Handys steigern Glukose-Stoffwechsel in Gehirn (Forschung)

Gast, Mittwoch, 23.02.2011, 10:59 (vor 3862 Tagen)

Das Gehirn reagiert laut einer neuen Studie auf die Strahlung von Handys sensibel: Es erhöht den Glukose-Stoffwechsel in Hirnbereichen nahe der Schläfen. Welche Auswirkung das hat, ist jedoch unklar.

In zwei Versuchen trugen die Probanden an beiden Ohren Mobiltelefone, ohne deren Betriebszustand zu kennen. Einmal blieben beide Geräte abgeschaltet. Im anderen Durchgang dagegen empfing das rechte Handy 50 Minuten lang einen Anruf, war dabei aber auf stumm gestellt.

Für den Glukose-Verbrauch des gesamten Gehirns fanden die Forscher keine Unterschiede zwischen beiden Versuchen. Aber in zwei Arealen nahe der Schläfe stieg der Stoffwechsel bei eingeschaltetem Mobiltelefon um etwa sieben Prozent. Beide Regionen, der orbitofrontale Kortex und der temporale Pol, lagen besonders dicht an der Antenne des Gerätes. Das zeige, dass das Gehirn sensibel auf die elektromagnetische Strahlung von Handys reagiere, folgern die Wissenschaftler.

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Glukose-Stoffwechsel

Handys steigern Glukose-Stoffwechsel in Gehirn

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 23.02.2011, 11:28 (vor 3862 Tagen) @ Gast

Das Gehirn reagiert laut einer neuen Studie auf die Strahlung von Handys sensibel: Es erhöht den Glukose-Stoffwechsel in Hirnbereichen nahe der Schläfen. Welche Auswirkung das hat, ist jedoch unklar.

In zwei Versuchen trugen die Probanden an beiden Ohren Mobiltelefone, ohne deren Betriebszustand zu kennen. Einmal blieben beide Geräte abgeschaltet. Im anderen Durchgang dagegen empfing das rechte Handy 50 Minuten lang einen Anruf, war dabei aber auf stumm gestellt.

Jetzt ist nur die Frage, was mit "abgeschaltet" gemeint ist. Wenn das der Flugmodus wäre (Gerät an, aber keine HF-Exposition), ok. Wenn nicht, also wenn das Handy tatsächlich "aus" war, sind beide Situationen - bis auf HF - nicht gleich, da das Handy im Flugmodus wärmer ist als im abgeschalteten Zustand. Ich besorge mir mal den Artikel und melde mich wieder.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

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HF-Exposition

Handys steigern Glukose-Stoffwechsel in Gehirn

Doris @, Mittwoch, 23.02.2011, 11:47 (vor 3862 Tagen) @ Alexander Lerchl
bearbeitet von Doris, Mittwoch, 23.02.2011, 12:21

Das Gehirn reagiert laut einer neuen Studie auf die Strahlung von Handys sensibel: Es erhöht den Glukose-Stoffwechsel in Hirnbereichen nahe der Schläfen. Welche Auswirkung das hat, ist jedoch unklar.

Diese Sache geht schon seit 2 Tagen durch's Netz. Die Arbeit ist von Nora D. Volkow. Im Netz gibt es nur den Abstract dieser Arbeit.

Louis Slesin widmet sich der Sache auch. ---> hier

Fragen zur Volkow-Studie

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.02.2011, 23:19 (vor 3862 Tagen) @ Alexander Lerchl

Ich besorge mir mal den Artikel und melde mich wieder.

Mich würde interessieren, mit welcher Leistungsstufe das Handy während der Sendephase gearbeitet hat und ob der DTX-Modus berücksichtigt wurde. Ich gehe mal davon aus, dass Volkow unter kontrollierten Bedingungen gearbeitet hat und das Handy mit einem Funkmessplatz dazu stimuliert wurde, konstant mit einer bestimmten Leistungsstufe zu senden. Was waren das überhaupt für Handys: GSM, UMTS, CDMA?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Fragen zur Volkow-Studie

Doris @, Mittwoch, 23.02.2011, 23:27 (vor 3862 Tagen) @ H. Lamarr

Mich würde interessieren, mit welcher Leistungsstufe das Handy während der Sendephase gearbeitet hat und ob der DTX-Modus berücksichtigt wurde. Ich gehe mal davon aus, dass Volkow unter kontrollierten Bedingungen gearbeitet hat und das Handy mit einem Funkmessplatz dazu stimuliert wurde, konstant mit einer bestimmten Leistungsstufe zu senden. Was waren das überhaupt für Handys: GSM, UMTS, CDMA?

Samsung cell phones (model SCH-U310), transmitting and receiving CDMA signals, with a maximum specific absorption rate (SAR) of 0.901 W/Kg in the head

so steht's zumindest im Artikel von microwave

Fragen zur Volkow-Studie

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.02.2011, 23:40 (vor 3862 Tagen) @ Doris

Samsung cell phones (model SCH-U310), transmitting and receiving CDMA signals, with a maximum specific absorption rate (SAR) of 0.901 W/Kg in the head

so steht's zumindest im Artikel von microwave

Danke! Der maximale SAR-Wert erreicht also bei höchster Sendeleistung weniger als 50 % der (hierzulande) erlaubten 2 W/kg. Jetzt bin ich mal auf die Dosimetrie gespannt, welcher tatsächliche SAR-Wert (< 0,9 W/kg?) bei dem Experiment wirksam war, womöglich liegt der Wert noch merklich tiefer.

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Schlimmer als befürchtet ...

Alexander Lerchl @, Samstag, 26.02.2011, 17:45 (vor 3859 Tagen) @ Alexander Lerchl

Das Gehirn reagiert laut einer neuen Studie auf die Strahlung von Handys sensibel: Es erhöht den Glukose-Stoffwechsel in Hirnbereichen nahe der Schläfen. Welche Auswirkung das hat, ist jedoch unklar.

In zwei Versuchen trugen die Probanden an beiden Ohren Mobiltelefone, ohne deren Betriebszustand zu kennen. Einmal blieben beide Geräte abgeschaltet. Im anderen Durchgang dagegen empfing das rechte Handy 50 Minuten lang einen Anruf, war dabei aber auf stumm gestellt.

Jetzt ist nur die Frage, was mit "abgeschaltet" gemeint ist. Wenn das der Flugmodus wäre (Gerät an, aber keine HF-Exposition), ok. Wenn nicht, also wenn das Handy tatsächlich "aus" war, sind beide Situationen - bis auf HF - nicht gleich, da das Handy im Flugmodus wärmer ist als im abgeschalteten Zustand. Ich besorge mir mal den Artikel und melde mich wieder.

Ok, jetzt habe ich den Artikel, und es ist schlimmer, als ich befürchtet hatte.

Mein Verdacht, dass die Scheinexposition nicht arte legis durchgeführt wurde, stimmt. Die "on condition" war, dass das rechts am Kopf befindliche Handy ein-, das andere auf der linken Seite ausgeschaltet war. Das eingeschaltete Handy war im "mute" Modus, die Probanden konnten also nichts hören. Die "off condition" war, dass beide Handys ausgeschaltet waren. Besser wäre es gewesen, das rechte Handy eingeschaltet, aber im Flugmodus laufen zu lassen. Damit wäre die Erwärmung, die ja auch zum Ergebnis beigetragen haben könnte, als Störfaktor die gleiche gewesen.

Die "Dosimetrie" entspricht leider auch nicht minimalen Standards. Es ist erstens überhaupt nicht klar, mit welcher Leistung das eingeschaltete Handy gesendet hat. Es wurde lediglich kontrolliert, ob es ein Signal bei 837.8 MHz aussendet. Ob eine Leistungsregelung aktiv war, wurde nicht mitgeteilt. In einer Abbildung wird die relative Feldstärke farbig im Gehirn dargestellt. Welche absoluten Werte auftraten, wurde nicht mitgeteilt. Es ist also zweitens nicht klar, welche SAR-Werte im Gehirn der Probanden auftraten.

Die Publikation ist allerdings als "Preliminary Communication" (vorläufige Mitteilung) erschienen. Man darf daher hoffen, dass in der endgültigen Studie die genannten Fehler vermieden werden.

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Exposition, Dosimetrie, Feldstärke, Probanden

Handys steigern Glukose-Stoffwechsel in Gehirn

helmut @, Nürnberg, Donnerstag, 24.02.2011, 19:08 (vor 3861 Tagen) @ Gast

Ein Mobiltelefon erwärmt sich bei einem 50 minütigen Telefonat.
Es tritt also u.a. auch Wärmestrahlung auf die zu diesem Effekt führen könnte

MfG
Helmut

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In der Mobilfunk-BI und
"In der Abendsonne kann selbst ein kleiner Zwerg große Schatten werfen" (frei nach Volker Pispers)


Meine Kommentare sind stets als persönliche Meinungsäußerung aufzufassen

Handys steigern Glukose-Stoffwechsel in Gehirn

Sektor3, Donnerstag, 24.02.2011, 20:07 (vor 3861 Tagen) @ helmut

Bei der Erzeugung von Glukose durch die gute alte oxygene Photosynthese erfolgt der Glukose-Stoffwechsel jedenfalls noch traditionell durch Einsteins Photoeffekt - energiereiche Photonen (Licht) brechen Wassermoleküle in Sauerstoff und Wasser auf.

MWn sind der seriösen Wissenschaft solche Effekte bei langwelligen elektromagnetischen Wellen (ohne die nötige Photonenenergie) unbekannt.

MMn basieren solche Meldungen deshalb weniger auf naturwissenschaftlichen als auf imaginären Stoffwechseln. Vielleicht kann ja mal wer untersuchen, ob monetäre Stoffwechsel Auswirkungen auf diese imaginären Stoffwechsel haben - potentielle "Confounder" sozusagen.

Das NIDA

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 24.02.2011, 20:34 (vor 3861 Tagen) @ Sektor3

MMn basieren solche Meldungen deshalb weniger auf naturwissenschaftlichen als auf imaginären Stoffwechseln. Vielleicht kann ja mal wer untersuchen, ob monetäre Stoffwechsel Auswirkungen auf diese imaginären Stoffwechsel haben - potentielle "Confounder" sozusagen.

Noras Laden macht aber einen aufgeräumten und seriösen Eindruck, wobei ich jetzt auf die Schnelle allerdings nichts gefunden habe, was belegt, dass es eine unverdächtige staatliche Institution ist. Auf mich wirkt das NIDA zumindest so.

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Das NIDA

Sektor3, Freitag, 25.02.2011, 08:26 (vor 3861 Tagen) @ H. Lamarr

Noras Laden macht aber einen aufgeräumten und seriösen Eindruck, wobei ich jetzt auf die Schnelle allerdings nichts gefunden habe, was belegt, dass es eine unverdächtige staatliche Institution ist. Auf mich wirkt das NIDA zumindest so.

Das National Institute on Drug Abuse (NIDA) gehört zu den National Institutes of Health (NIH) und dieses wiederum zum US-Gesundheitsministerium. In den Staaten sind sie die wichtigste Behörde für biomedizinische Forschung.

Die Frage, ob alle Doktoren, die sich in staatlichen Stellen rumtreiben, auch seriöse Wissenschaft betreiben, wird bekanntlich auch und gerade in Deutschland heftig diskutiert. Bei den angeblichen "Pseudo-Photoeffekten" (Mobilfunkstrahlung beeinflußt angeblich Glukose-Stoffwechsel im Gehirn) habe ich so meine Zweifel.

Handys steigern Glukose-Stoffwechsel in Gehirn

Doris @, Mittwoch, 02.03.2011, 22:57 (vor 3855 Tagen) @ Gast

Das Gehirn reagiert laut einer neuen Studie auf die Strahlung von Handys sensibel: Es erhöht den Glukose-Stoffwechsel in Hirnbereichen nahe der Schläfen. Welche Auswirkung das hat, ist jedoch unklar.

Im aktuellen WIK-EMF Brief gibt es eine ausführliche Stellungnahme zu der diskutierten Studie. Auch die Überbewertung der Studie durch die Medien und durch das die Arbeit begleitende Editorial von Lai und Hardell wird kritisiert.

Das üble Treiben der Weissloch-Füller-Bande

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 03.03.2011, 00:36 (vor 3855 Tagen) @ Doris

Auch die Überbewertung der Studie durch die Medien und durch das die Arbeit begleitende Editorial von Lai und Hardell wird kritisiert.

Als die "Süddeutsche" 2007 mal mit der Schlagzeile titelte "Handys können Krebs auslösen", machte postwendend der Ressortleiter für Wissenschaft und Medizin beim stern seinem Ärger über die seiner Meinung nach dramatische Überhöhung der zugrunde liegenden Studie Luft. Im Gegensatz zu Hans-Ueli macht er das jedoch pointiert, so dass es nett und einleuchtend zu lesen ist.

Worauf ich raus will ist aber nicht diese Kollegenschelte, sondern einer der dazu abgegebenen Kommentare, der mir wegen seiner Wortschöpfung Weissloch-Füller ausgesprochen gut gefällt. Aber lesen Sie selbst:

Bravo, Bravissimo,
Sehr schön, wenn die Leute vom Stern die dilettantische Panikmache bei anderen Blättern erkennen und anprangern. Aber wie war das noch gleich, als der Stern hier in Sachen Passivrauch die italienische Meldung kommentarlos übernommen hat, wonach ein halbes Jahr nach Einführung des Rauchverbots in der Gastronomie in der Provinz Piemont die Herzinfarkte um 33 % zurückgegangen seien. Hätte man nämlich diese Meldung genauso kritisch und unter wissenschaftlich statistischen Erwägungen betrachtet, wäre nämlich genau dasselbe herausgekommen wie bei der Analyse des Artikels der SZ. Handystrahlenpanik und Passivrauchpanik sind nämlich Kinder desselben journalistischen Ehepaares mit dem sinnigen Doppelnamen: Weissloch-Füller

Wobei mir schwant "sektor3" könnte auch in diesem Kommentar, den von ihm angeprangerten Camouflage-Trick erkennen: Die als falsch leicht erkennbare Handystrahlenpanik wird geopfert, um die in Wahrheit berechtigte Passivrauchpanik ebenfalls in Misskredit zu bringen :surprised:. Das kann man so sehen, ob dies jedoch (im Januar 2007) Absicht des Kommentarschreibers war - wir werden es nie erfahren. Wäre vielleicht mal eine Doktorarbeit wert, wissenschaftlich genau zu erforschen, wie hoch der Anteil derartiger Manipulations-Konstrukte in gut frequentierten Medien ist. Nein, an unseren künftigen Bundeskanzler als Doktoranden habe ich jetzt nicht gedacht.

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