EHS-Reservat in Italien mit bis zu 100 µW/m² (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 13.11.2010, 15:50 (vor 3766 Tagen)

Eine fixe Idee von EHS ist die Schaffung von funkfeldfreien Reservaten, sogenannten EHS-Schutzzonen.

Extrem-EHS Uli Weiner hatte so etwas 2004 in Sachsen vor (Funklochmühle), später wurde diese Idee von einer Handvoll EHS in Frankreich aufgegriffen, die ein illegal besetztes Gelände Mitte 2010 jedoch räumen mussten und kürzlich brachte der MDR in seinem Auslandsmagazin "Windrose" einen knapp 5-minütigen Beitrag, demzufolge ein EHS-Reservat jetzt in Italien, 50 km südöstlich von Bologna gefunden wurde.

Der kurze MDR-Beitrag wurde in den einschlägigen Foren der MCS-Kranken und Elektrosensiblen ausgiebig vorgestellt.

Inhaltlich geht es dort um jemanden wie Uli Weiner, der in Italien jedoch Rocco Panzavolta heißt und ebenfalls einen Strahlenschutzanzug besitzt. Im Gegensatz zu Uli verzichtet Rocco bei seinem Anzug auf einen Werbesticker.

Rocco soll früher beisteter Bergsteiger und Sporttaucher gewesen sein, seit es ihn 2004 schwer mit EHS (und MCS) erwischt hat, beklagt er, hätten sich Freunde und Familie von ihm abgewandt, alle glaubten, er sei ein Spinner. In dem neu gefundenen EHS-Reservat hofft er nun auf Linderung seiner Beschwerden, die in schweren "Zusammenbrüchen" gipfeln würden. Von irgendwelchen Anstalten, seine subjektiv empfundene Notlage zu objektivieren (Teilnahme an wissenschaftlichen Test oder Untersuchungen), berichtet der MDR-Beitrag nichts.

In Italien gelten nach Auskunft eines im Film gezeigten italienischen Messtechnikers zwei unterschiedliche Grenzwerte. Dort, wo man sich länger als 4 Stunden ununterbrochen aufhalten kann sind es 6 V/m, ansonsten sind 20 V/m zulässig.

Im neuen EHS-Reservat ist es allerdings keineswegs so feldarm, wie es den Anschein hat, laut dem Messtechniker sind Werte bis zu 0,2 V/m möglich (das sind gut 100 µW/m²). Die Oberammergauer Extrem EHS Suzanne S. könnte sich dort nicht aufhalten, eigenen Angaben zufolge spürt sie bereits Werte unter 1 µW/m². Tatsächlich sind Werte von 100 µW/m² und weniger auch in einer Großstadt wie München häufig anzutreffen, zumal auf einer im MDR-Beitrag gezeigten Karte mit Messwerten aus dem italienischen EHS-Refugium auch 0,9 V/m zu erkennen sind (gut 2 mW/m²!). Im Vergleich zum französischen EHS-Reservat, das bis zu 900 µW/m² aufwies, sind die Italiener mit 100 µW/m² allerdings besser gestellt.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Schutzzonen, Notlage, EHS-Erholungsheim, Objektivieren, Wohnprojekt, MDR, Reservate, Schwanenteich, Funklochmühle

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum