REFLEX - Laborjournal-Serie (Forschung)

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 01.04.2010, 22:25 (vor 3650 Tagen)

[Hinweis: Nach Prüfung bzgl. Verbotsbehauptung wieder frei gegeben am 01.09.2012]

Zur Info:
"Selten haben Forschungsergebnisse für so viel Wirbel in der Öffentlichkeit gesorgt: Magnetfelder und Handystrahlung zerstören DNA-Moleküle – so jedenfalls die Botschaft des von der EU geförderten REFLEX-Programms. Wie sich allerdings herausstellte, waren die Daten der Wiener Arbeitsgruppe gefälscht. In dieser Artikelserie werden die Hintergründe und die (Nicht-) Reaktionen der Verlage und Zeitschriften beschrieben. Die 'Selbstreinigungskräfte' der Wissenschaft, so viel ist klar, wirken nicht."

Dienstag wird es in der zweiten Folge recht brisant (obwohl es mit Mobilfunk überhaupt gar nichts zu tun hat). Wer danach noch sagt, die Ergebnisse aus Wien seien vielleicht "zu gut, um wahr zu sein", aber eben doch kein Beweis für Fälschungen, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Da das Dokument, um das es geht, in deutscher Sprache vorliegt, entstehen weder Interpretations- noch Übersetzungs (;-) )-Probleme.

Schöne Ostern!

Alexander Lerchl

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Tags:
UMTS-Studie, Rüdiger, Glaubwürdigkeit, Comet-Assay

@ dlsasv; Anfrage

Alexander Lerchl @, Montag, 05.04.2010, 08:46 (vor 3647 Tagen) @ Alexander Lerchl

Zur Info:
"Selten haben Forschungsergebnisse für so viel Wirbel in der Öffentlichkeit gesorgt: Magnetfelder und Handystrahlung zerstören DNA-Moleküle – so jedenfalls die Botschaft des von der EU geförderten REFLEX-Programms. Wie sich allerdings herausstellte, waren die Daten der Wiener Arbeitsgruppe gefälscht. In dieser Artikelserie werden die Hintergründe und die (Nicht-) Reaktionen der Verlage und Zeitschriften beschrieben. Die 'Selbstreinigungskräfte' der Wissenschaft, so viel ist klar, wirken nicht."

Dienstag wird es in der zweiten Folge recht brisant (obwohl es mit Mobilfunk überhaupt gar nichts zu tun hat). Wer danach noch sagt, die Ergebnisse aus Wien seien vielleicht "zu gut, um wahr zu sein", aber eben doch kein Beweis für Fälschungen, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

@ dlsasv: Könnten Sie sich den Beitrag von morgen bitte genau vornehmen und insbesondere das genannte paper? Ihre Einschätzung würde mir sehr viel bedeuten.

Danke,

Alexander Lerchl

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Abhängigkeiten der Schweiflänge

H. Lamarr @, München, Dienstag, 06.04.2010, 23:02 (vor 3645 Tagen) @ Alexander Lerchl

Wenn sonst jemand Kommentare beisteuern möchte, wäre ich sehr dankbar.

Diese Arbeit hatten wir doch schon mal in diesem Strang diskutiert. Als Laie kann ich dazu herzlich wenig sagen. Beim abermaligen Lesen ist mir lediglich aufgefallen, dass die Schweiflänge anscheinend eine starke Abhängigkeit zeigt vom Alter des Zellenspenders (je älter desto länger) und sogar vom Zeitpunkt der Zellentnahme. Wenn ich das richtig kapiert habe, dann variieren die Schweiflängen aufgrund solcher "natürlichen" Schwankungen schon ungefähr um max. den Faktor 2. Ob sich dies als Hindernisgrund dafür werten lässt, dass eine erfahrene Laborantin angeblich allein schon durch einen schnellen Mikroskopblick auf Zellen abschätzen kann, ob diese exponiert sind (oder nicht), das kann ich nicht beurteilen, ich vermute eher nicht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Frage zu Folge 2

H. Lamarr @, München, Dienstag, 06.04.2010, 23:20 (vor 3645 Tagen) @ H. Lamarr

In Folge 2 schreiben Sie:

Gezeigt sind aber in der Abbildung und in der Tabelle, in der alle 80 Werte aufgeführt sind, alle Nachkommastellen. Das kann also schon mal nicht stimmen.

Kapiere ich nicht, Tabelle 1 zeigt die Werte mit 1 Nachkommastelle: Wie hätte es denn sein müssen, damit es stimmt?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Frage zu Folge 2

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 07.04.2010, 03:59 (vor 3645 Tagen) @ H. Lamarr

In Folge 2 schreiben Sie:

Gezeigt sind aber in der Abbildung und in der Tabelle, in der alle 80 Werte aufgeführt sind, alle Nachkommastellen. Das kann also schon mal nicht stimmen.

Kapiere ich nicht, Tabelle 1 zeigt die Werte mit 1 Nachkommastelle: Wie hätte es denn sein müssen, damit es stimmt?

Es hätte wohl eigentlich lauten sollen: alle Ziffern als Nachkommastellen.

Wenn es so war wie beschrieben, hätten als Nachkommastellen oder -ziffern nur auftauchen dürfen:

x,00
x,25 (oder gerundet auf eine Nachkommastelle: x,3)
x,5
x,75 (oder gerundet auf eine Nachkommastelle: x,8)

Alle anderen Endziffern passen nicht zu dem, was die beiden geschrieben haben.

Jetzt klar?

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Frage zu Folge 2 - geklärt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.04.2010, 12:51 (vor 3645 Tagen) @ Alexander Lerchl

Jetzt klar?

Ja, danke, jetzt habe sogar ich es kapiert, Nachkommaziffern wie 1, 4 und 7 dürften - weil keine Vielfachen von 0,25 - gar nicht vorkommen, tun es aber doch. Müsste so etwas nicht bei einer Peer-Review auffallen?

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Frage zu Folge 2 - geklärt

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 07.04.2010, 16:09 (vor 3645 Tagen) @ H. Lamarr

Jetzt klar?

Ja, danke, jetzt habe sogar ich es kapiert, Nachkommaziffern wie 1, 4 und 7 dürften - weil keine Vielfachen von 0,25 - gar nicht vorkommen, tun es aber doch. Müsste so etwas nicht bei einer Peer-Review auffallen?

Es müsste so viel auffallen, fällt aber oft nicht auf, leider.

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@ dlsasv; Anfrage

dlsasv @, Mittwoch, 07.04.2010, 01:38 (vor 3645 Tagen) @ Alexander Lerchl

Hier ist der Link zu der Arbeit aus 1999:

http://www.laborjournal.de/editorials/ed425/dundr_1999.pdf

Wenn sonst jemand Kommentare beisteuern möchte, wäre ich sehr dankbar.

Zur Info:
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Bei Ihren zwei Argumenten fehlt mir eigentlich noch ein drittes Argument, bzw. eine Verschärfung des zweiten: Eine Streuung kleiner als bei Poisson-Verteilung hinzubekommen ist an sich auch bei verblindeter Auswertung keine Kunst, einfach immer 12 zählen (im besten Fall könnte das Ergebnis einer unbewussten Tendenz sein). Wenn es zwei verschiedene Gruppen mit durch großen Abstand getrennten Werten gibt, dann würde das mit ein wenig Auszählen ähnlich klappen. Wenn die Werte aber dicht beieinander liegen und dann auch noch so gut mit den Comet-Werten korrelieren, dann verlangt das m.E. nach einer sehr ausgefeilten Erklärung, wie das ohne böse Absicht zustande gekommen sein soll.

Tags:
Laborjournal

Was könnte ein Motiv zum "Fabrizieren" sein?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.04.2010, 16:46 (vor 3645 Tagen) @ dlsasv

... wie das ohne böse Absicht zustande gekommen sein soll.

Ja, das frage ich mich bei dieser Arbeit auch, was könnte ein plausibles Motiv dafür gewesen sein, die Korrelation zwischen Mikrokern-Test und Comet-Assay-Test künstlich so makellos schön zu rechnen? Ich kann da keinen Sinn drin erkennen, eine Korrelation in betrügerischer Absicht herbei zu rechnen, weil sie tatsächlich nicht vorhanden ist. Der akademische Wert der Arbeit hätte doch nicht gelitten, wenn die Korrelation der beiden Tests weniger gut gewesen wäre. Oder wirft da irgendwie "Reflex" schon einen dunklen Schatten voraus?

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Was könnte ein Motiv zum "Fabrizieren" sein?

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 07.04.2010, 17:04 (vor 3645 Tagen) @ H. Lamarr

... wie das ohne böse Absicht zustande gekommen sein soll.

Ja, das frage ich mich bei dieser Arbeit auch, was könnte ein plausibles Motiv dafür gewesen sein, die Korrelation zwischen Mikrokern-Test und Comet-Assay-Test künstlich so makellos schön zu rechnen? Ich kann da keinen Sinn drin erkennen, eine Korrelation in betrügerischer Absicht herbei zu rechnen, weil sie tatsächlich nicht vorhanden ist. Der akademische Wert der Arbeit hätte doch nicht gelitten, wenn die Korrelation der beiden Tests weniger gut gewesen wäre. Oder wirft da irgendwie "Reflex" schon einen dunklen Schatten voraus?

Das ist eine sehr gute Frage, die an den Kern des Problems geht: Warum?

Stellen Sie sich vor, nur so als Beispiel, Sie seien eine technische Hilfskraft und sollen Resultate liefern, in diesem Fall Vergleiche einer alten (Mikrokerne) mit einer neuen (Comet-Assay) Methode. Wenn Sie völlig uninteressiert am Ergebnis sind, messen Sie halt diese und jene Parameter und kommen am Ende mit einer Korrelation heraus, die schätzungsweise bei 0,7 oder so liegt. Wenn Sie aber ein Interesse an besonders guten Ergebnissen haben, ist die Gefahr groß, dass Sie einen Parameter (oder beide) "schön rechnen".

Siehe nochmal hier: Die Favoritin des Professors. Zitat: "Es war ein wundersames Gespann: Elisabeth K., die zuvor in sieben Fächern erfolglos herumstudiert hatte - und der alte Professor, ein anerkannt brillanter Theoretiker, doch schwierig im Umgang, zuletzt mehrfach zurückgesetzt und übergangen; sein Stern war im Sinken. Zusammen machte das Duo nun plötzlich Geschichte. Die Reflex-Studien strahlten weit über den Umkreis der Arbeitsmedizin hinaus, in der man sonst nicht so leicht berühmt wird."

Was jetzt letztlich die Motivation war, kann vermutlich niemand sagen, abgesehen von E.K.. Aber Sie haben natürlich Recht: Diese Studie wirft schon Schatten voraus, ganz klar. Siehe auch die soeben online gegangene dritte Folge der Laborjournal-Serie: http://www.laborjournal.de/editorials/425.html . Hat immer noch nichts mit Mobilfunk zu tun, ist aber sehr interessant.

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Tags:
, Comet-Assay, Laborantin

Folge 4: Kleine Nachhilfe zur Standardabweichung

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 08.04.2010, 20:01 (vor 3644 Tagen) @ Alexander Lerchl

Wem es bei der Wikipedia-Erklärung der "Standardabweichung" schwindlig wird, der kann sich hier an einem praktischen Beispiel in aller Ruhe erholen und dazu genüsslich an klanen Braunen schlürfen.

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Folge 4: Kleine Nachhilfe zur Standardabweichung

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 09.06.2010, 18:05 (vor 3582 Tagen) @ H. Lamarr

Wem es bei der Wikipedia-Erklärung der "Standardabweichung" schwindlig wird, der kann sich hier an einem praktischen Beispiel in aller Ruhe erholen und dazu genüsslich an klanen Braunen schlürfen.

- Die Standardabweichung ist ein Maß dafür, wie hoch die Aussagekraft des Mittelwertes ist.
- Eine kleine Standardabweichung bedeutet, alle Beobachtungswerte liegen nahe am Mittelwert.
- Eine große Standardabweichung bedeutet, die Beobachtungswerte sind weit um den Mittelwert gestreut.

Mehr ...

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Tags:
Mittelwert

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