Bundsamt für Bevölkerungsschutz nutzt Tetra- und Analoggeräte (Berichtigungen)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 05.10.2011, 00:03 (vor 3202 Tagen)

Der Extrem-Elektrosensible Uli Weiner scheut keine Mühe, gegen den neuen digitalen Behördenfunk "Tetra" Front zu machen. Jede noch so kleine Nachricht, die Tetra in ein schlechtes Licht stellt, wird aufgegriffen, interpretiert und weiter verbreitet. So berichtete Weiner am 22. August 2011: "Nachdem sich die Bayrische Bergwacht bereits entschieden hat, ihr analoges BOS-Funknetz auszubauen und auf den TETRA-Digitalfunk zu verzichten, [...], hat jetzt auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz nachgezogen und setzt auf die bewährte analoge Funktechnik."

Die Nachricht des Extrem-Elektrosensiblen sickerte bis zu den Kreisgrünen in Fulda durch, deren Sprecherin sie am 23. September 2011 in einer Presse-Information so darbot: "Längst hat ein Umdenken bei Rettungskräften etc. eingesetzt: Die Bergwacht Bayern kehrt zum alten analogen Funksystem zurück, da TETRA sich für ihre Aufgaben als unbrauchbar erwiesen hat. Erstaunlicherweise vertraut ihm auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz nicht: Es kaufte 500 analoge BOS-Funkgeräte."

Vermutlich wurden die Kreisgrünen von den beiden Mitgliedern des Vereins Diagnose-Funk in ihren Reihen mit der Nachricht Weiners infiziert.

Aber: Stimmt das denn überhaupt, was der Extrem-Elektrosensible und die Fulda-Grünen behaupten?

Das IZgMF hat beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz nachgefragt, und bekam von der stellv. Pressesprecherin Elena Weber folgende Auskunft, die den Vorgang in einem ganz anderen Licht zeigt:

"Es ist richtig, dass der Bund für die Fahrzeuge analoge Handsprechfunkgeräte beschafft. Diese Festlegung ist erfolgt, weil die vorgesehene mobile Kommunikation mit diesen Geräten auf die Einsatzstelle begrenzt bleibt. Hierzu sind tragbare Geräte ausreichend, die eine Reichweite von mehreren hundert Metern besitzen. Eine Anbindung an eine (ggf. digitale) Leitstelle ist nicht vorgesehen. Beschafft werden handelsübliche analoge Funkgeräte mit ausgereifter Technik, die einen minimalen Schulungsbedarf auslösen.

Im Gegensatz hierzu dienen die im Fahrzeug fest eingebauten Funkgeräte des GW San [Anm. Spatenpauli: Gerätewagen Sanitätsdienst] der Anbindung der Fahrzeugbesatzung an die Leitstelle. Diese Geräte werden sowohl in digitaler als auch analoger Technik ausgeführt, um die Erreichbarkeit je nach Einsatzort sicher zu stellen. Das Fahrzeug wird also sowohl digitale als auch analoge Funktechnik mitführen."

Damit sollte klar gestellt sein: Uli Weiner, und in seinem Windschatten die Fulda-Grünen, verbreiten - wieder einmal - eine irreführende Meldung, die so zurecht gebogen wurde, dass sie für die Stimmungsmache gegen Tetra passt.

[Nachtrag vom 10. Oktober 2011: Wie sich infolge Rückfrage bei der Bergwacht Bayern herausstellte, ist die angeblich negative Einstufung von Tetra durch die Bergretter ebenfalls eine Verdrehung der tatsächlichen Einschätzung, die lautet: Die Bergwacht Bayern ist und bleibt erklärter Erstteilnehmer des zukünftigen digitalen Behördenfunkes in Bayern.]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Politik, Die Grünen, BOS, TETRA, Weiner, Gerücht, Digitalfunk, Behördenfunk, Fulda, Bundesamt, Bevölkerungsschutz

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