Leistungsregelung bei GSM-Handys in der Kritik

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 09.06.2005, 22:23 (vor 6389 Tagen)

Wolfram König, Präsident des Bundesamt für Strahlenschutz, über die Leistungsregelung von GSM-Handys

"In einem Forschungsvorhaben wurde das Regelverhalten von Handys hinsichtlich der Sendeleistung in alltäglichen Situationen untersucht. Dabei konnten die ersten Ergebnisse die oftmals behauptete Effektivität der Leistungsregelung nicht bestätigen. Es sieht derzeit so aus, dass der häufig diskutierte und im Zusammenhang mit dem "Blauen Engel" auch kritisierte SAR Wert zur Beschreibung der unterschiedlichen Geräte durchaus geeignet ist. Dies ist eine erfreuliche Bestätigung unserer Bemühungen, strahlungsarme Handymodelle mit dem "Blauen Engel" zu kennzeichnen."

Gefunden von Stefan Greger

Quelle: http://www.emf-forschungsprogramm.de/veranstaltungen/p_rede_3fg.html

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Leistungsregelung bei GSM-Handys in der Kritik

Schutti @, Freitag, 10.06.2005, 09:38 (vor 6388 Tagen) @ H. Lamarr

Wolfram König, Präsident des Bundesamt für Strahlenschutz, über die Leistungsregelung von GSM-Handys

"In einem Forschungsvorhaben wurde das Regelverhalten von Handys hinsichtlich der Sendeleistung in alltäglichen Situationen untersucht. Dabei konnten die ersten Ergebnisse die oftmals behauptete Effektivität der Leistungsregelung nicht bestätigen. Es sieht derzeit so aus, dass der häufig diskutierte und im Zusammenhang mit dem "Blauen Engel" auch kritisierte SAR Wert zur Beschreibung der unterschiedlichen Geräte durchaus geeignet ist. Dies ist eine erfreuliche Bestätigung unserer Bemühungen, strahlungsarme Handymodelle mit dem "Blauen Engel" zu kennzeichnen."

Er soll sich mal wissend machen wie die Leistungsregelung funktioniert.
BTS und Handy tauschen laufend die Werte aus wie gut jeder den jeweis anderen Empfängt.
Danach wird die Leistung eben rauf oder runtergedreht.

Abhängig ist das von der Empfindlichkeit der Empfänger und wie stark der Störnebel ist.
Man kann es optimieren indem man an den Empfangsantennen der BTS Empfangsverstärkern (vorzugsweise direkt am Masten oben an der Antenne) anbringt.
Beim Handy geht nicht viel, leider wird auf gute Empfangsleistung vom Kunden wenig Wert gelegt.
Die Mobilfunkzeitschriften scheinen dieses Thema auch nicht aufzugreifen.

GSM ist technisch gesehen Technik aus den 90ern.
Es wurde zwar öfters modernisiert aber an den Grundstrukturen hat sich nix geändert.

Die Leistungsregelung bei UMTS ist schon sehr viel ausgereifter.
Nur wird man UMTS TEchnik nicht so schnell auf GSM Frequenzen bei uns finden da man damit das ganze bestehende System umschmeissen müsste.

Schutti

Leistungsregelung bei GSM-Handys in der Kritik

H. Lamarr @, München, Freitag, 10.06.2005, 18:29 (vor 6388 Tagen) @ Schutti

Wolfram König, Präsident des Bundesamt für Strahlenschutz, über die Leistungsregelung von GSM-Handys

"In einem Forschungsvorhaben wurde das Regelverhalten von Handys hinsichtlich der Sendeleistung in alltäglichen Situationen untersucht. Dabei konnten die ersten Ergebnisse die oftmals behauptete Effektivität der Leistungsregelung nicht bestätigen. Es sieht derzeit so aus, dass der häufig diskutierte und im Zusammenhang mit dem "Blauen Engel" auch kritisierte SAR Wert zur Beschreibung der unterschiedlichen Geräte durchaus geeignet ist. Dies ist eine erfreuliche Bestätigung unserer Bemühungen, strahlungsarme Handymodelle mit dem "Blauen Engel" zu kennzeichnen."

Er soll sich mal wissend machen wie die Leistungsregelung funktioniert.
BTS und Handy tauschen laufend die Werte aus wie gut jeder den jeweis anderen Empfängt.
Danach wird die Leistung eben rauf oder runtergedreht.

Er beruft sich doch nur auf eine Studie, die der GSM-Leistungsregelung offenbar keine guten Noten gibt. Könnte die Studie von Prof. Wuschek sein, die wir hier schon mal vor kurzem angesprochen hatten. Sicherheitshalber noch einmal der Hinweis: In der vorliegenden Publikation zu der Studie (erschienen bei der FGF) sind in Tabelle 3 die Spaltenüberschriften der beiden Spalten rechts außen vertauscht.

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Leistungsregelung bei GSM-Handys in der Kritik

Raylauncher @, Sonntag, 19.06.2005, 23:16 (vor 6379 Tagen) @ H. Lamarr

Die Effizienz der Power-Control ist primär von der Funkfelddämpfung und der Interferenzsituation auf den benutzten Kanälen abhängig. Beide Größen sind umso günstiger, je näher sich die Basisstation beim Nutzer befindet und je regulärer die Netzstruktur ist, mit einer dadurch bedingten hohen Zuordnungswahrscheinlichkeit.

Konkret bedeutet das, dass die aus Gründen der angeblichen Strahlenminimierung immer wieder geforderte Verlagerung von Stationen nach außerhalb der bebauten Gebiete eben genau diesem Anspruch nicht gerecht wird. Denn diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass dort wo die Nutzer sich hauptsächlich aufhalten - nämlich im bebauten Gebiet - eine hohe Funkfelddämpfung zur nächsten Basisstation und ein erhöhtes Interferenzpotential besteht. Beides bewirkt, dass eine Leistungsreduzierung beim Handy nicht oder kaum zum Tragen kommen kann.

Wer eine wirkungsvolle Leistungsregelung beim Handy fordert, muss die Stationen dort zulassen, wo sich die Nutzer hauptächlich aufhalten:
a.) in den Zentren der Ortschaften und
b.) bei größeren Städten in einem regelmäßigen Raster ohne Lücken.

Raylauncher

Im Prinzip richtig Raylauncher, aber ...

H. Lamarr @, München, Montag, 20.06.2005, 23:31 (vor 6378 Tagen) @ Raylauncher

Konkret bedeutet das, dass die aus Gründen der angeblichen Strahlenminimierung immer wieder geforderte Verlagerung von Stationen nach außerhalb der bebauten Gebiete eben genau diesem Anspruch nicht gerecht wird.

In technischer Hinsicht sind Ihre Ausführungen sicherlich richtig. Und dennoch kann ich Ihnen nicht zustimmen, weil Sie hier die Strahlungsminimierung für Handyaner mit der Strahlungsminimierung der Anwohner von Basisstationen vertauschen. Handyaner sind nach dem Verursacherprinzip selbst verantwortlich für Ihr tun. Mit denen habe ich deshalb wenig Mitleid, wenn die Leistungsregelung ihrer Handys deshalb nicht so recht funktioniert, weil der Mast außerhalb der Ortsgrenzen steht. Dort aber ist er mit Sicherheit gut aufgehoben, weil er nicht kräftig durch ein paar unglückliche Nahfeldanwohner hindurchstrahlen muss.

Solange Sender vorwiegend waagerecht abstrahlen und dabei diejenige unanständig heftig durchstrahlen, die das Pech haben, zufälligerweise nahe eines Masten zu wohnen, solange wird es Ärger geben. Anders wär's, wenn die Sender hoch über unseren Köpfen wären und niemand mehr durchstrahlt werden müsste weil die Strahlung fast senkrecht von oben kommt, wie beim Satellitenfernsehen. Was halten Sie denn von den entsprechenden Versuchen mit diesen hochfliegenden (etwa 30 km) schwebenden Plattformen? Spricht irgendetwas technisch grundsätzlich dagegen, zukünftig solche Plattformen für die Sendeantennen des zellularen Mobilfunks zu verwenden? Zum (Handy-)Empfang könnten ja theoretisch die bisherigen BS-Antennen weiterverwendet werden.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Fliegende Mobilfunkantennen, Verursacherprinzip, Zürich, ETH, Alavi

Im Prinzip richtig Raylauncher, aber ...

Schutti @, Dienstag, 21.06.2005, 12:44 (vor 6377 Tagen) @ H. Lamarr

Man müsste alle Stationen viel höher bauen.
Das würde bewirken dass die Wellen nicht erst durch viele Wände müssten und die dämpfung viel geringer wäre.
Nur kann man sehr hohe Masten leider nicht so bauen dass man sie nicht sieht.
Im Gegenteil solche "Monster" schüren erst recht die Ängste der Bürger, vor allem wenn sie recht üppig mit Antennen versehen sind (UHS braucht doch nicht wenige Antennen als Beispiel)

Solange Sender vorwiegend waagerecht abstrahlen und dabei diejenige unanständig heftig durchstrahlen, die das Pech haben, zufälligerweise nahe eines Masten zu wohnen, solange wird es Ärger geben. Anders wär's, wenn die Sender hoch über unseren Köpfen wären und niemand mehr durchstrahlt werden müsste weil die Strahlung fast senkrecht von oben kommt, wie beim Satellitenfernsehen.

Bei hohen Standorten und auch bei eher "normalen" MAsten haben die Panels einen Downtilt, das heisst die Antenne ist leicht nach unten gerichtet um die Reichweite einzugrenzen und die Nachbarzelle nicht allzu stark zu überdecken.

Was halten Sie denn von den entsprechenden Versuchen mit diesen hochfliegenden (etwa 30 km) schwebenden Plattformen? Spricht irgendetwas technisch grundsätzlich dagegen, zukünftig solche Plattformen für die Sendeantennen des zellularen Mobilfunks zu verwenden? Zum (Handy-)Empfang könnten ja theoretisch die bisherigen BS-Antennen weiterverwendet werden.

Diese Plattform müsste sehr langzeitstabil sein.
Es wird sich zeigen ob sie sich bewährt.
Da man den Boden nicht generell sondern schön sektoriert anleuchten muss muss diese Plattform auch sehr "fix" stehen, ein herumkreisen ist da eher kontraproduktiv.
Solche Lösungen könnten sich aber für sehr dünn besiedeltes Gebiet rentieren da man dann sehr wenige sehr große Zellen hat die direkt von oben ausgeleuchtet werden.

Schutti

Im Prinzip richtig Raylauncher, aber ...

Raylauncher @, Dienstag, 21.06.2005, 18:20 (vor 6377 Tagen) @ Schutti

Sehr exponierte Mobilfunkstationen sind unrealistisch, da sich damit Zellradius und Interferenzreichweite extrem vergrößern. Die Frequenzökonomie einer derartigen Netzstruktur wäre so schlecht, dass sich mit den zur Verfügung stehenden Kanalzahlen die geforderten Netzkapazitäten nicht einmal annähernd realisieren ließen. Derartige Konzepte wären bestenfalls für sehr dünn besiedelte Landstriche geeignet.

Mittlerweile hat sich auch das sog. UHS-Konzept als weitgehend ungeeignet herausgestellt, eine UMTS-Versorgung mit akzeptabler Qualität zu realisieren. Das war wohl auch nie beabsichtigt. Man konnte allerdings die vom Lizenzgeber geforderte prozentuale Versorgung der Bevölkerung mit UMTS zumindest auf dem Papier nachweisen.

Raylauncher

Im Prinzip richtig Raylauncher, aber ...

Schutti @, Dienstag, 21.06.2005, 19:31 (vor 6377 Tagen) @ Raylauncher

Sehr exponierte Mobilfunkstationen sind unrealistisch, da sich damit Zellradius und Interferenzreichweite extrem vergrößern. Die Frequenzökonomie einer derartigen Netzstruktur wäre so schlecht, dass sich mit den zur Verfügung stehenden Kanalzahlen die geforderten Netzkapazitäten nicht einmal annähernd realisieren ließen. Derartige Konzepte wären bestenfalls für sehr dünn besiedelte Landstriche geeignet.

Stimmt schon.
Man braucht eigene Antennen dafür, man muss die Spots genau voneinander abgrenzen können.
die Idee der UHS ist nicht schlecht aber eben nicht für alles geeignet.
Es war von eplus eher eine Notlösung um mit wenigen Standorten auszukommen denn der Versuch die Feldstärke zu verringern.
Der Vorteil ist dass die WEllen von schräg oben kommen und daher wenig Dämpfung haben auf dem Weg zum Ziel.

Mittlerweile hat sich auch das sog. UHS-Konzept als weitgehend ungeeignet herausgestellt, eine UMTS-Versorgung mit akzeptabler Qualität zu realisieren. Das war wohl auch nie beabsichtigt. Man konnte allerdings die vom Lizenzgeber geforderte prozentuale Versorgung der Bevölkerung mit UMTS zumindest auf dem Papier nachweisen.

Man bräuchte spezielle Antennen für die UHS, die sind scheinbar noch nicht genug optimiert dafür.

Schutti

Im Prinzip richtig Raylauncher, aber ...

Raylauncher @, Mittwoch, 22.06.2005, 22:42 (vor 6376 Tagen) @ Schutti

Stimmt schon.
Man braucht eigene Antennen dafür, man muss die Spots genau voneinander
abgrenzen können.
die Idee der UHS ist nicht schlecht aber eben nicht für alles geeignet.
Es war von eplus eher eine Notlösung um mit wenigen Standorten auszukommen
denn der Versuch die Feldstärke zu verringern.
Der Vorteil ist dass die WEllen von schräg oben kommen und daher wenig
Dämpfung haben auf dem Weg zum Ziel.

Schräg von oben kommen die Wellen nur im Nahbereich. Mit größer werdender Distanz nähert sich der vertikale Einfallswinkel schnell 0°.

Man bräuchte spezielle Antennen für die UHS, die sind scheinbar noch nicht
genug optimiert dafür.

Schutti

Schutti,

das ist zwar auch ein Antennenproblem, aber eines, das sich praktikabel kaum lösen läßt.
Um die große Reichweite und die enormen Überlappungsbereiche in der Tiefe einzugrenzen bedient man sich in der Regel eines abgesenkten Vertikaldiagramms. Betrachten Sie mal die Geometrie: Zwischen zu versorgendem Zellrand der betrachteten Zelle und zu unterdrückender Einstrahlung in tiefer gestaffelten Nachbarzellen bestehen nur noch sehr geringe Elevationsdifferenzen (bei den gegenwärtig für UHS genutzten Turmhöhen und Zellausdehnungen). Eine Antenne die bei diesen geringen Elevationsunterschieden noch einen ausreichenden Winkeldämpfungsgradienten aufweist, müsste aus physikalischen Gründen eine beträchtliche Vertikalausdehnung besitzen; ganz zu schweigen von der phasenrichtigen Erregung der zahlreichen Stockungsebenen. Ist also alles nur eine Frage der Dimensionierung und der praktischen Umsetzung, wie das bei anderen "genialen" Vorschlägen auch oft der Fall ist .....

Raylauncher

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