Elektrosmog in Hybridfahrzeugen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.01.2011, 00:11 (vor 3213 Tagen)

"Ich fahre seit einem Jahr einen Toyota Prius 3 und habe jetzt im Internet einen Bericht gelesen, nach dem vor allem der rechte hintere Sitzplatz elektromagnetisch stark belastet ist. Stimmt das?"

Baubiologe Wolfgang Maes weiß Antwort ...

Kostprobe: "...zumeist geht es um Magnetfelder, deren Stärke in Nanotesla gemessen wird."

Verbesserungsvorschlag: Pikotesla ergeben noch 1000-mal furchterregend höhere Werte.

Geschäftsmodell: Wer sichergehen möchte, dass er ein "elektrosmogarmes" Auto ersteht, kann die Feldbelastung vor dem Kauf von einem qualifizierten Baubiologen messen lassen. [siehe Ende verlinkter Text]

Klingelingeling!

Liebe Mitstreiter murmeln: Die zocken nicht ab, die wollen nur helfen.

Ökotest? Für mich: Indiskutabel!

Hintergrund
Mit Wolfgang Maes beschäftigt Ökotest jemanden, der sich das Zitat eines Lieblingsgegners schon mal zurechtbiegt, damit es besser zum Alarmschlagen taugt.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Oeko-Test, Maes, Dienstleistung, Hybrid

Elektrosmog in Hybridfahrzeugen

Gast, Freitag, 28.01.2011, 10:10 (vor 3213 Tagen) @ H. Lamarr

Baubiologe Wolfgang Maes weiß Antwort ...

Seriöse Auskunft über Elektrosmog in Autos und Hybridfahrzeugen gibt es beim Schweizer Bundesamt für Gesundheit.

Elektrosmog in Hybrid- und Elektrofahrzeugen

Gast, Montag, 31.01.2011, 22:46 (vor 3209 Tagen) @ Gast

Seriöse Auskunft über Elektrosmog in Autos und Hybridfahrzeugen gibt es beim Schweizer Bundesamt für Gesundheit.

Noch eine seriöse Quelle: Im Auftrag des BfS untersuchte die Seibersdorf Labor GmbH, Österreich, die Exposition durch Magnetfelder alternativer Antriebskonzepte. Nachfolgend ein Auszug aus der Zusammenfassung der 158 Seiten umfassenden Arbeit:

Alternative Antriebskonzepte sind in den vergangenen Jahren zunehmend in den Forschungsfokus der Automobilindustrie gerückt. Zu den derzeit prominentesten Konzepten zählen zweifellos Elektro-Hybridantriebe und reine Elektroantriebe, die gegenwärtig von einigen wenigen Herstellern bereits in Form von (einigen wenigen) Serienfahrzeugtypen realisiert wurden. Mit solchen Fahrzeug- bzw. Antriebskonzepten verknüpft ist naturgemäß der Umstand, dass leistungsstarke elektrische bzw. elektronische Komponenten (Elektromotoren, Leistungselektronik, Batterien) im Auto verbaut werden müssen und sich damit in unmittelbarer Nähe zu den Fahrzeuginsassen befinden. Aus strahlenschutztechnischer Sicht drängt sich daher die Frage nach der von diesen Komponenten bzw. von der Verkabelung zwischen diesen Komponenten verursachten Magnetfeldimmissionen im Inneren der Fahrzeuge und der damit verbundenen Exposition der Fahrzeugpassagiere auf.

Im Rahmen dieses Vorhabens wurden die Magnetfeldimmissionen in ausgewählten Vertretern der gegenwärtig bereits verfügbaren Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektroantrieb messtechnisch erhoben und entsprechend den ICNIRP Richtlinien aus dem Jahr 1998 strahlenschutztechnisch beurteilt. Zusätzlich erfolgte eine Beurteilung der erhobenen Immissionsdaten hinsichtlich einer möglichen Gefährdung von Herzschrittmacherpatienten auf Basis von DIN VDE 0840-3-1. Als zu untersuchende Fahrzeugkategorien wurden Hybrid PKWs (Honda Civic IMA, Toyota Prius, Lexus GS 450h), PKWs mit reinem Elektroantrieb (Panda Electric, Doblo Electric), Nutzfahrzeuge (Daimler Atego BlueTec Hybrid LKW und PEFRA Schlepper 780), sowie ein Nahverkehrsbus (Urbino18 Hybrid) festgelegt. Nachdem in allen untersuchten Fahrzeugen festgestellt wurde, dass sich die relevanten Spektralanteile auf den Frequenzbereich unterhalb von ca. 80 kHz beschränkten, erfolgten alle Immissionsmessungen im Frequenzbereich von 0 Hz - 100 kHz. Als Messgröße wurde jeweils der Zeitverlauf der magnetischen Flussdichte aufgezeichnet und einer frequenzselektiven Bewertung gemäß den ICNIRP Richtlinien unterzogen, wobei zur Vermeidung systematischer Überbewertungen der Immissionen ein Verfahren mit phasenrichtiger Summierung der Einzelspektralkomponenten verwendet wurde.

In den untersuchten Hybrid-PKWs lagen die lokal auftretenden Maximalimmissionen im Honda Civic IMA bei ca. 35%, im Toyota Prius bei ca. 29% und im Lexus GS 450h bei ca. 34% des ICNIRP-Referenzwertes für die Allgemeinbevölkerung. In den untersuchten Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb lag diese Bewertungsgröße bei ca. 3% im Panda Electric und bei ca. 25% im Doblo Electric. Diese Maximalwerte treten in den meisten Fällen lokal stark begrenzt, am Fahrer- und Beifahrerplatz typischerweise im Fuß- und Unterschenkelbereich auf. In manchen Fällen, bei ungünstiger Lage der Batterie bzw. der Verkabelung unmittelbar unter oder hinter der Rückbank, wurden (je nach Fahrzeug stark unterschiedlich) auch im Unterleibsbereich auf der Rückbank Immissionswerte bis zu maximal 34% des Referenzwertes gemessen. Alle genannten Maximalwerte traten während des Bremsens oder Beschleunigens auf. Während annähernd stationärer Fahrverhältnisse liegen die Immissionswerte, abhängig von der betrachteten Messposition, teilweise deutlich unterhalb der genannten Maximalwerte.

Zum Volltext der Arbeit (PDF, 9,5 MByte)

Tags:
VDE, Hybrid

Elektrosmog in Hybrid- und Elektrofahrzeugen

hans, Dienstag, 01.02.2011, 00:23 (vor 3209 Tagen) @ Gast

Warum so viel Aufwand? Die Spezialisten vom Nachbarforum haben sich des Themas schon lange angenommen.

SSK (2013): Elektrosmog in Hybrid- und Elektrofahrzeugen

H. Lamarr @, München, Sonntag, 16.09.2018, 23:34 (vor 424 Tagen) @ Gast

Alternative Antriebskonzepte für Kraftfahrzeuge sind in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt. Zu den derzeit prominentesten Konzepten zählen Elektro-Hybridantriebe und reine Elektroantriebe, die gegenwärtig von einigen Automobilherstellern bereits in Serienfahrzeugen realisiert werden. Mit solchen Antriebs-konzepten ist der Umstand verknüpft, dass leistungsstarke elektrische und elektronische Komponenten (Elektromotoren, Batterien, Umrichter und Zuleitungen) im Auto eingebaut sind und sich damit in unmittelbarer Nähe zu den Fahrzeuginsassen befinden. Die elektrischen Felder dieser Komponenten werden weitgehend von der Metallkarosserie des Fahrzeugs abgeschirmt. Die magnetischen Felder sind dagegen für die Expositionsbeurteilung der Fahrzeuginsassen in der Regel relevant, was die Frage nach der Sicherheit medizinischer Implantate mit beinhaltet.

Schmid et al. (2009) haben die Magnetfeldimmissionen in ausgewählten Vertretern von Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieb messtechnisch erhoben und strahlenschutz-technisch beurteilt. Untersucht wurden Hybrid-PKWs, PKWs mit reinem Elektroantrieb, Hybrid-Nutzfahrzeuge und ein Hybrid-Nahverkehrsbus. Es wurde ermittelt, dass sich die relevanten Spektralanteile auf den Frequenzbereich unterhalb von ca. 80 kHz beschränkten.

In den untersuchten Hybrid-PKWs lagen die lokal auftretenden Maximalimmissionen zwischen 29 % und 35 % der Referenzwerte der EU-Ratsempfehlung 1999/519/EG. In den untersuchten Elektrofahrzeugen wurden Werte zwischen 3 % und 25 % ermittelt. Diese Maximalwerte traten in den meisten Fällen lokal stark begrenzt am Fahrer- und Beifahrerplatz typischerweise im Fuß- und Unterschenkelbereich primär während des Bremsens und Beschleunigens auf. Während annähernd stationärer Fahrverhältnisse lagen die Immissions-werte teilweise deutlich unter den genannten Maximalwerten. Im untersuchten Nahverkehrs-bus wurden am exponiertesten Fahrgastplatz bis zu 19 % des Referenzwertes der EU-Ratsempfehlung 1999/519/EG erreicht.

Die erhobenen Maximalwerte liegen in ähnlicher Größenordnung wie die Immissionen im Fahrgastbereich von Eisenbahnzügen. Da sich in der Zukunft die Anzahl verfügbarer Fahrzeuge mit Elektroantrieb rasant erhöhen wird und deren elektrische Betriebsparameter verändern dürften, sollte die Exposition technikbegleitend überwacht werden.

Quelle: Elektromagnetische Felder neuer Technologien - Statusbericht der Strahlenschutzkommission (2013)

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum