Odenwaldkreis - Falsche Schlüsse eines Hessen (Allgemein)

Skeptiker, Freitag, 21.10.2011, 07:33 (vor 2970 Tagen)

Unter dem Titel "Odenwald kommt schneller ins Netz - ohne LTE" zitiert im Forum des hese-project der dortige Teilnehmer "Hesse" einen Beitrag des Hessischen Rundfunks.

Vor lauter Begeisterung kopiert er ihn auch gleich vollflächig aus der hr-online-Homepage ins Forum des hese-project - und folgert:

"Na geht doch! Wunderbar, ohne Funkbelastung!
Gratulation auch an die Odenwälder BI's, die zu der Entscheidungsfindung Glasfasernutzung statt Funk beigetragen haben."

Da fragt man sich, ob das Thema überhaupt verstanden worden ist.

Bestand denn im hessischen Odenwaldkreis die Streitfrage "Glasfasernetzausbau oder Funknetzausbau"?

Doch wohl kaum.

Beim Aufbau eines Glasfasernetzes geht es um die Aufrüstung auf schnellere Leitungsinfratstruktur. Jeder an das Internet angeschlossene Verbraucher kennt das: Die angebotenen Geschwindigkeiten erhöhten sich in den vergangenen Jahren stetig. Der Schritt von Kupfer- zu Glaskabeln ist in dieser Entwicklung ein weiterer technologischer Schritt. Lange angekündigt schon, von schnellen Glasfasernetzen sprach man auch schon in den 90ern. Nun, mit der Notwendigkeit der Übertragung immer größerer Datenmengen, werden die Kapazitäten auf diesem technischen Weg erhöht.

Das ist also der Zug der Zeit. Und hat nichts mit dem Ausbau und der Modernisierung der Funknetze zu tun, wo es um die Versorgung mit mobilen Geräten geht - mittels Funk eben, wo der kommende Standard LTE heisst.

Der im Forum des hese-project scheinbar festangestellte "Hesse" baut seiner Mitleserschaft also einen Popanz auf. Und freut sich zu früh. Denn davon, dass im Odenwaldkreis die mobile Kommunikation abgeschafft werden soll, ist bisher nichts bekannt geworden.

Tags:
LTE, Falsche Schlüsse, Glasfaser, Popanz

Mühlental - Falsche Schlüsse eines Hessen

Skeptiker, Sonntag, 06.11.2011, 08:08 (vor 2954 Tagen) @ Skeptiker

Im Hese-Forum berichtet ein Sprecher des hessischen Mobilfunkwiderstandes über Erfolge im Kampf gegen den LTE-Ausbau im angrenzenden Thüringen:

Gratulation zu dem Riesenerfolg an die dortige „BI Mühlentalfreunde“ und dem Gemeinderat Arndt Doll. Das Engagement hat sich gelohnt!
Man darf gespannt sein, inwieweit der dortige Widerstand bezüglich der Einführung von TETRA/BOS sich weiter entwickeln wird. Der jetzige Standard wird jedenfalls von den verantwortlichen Gemeinderäten kritisch bewertet.
http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/AUERBACH/Breitband-DSL-per-Festnetz-statt-mit-Funkloesung-artikel7807699.php

Lässt man die heisse Luft aus diesem Lobgesang entweichen, dann kann man jedoch auch für das thüringische Mühlental und Umgebung feststellen:
1. LTE kommt als neuer Funkstandard.
2. LTE verhilft mobil zu Geschwindigkeiten auf DSL-Level.
3. Der Ausbau eines Glasfasernetzes bis ins hinterste Gehöft ist teuer.

Man übergeht dort nun eine mögliche Zwischenlösung LTE und setzt auf vollständigen Glasfaserausbau.

Auffallend: Die "BI Mühlental" ist, wie verschiedene andere dortige BIs auch, das Werk eines einzelnen Eifrigen, des Gemeinderates Arndt Doll, welcher offenbar zu jedem greifbaren Thema nicht nur Gemeinderatspolitik macht, sondern sich zu "seinen" Themen gleich eine Bürgerinitiative dazugründet.

Man wünscht sich dort wohl überhaupt so ein bißchen die Ruhe und den Frieden vergangener Jahrzehnte zurück.

So wie es aussieht, wird man den auch bekommen. Auch Thüringen hat mit einem Phänomen zu kämpfen, das seit einiger Zeit unter dem Stichwort "Landflucht" thematisiert wird. Ein Zusammenhang mit Aktivitäten wie denen eines selbstgewissen Gemeinderates kann aber nur vermutet werden.

Tags:
LTE, Thüringen, Festnetz, Glasfaser, Flucht, Hessen

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