylauncher" war nun mal der erste, der auf den Fehler hingewiesen hat - und nichts anderes habe ich geschrieben:

... es blieb zuerst dem Skeptiker "Raylauncher" vorbehalten, berechtigte Zweifel an den genannten Werten anzumelden.

Diese Avaaz-Petition gegen Elektrosmog, sie wird von vielen Niederländern unterstützt. Haben Sie eine gute Erklärung dafür, wird z.B. die Petition auch in den Niederlanden mit Rundmails beworben?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Elektrosmog-Report verbreitet Falschinformation

charles ⌂ @, Freitag, 13.07.2012, 21:13 (vor 2747 Tagen) @ H. Lamarr

Hallo Spatenpauli,

stimmt das Raylauncher der erste war.
Nur, Sie schrieben: Kein Mobilfunkgegner störte sich an dieser Kolportage, es blieb zuerst dem Skeptiker "Raylauncher" vorbehalten, berechtigte Zweifel an den genannten Werten anzumelden.
Also, war Raylauncher nicht der einzige.

Ja, öfters bekomme ich auch Einladungen um an Avaaz Teil zu nehmen.
Aber ich mache das nicht, weil es nach meiner Meinung nichts nützt.
Auch an Demonstrationen nehme ich nicht Teil.
*Viel Geschrei, wenig Wolle!*

Mir ist die Wolle wichtig, aber Baumwolle ist keine Schafwolle.

Ich sehe das anders. Eine Welt ohne Mobilfunk, oder Elektrosmog ist nicht realisierbar.Die meiste Menschen sind süchtig geworden.
Was wir brauchen sind Elektrosmogfreie Gegende, wo Elektrosensitive sich erhohlen können, und an ihre *Heilung* arbeiten können.
Später können sie dann, wie die übliche 75%, wieder ein *normales* Leben leiten.

--
Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Es wird niemals EHS-Reservate geben

H. Lamarr @, München, Freitag, 13.07.2012, 21:51 (vor 2747 Tagen) @ charles

Hallo Spatenpauli,

stimmt das Raylauncher der erste war.
Nur, Sie schrieben: Kein Mobilfunkgegner störte sich an dieser Kolportage, es blieb zuerst dem Skeptiker "Raylauncher" vorbehalten, berechtigte Zweifel an den genannten Werten anzumelden.
Also, war Raylauncher nicht der einzige.

Vorschlag zur Güte: "Raylauncher" ist der erste Skeptiker und Sie sind der erste Elektrosmoggegner, die den Fehler im "Fachinformationsdienst" Elektrosmog-Report erkannt haben.

Ja, öfters bekomme ich auch Einladungen um an Avaaz Teil zu nehmen.
Aber ich mache das nicht, weil es nach meiner Meinung nichts nützt.
Auch an Demonstrationen nehme ich nicht Teil.
*Viel Geschrei, wenig Wolle!*

Gar keine Wolle! Denn die EU ist für Grenzwertfragen gar nicht zuständig, das ist Sache der Mitgliedsstaaten.

Mir ist die Wolle wichtig, aber Baumwolle ist keine Schafwolle.

Sie meinen wahrscheinlich Kohle (Kies, Knete, Moos ...), nicht Wolle ;-).

Ich sehe das anders. Eine Welt ohne Mobilfunk, oder Elektrosmog ist nicht realisierbar.Die meiste Menschen sind süchtig geworden.

Ja, kann man so sehen, ohne rot zu werden.

Was wir brauchen sind Elektrosmogfreie Gegende, wo Elektrosensitive sich erhohlen können, und an ihre *Heilung* arbeiten können.

Dieser Vorschlag ist mMn der pure Unsinn. Es wird niemals Dörfer mit EHS geben, denn ohne Publikum gibt es auch keinen Krankheitsgewinn. Deshalb werden EHS einen Teufel tun, und in die Belanglosigkeit eines langweiligen EHS-Reservats abtauchen, wo sie nur eine(r) unter mehreren wären und der Status "etwas Besonderes zu sein" verloren geht.

Später können sie dann, wie die übliche 75%, wieder ein *normales* Leben leiten.

Diese Chance sehe ich nur dann, wenn sich die Leute ihre EMF-Phobie (Angststörung) von kompetenten Psychotherapeuten nehmen lassen. Solange EHS bei jedem wissenschaftlichen Test versagen (und in die hinlänglich bekannten Ausreden flüchten), sehe ich keinen Anlass, meinen Standpunkt zu revidieren. Bis vor ein paar Jahren habe ich noch "an EHS geglaubt" (Bauch), nach einer langen Kette von Pleiten-Pech-und-Pannen mit EHS habe ich - Sie wissen es - mein Meinungsbild gründlich revidiert (Kopf).

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Krankheitsgewinn, Pleiten

Elektrosmog-Report bringt Fehlerberichtigung

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 30.08.2012, 19:19 (vor 2699 Tagen) @ H. Lamarr

Elektrosmogreport Juli 2012 meldet einen Anstieg des Medianwerts der summarischen häuslichen Hochfrequenzbelastung in Niederösterreich von 2006 bis 2009 um 44% auf 60,43 mW/m². Das arithmetische Mittel betrug 848 mW/m².

Die Redaktion des Elektrosmog-Report wurde von Johannes Tomitsch, Autor des wissenschaftlichen Original-Artikel, auf die Fehler hingewiesen. Vielleicht nur deshalb erschien in der August-Ausgabe (widerwillig) die Berichtigung. Ein Wort des Bedauerns oder eine Entschuldigung, wie sonst im Blätterwald üblich, blieb aus. Stattdessen räumt die Redaktion ein, es seien "einige Fehler entstanden". Soso, entstanden sind sie also ... Das ist feinstes Passiv. Das Passiv kommt immer dann zum Zug, wenn einer keinen Täter nennen möchte, die Schuld an der Schlamperei trägt jetzt etwas Düsteres, das Fehler aus dem Nichts entstehen lässt :no:.

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Tags:
Klarstellung, Elektrosmog-Report, Berichtigung, Schlamperei

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