REFLEX - Chronologie - 1 (Forschung)

Sektor3, Dienstag, 21.07.2009, 17:50 (vor 3968 Tagen)

[Hinweis: Nach Prüfung bzgl. Verbotsbehauptung wieder frei gegeben am 20.11.2012]

Zuvor Kategorie: Forschung

Chronologie der Tabakforschung bzw. der REFLEX-Studie

Hinweis: Ein Kommentierender Artikel zu diesem Thema ist im Strang „Artikel zu REFLEX“

Anmerkung zu Hauptpersonen:
Franz X. Prof. A. war über Jahrzehnte der Dreh- und Angelpunkt der deutschen Tabakforschung und Koordinator der REFLEX-Studie.
Karl Überla war von 1981 bis 1985 Präsident des Bundesgesundheitsamtes und betrieb eigene Forschungen. Von der Zigarettenindustrie erhielt er Millionen DM für Forschungsaufträge und zehntausende DM für Kritiken an zutreffenden Studien zum Passivrauchen.
Hugo W. Rüdiger war 25 Jahre lang Tabakforscher, bevor er als erstgenannter Autor die REFLEX-Studie veröffentlichte.

September 1999: Norbert Hirschhorn, Berater der Weltgesundheitsorganisation WHO schreibt am 05.09.1999 einen Bericht zur Tabakindustrie (hauptsächlich in Deutschland) mit dem Titel “Shameful Science, Three Decades of the Tobacco Industry’s Hidden Research on Smoking and Health“. Hirschhorn beschreibt auf über 100 Seiten, wie die Tabakindustrie Forscher und Politiker korrumpierte und Forschungsergebnisse verfälschte bzw. unterdrückte. Der Name „Prof. A.“ ist 279-mal erwähnt, die Stiftung „VERUM“ 34-mal.

Hugo Rüdigers Rolle in der Tabakindustrie ist im IZgMF-Forum hier, hier und hier dokumentiert

1980: Takashi Hirayama veröffentlichte 1980 im “British Medical Journal” die erste große Studie, die vermehrten Lungenkrebs bei nichtrauchenden Frauen rauchender Männer zeigte.

September 1981: Prof. A. berichtet, dass eine Kritik an der Hirayamastudie erscheint. Überla stehe einer Fall-Kontroll-Studie zum Thema Passivrauchen sehr kritisch gegenüber, da schon zwei prospektive Studien vorlägen.

April 1982: Überla macht einen Vorschlag zu einer Studie zum Passivrauchen, mit Kosten von 2 Mio DM. Eine solche Studie dieser Art (vom Präsident des Bundesgesundheitsamtes) wäre de facto bindend.

Dezember 1983: Überla forscht zum Passivrauchen und soll bis Anfang 84 eine Kritik an Hirayama veröffentlichen und im April 84 auf einem Symposium in Wien über Passivrauch referieren und diskutieren.

März 1986: Überla wird innerhalb von 3 Monaten ein Manuskript veröffentlichen, in dem die Hirayama-Studie kritisch diskutiert wird.

April 1988: Prof. A.s Artikel zum Passivrauchen in „Der Kassenarzt“ soll für PR-Zwecke gebraucht werden.

Juni 1989: Die EU erlässt die so genannte Arbeitsschutz-Rahmenrichtlinie (89/391/EWG), die die Mitgliedsstaaten verpflichtet, dem Arbeitsschutz der Arbeitnehmer durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften bis spätestens 31.12.1992 nachzukommen.

November 1989: Prof. A. und die Tabakindustrie besprechen am 10.11.89 den Schadstoffindex für Zigaretten, den das Bundesgesundheitsamt bis spätestens März 1990 erwartet.

Februar 1990: Prof. A. und die Zigarettenindustrie genehmigen 10.000 DM für Überla für eine Kritik an einer Studie zum Passivrauch. Der wissenschaftspolitische Ausschuss unterstützt auch Überlas Vorschläge für eine 50.000 DM teure eine Expertenmeinung zum Passivrauchen, die auf einer 100.000 DM teuren Veranstaltung präsentieret werden soll, sowie für eine 700,000 DM teure Studie mit der ein Gegengewicht zu einer parallel laufenden internationalen Passivrauchstudie geschaffen werden soll.

1991: Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Cigarettenindustrie zu den Erfolgen der deutschen Tabakforschung:
„In praktisch allen entwickelten Ländern dieser Welt als auch bei allen zuständigen internationalen Organisationen gelte die Frage der gesundheitlichen Schädigungen durch Passivrauchen als entschieden. Unter wissenschaftlichen Aspekten sei eine solche Schädigung zweifelsfrei anzunehmen. Die einzige wissenschaftliche Gemeinde, in der diese Frage noch offen gehalten werde, sei die Bundesrepublik. Dies sei nicht zuletzt das Verdienst von Professor Prof. A. und der Zusammenarbeit unserer Industrie mit der Wissenschaft.“

November 1992: Entwurf der Forschungs-Strategie der Tabakindustrie: Forschungsförderung basiert auf der öffentlichen Diskussion über den Einfluss des Rauchens und so genannten Passivrauchens auf die menschliche Gesundheit. Gesundheitsgefahren, die dem Rauchen in epidemiologischen Studien zugeschrieben werden, sollen weiter erforscht (auf Molekül- und Zellebenen) und ins Verhältnis zu den allgemeinen Lebensrisiken gesetzt werden.

Anmerkung: Durch die Arbeitsschutzrahmenrichtlinie und den Schadstoffindex werden gesundheitsschädliche Stoffe an Arbeitsplätzen verboten. Dies hat z.B. in den USA zu umfassenden Rauchverboten geführt. Für den Hersteller eines potentiell gesundheitsgefährdenden Stoffes ist es also wichtig, dass die Gefährlichkeit seines Stoffes klein ist im Vergleich zu den allgemeinen Lebensrisiken. Zu den allgemeinen Lebensrisiken gehören auch Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Umweltverschmutzung oder natürliche und künstliche Strahlung.

März 2003: Am 13.03.93 findet die Gründungssitzung der Stiftung VERUM statt.

Oktober 1994: Kongresse der Tabakindustrie laufen schlecht. In Ulm waren 600 Teilnehmer geplant, 30 kamen.

Tags:
Tabak, Reflex, Chronik, Verum, VdC, Wissenschaftsskandal, Chronologie, Schande

REFLEX - Chronologie - 2

Sektor3, Dienstag, 21.07.2009, 17:56 (vor 3968 Tagen) @ Sektor3

November 1994: Der Tabakforschungsverband hat noch 15.000 DM für eine Meta-Analyse von Überla zum Passivrauchen übrig, da diese nicht gebraucht wurde. Stattdessen soll Überla 25.000 DM als Förderung und Unterstützung für sein Institut bekommen.

April 1995: Die für die Tabakindustrie tätige Firma „Business Development Associates“ veranstaltet ein Seminar über „Gegenwärtige rechtliche und politische Themen zu Elektromagnetischen Frequenzen (EMF)“ und informiert die Tabakindustrie über die Veranstaltung. Es handelt sich dabei um Gefahren durch Hochspannungsleitungen.

1996: Die Sendung Kontraste berichtet über die Einflussnahme der Tabakindustrie auf die Wissenschaft: VERUM bezahlt 125.000 DM für einen Kongress des Robert-Koch-Instituts im Oktober 1995, [Nachfolgeorganisation des 1994 aufgelösten Bundesgesundheitsamtes, dem Überla von 1981-1985 als Präsident vorstand]. Der Tabakkritiker F. J. Wiebel kommentierte, dass in jedem anderen Land der Leiter eines staatlichen Institutes dafür den Hut nehmen müsste.

Was Kontraste 1995/96 nicht wissen kann, ist dass die Thematik und Teilnahme Überlas dem entsprechen, was Überla im Februar 1990 vorschlug.

April 1996: Die amerikanische Zigarettenindustrie bekommt Informationen über EMF, Dieselabgase und Dioxin, um sie mit der Behandlung des Passivrauchens durch die Gesundheitsbehörde zu vergleichen.

1997 Schreibt der Tabakkritiker Wiebel im International Journal of Hygiene and Environmental Medicine, dass der eigentliche Zweck der Stiftung VERUM das Ablenken von den Gesundheitsgefahren des Passivrauchens sei.

Januar 1998: Am 12. Januar findet eine Anhörung des Bundestages zum Nichtraucherschutz statt. An diesem Tag veröffentlicht das Institut der deutschen Wirtschaft IW eine vom Verband der Cigarettenindustrie beauftragte Studie, der zufolge das geplante Gesetz Kosten in Höhe von 33 Mrd. DM verursachen würde.

Januar 1998: Es gelingt Prof. A., die abschließende Beratung der MAK-Kommission über die Klassifizierung des Passivrauchens von Januar auf Juni zu verschieben. Der Bundestag lehnt daraufhin, ohne die Neuklassifizierung durch die MAK-Kommission, im Februar den Gesetzentwurf zum Nichtraucherschutzgesetz ab.

1998: Die amerikanische Zigarettenindustrie muss nach dem so genannten Master Settlement Agreement von 1998 über 200 Mrd Dollar an klagende Bundesstaaten zahlen. Weitere Klagen folgen.

NID-33 schreibt, dass Prof. A. bei der Anhörung des Gesundheitsausschusses zum Nichtraucherschutz-Gesetz, Studien über die Gesundheitsschädlichkeit des Passivrauchens als umstritten und fragwürdig darstellte, und als Beleg seine bevorstehende Veröffentlichung in der Zeitschrift „Circulation“ nannte. Vor der Veröffentlichung sicherte Prof. A. Circulation folgendes zu "Ich erkläre kategorisch, daß ich in keiner Weise, weder finanziell, wirtschaftlich, noch in anderer Art eine Verbindung zur Zigarettenindustrie habe."

Februar 1999 am 4.02.99 fordert ein Anwalt Prof. A. den NID unter Strafandrohung auf, „es zu unterlassen, künftig zu behaupten und/oder zu verbreiten, daß a) Prof. A. leitender Angestellter des Verbandes der Cigarettenindustrie und b) *** c) in allen wissenschaftlich orientierten Einrichtungen des Verbandes der Cigarettenindustrie eine Spitzenposition eingenommen habe.“
***

Juli 1999: Die amerikanische Zigarettenindustrie liest von einer gefälschten EMF-Studie. Ein Zell-Biologe des Department of Energie (DOE) hatte Daten gefälscht um auf eine Veränderung des Einlasses von Kalzium durch die Zelloberfläche bei Hochspannungsleitungen zu schließen. Er wurde entlassen. Der Artikel endet mit der Aussage, dass immer mehr Forscher vermuten, dass EMF sicher sei.

Februar 2000: Die REFLEX-Studie (Projekt Referenz QLK4-CT-1999-01574 ) beginnt am 01.02.2000. REFLEX=Risk evaluation of potential environmental hazards from low-energy electromagnetic field (emf) exposure using sensitive in vitro methods. Die EU (Cordis) bezahlt 2.059.450 EURO der Projektkosten in Höhe von 3.275.087 EURO.

Juni 2000: Dr. Brückner, Vorsitzender des Verbands der deutschen Zigarettenindustrie (VdC) erläutert die Forschunsstruktur des Verbands, einschließlich VERUM. Die Mittel für VERUM sollen mittelfristig auf ein Drittel reduziert werden. Prof. A. solle dem wissenschafts-politischen Ausschuss WPA des VdC am 21.09.00 von seiner Arbeit berichten.
Als Forschungsgegenstände des VdC werden auch Mutagene (Wikipedia: z.B. energiereiche Strahlen oder Umweltgifte) genannt.

August 2000: Auf der Expo 2000 in Hannover berichtet Dr. Derek Yach von der Weltgesundheitsorganisation WHO, dass die Tabakindustrie die WHO als einen ihrer ärgsten Feinde betrachte und mehrere Fälle dokumentiert seien, nach denen die Tabakindustrie die Arbeit der WHO systematisch zu Fall bringen wollte.
Deutschland sei, zusammen mit Kasachstan, Kirgisien und der Ukraine das einzige Land in Europa [und GUS], das keine Gesetzgebung zur Tabakkontrolle habe.
Deutsche Tabakwissenschaftler, angeführt von Franz X. Prof. A. hätten sich bei führenden Forschern, Akademikern und Regierungskreisen eingeschmeichelt und integriert. Deutsche Wissenschaftler hätten von Anbeginn an gewusst, dass das wirkliche Schlachtfeld Passivrauchen gewesen wäre und immer noch sei. Sie hätten alles in ihrer Macht stehende getan, um die überwältigenden Beweise, dass Passivrauchen der Grund für mehrere Todesursachen und Krankheiten von Erwachsenen und Kindern sei, zu leugnen, zu verfälschen, zu unterdrücken und schließlich zu ignorieren.

[Hinweis Admin: *** aus Rechtsgründen editiert am 28.07.10]

Tags:
Klage, WHO, Umweltgift, Adlkofer, Ueberla, Klassifizierung, Tabakdokumente, Hochspannungsleitung, Fälschungsverdacht, Kalzium, Dioxin, Unterntlassung, MAK-Kommission

REFLEX - Chronologie - 3

Sektor3, Dienstag, 21.07.2009, 18:05 (vor 3968 Tagen) @ Sektor3

November 2000: Prof. A. nimmt im Deutschen Ärzteblatt (Heft 45) zu Gesundheitsrisiken durch Passivrauchen Stellung: „Aus theoretischen Erwägungen ist natürlich nicht auszuschließen, dass das Lungenkrebsrisiko durch Passivrauchen geringfügig ansteigt. In dem Bemühen, diesen gegenwärtig nicht beweisbaren Zusammenhang wenigstens höchst wahrscheinlich zu machen, wird offensichtlich weit über das Ziel hinausgeschossen.“

Februar 2001: Laut Besprechungsprotokoll des wissenschaftspolitischen Ausschuss des VdC wird Glaubwürdigkeit nur als Voraussetzung für die erfolgreiche Einbringung der eigenen Forschungsdaten in die wissenschaftliche und gesundheitspolitische Diskussion angesehen.

März 2001: NID sagt: „Franz Adlkofer ist es trotz seiner Verfehlungen gelungen, von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie als Referent zu deren 42. Kongress vom 21. bis 24. März 2001 in Jena eingeladen zu werden.“

Mai 2001: Der Bundestag fordert die Bundesregierung auf, die Arbeitsstättenverordnung so zu novellieren, dass es dem Arbeitgeber überlassen bleibt, für Nichtraucherschutz zu sorgen. Bei Publikumsverkehr (Gaststätten) nur soweit möglich. Am Vortag, bzw. zwei Tage vor der Abstimmung finden Info-Veranstaltungen von Philip Morris bzw. VdC für Abgeordnete statt.

August 2001: Rüdiger und Scherer vom VdC Labor München veröffentlichen eine Studie über „urinary 8-hydroxy-2 '-deoxyguanosine excretion in healthy adults“. Ein Ergebnis: “No effect of passive smoking on the excretion of 8-OHdG was found.”

November 2001:
Laut einem internen Dokument der Zigarettenindustrie ist die Stiftung VERUM immer noch ein Teil der deutschen Tabakforschung.

April 2002: Prof. A. spricht auf einem Symposium der „International Commission for Occupation Health” (ICOH) am 10. April 2002 an der Ludwig-Maximilian Universität München über die Epidemiologie des Passivrauchens.

NID-Info 33: „Vollends lächerlich machte sich Adlkofer, als ihm beim Symposium über Passivrauchen am Arbeitsplatz am 10. April 2002 in der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität, ein Zuhörer nachweisen konnte, dass er in seinem Vortrag epidemiologische Daten über die Gesundheitsschädlichkeit des Passivrauchens falsch interpretiert hatte.“

Mai 2002: Die -Generalsekretärin Gro Harlem Brundtland greift die Tabakindustrie am Weltnichtrauchertag (31.05.02) an.
Die Tabakindustrie pumpe trotz gegenteiliger Beteuerungen jedes Jahr Hunderte Millionen Dollar in Sportveranstaltungen, um für ihre Produkte zu werben. Meistens werde dies als Sponsoring getarnt. Allein in den USA hätten die Tabakkonzerne 1999 dafür 113,6 Millionen Dollar ausgegeben. Durch die Ausstrahlung der Formel-Eins-Rennen im Fernsehen erreichten die Tabakmultis bis zu 600 Millionen Zuschauer, darunter viele Jugendliche und junge Erwachsene. Die Tabakindustrie sei für jährlich vier Millionen Rauchertote zumindest indirekt verantwortlich.

Juni 2002: Prof. Adlkofer präsentiert erste Ergebnisse auf der 24. Jahrestagung der Bioelectromagnetics Society (BEMS) im Juni 2002 in Quebec/Kanada.
"Risk Evaluation of Potential Environmental Hazards from Low Energy Electromagnetic Field Exposure Using Sensitive In Vitro Methods (REFLEX) - Introduction",
"Gene Expression Profiling Studies on Global cDNA Arrays Show Sensitivity of Human and Mouse Cell Lines to ELF-EMF Exposure",

September 2002: Die Bundesregierung novelliert die Arbeitsstättenverordnung am 27.09.2002. Die für die Tabakindustrie akzeptable Formulierung http://www.tabakkontrolle.de/pdf/German_Tobacco_Indust_Report_deutsch.pdf
tritt am 03.10.2002 in Kraft.

2002 Aus einem Vortrag zur 5. Deutschen Konferenz zur Tabakkontrolle „Im gleichen Jahr [2002] versucht die Tabakindustrie (Prof. Adlkofer) nochmals, führende Arbeitsmediziner zu überzeugen, dass diese Einstufung [von Passivrauch als krebserregend] „grundfalsch“ sei, doch ohne Erfolg“

Dezember 2002: Die EU-Verbraucherminister beschließen am 02.12.02 ein weitgehendes Tabakwerbeverbot, das [nach der Verabschiedung durch die EU im Jahr 2003] ab 31. Juli 2005 in Kraft treten soll. Da das Verbot in Belgien schon früher gilt, wird von der FIA der Große Preis von Spa 2003 abgesagt.

Oktober 2003: F. Prof. A., R. Tauber, H. W. Rüdiger, A. M. Wobus, A. Trillo, D. Leszczynski, H. A. Kolb, F. Bersani, O. Lagroye, N. Kuster, F. Clementi, C. Maercker
"Risk Evaluation of Potential Environmental Hazards from Low Energy Electromagnetic Field Exposure Using Sensitive In Vitro Methods REFLEX",
International EMF Seminar in China: Electromagnetic Fields and Biological Effects, Guilin, China, Oct. 23, 2003.

Tags:
Leszczynski, Tabakindustrie, Rüdiger, VdC, Philip Morris, Klassifizierung, Hintergründe, Wissenschaftsskandal, Kuster, BEMS-Tagung, BEMS, Brundtland, Bersani, Scherer

REFLEX - Chronologie - 4

Sektor3, Dienstag, 21.07.2009, 18:13 (vor 3968 Tagen) @ Sektor3

Mai 2003: Vor der Verabschiedung des Tabakwerbeverbotes durch die EU bemüht sich Prof. A., offensichtlich zunächst erfolglos, die EU von der Gefährdung durch Mobilfunk zu überzeugen. Am 12.05.03 ist Prof. A. auf einem Raport der EU zu REFLEX, nach dem laut Prof. A. fest stehe, REFLEX nicht fort zu führen.

Mai 2003: Am 26.05.03 erlässt die EU eine Richtlinie zum Tabakwerbeverbot in Presseerzeugnissen, die allerdings erst von den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden muss.

September 2003: Prof. A. weist im Münchner Merkur am 01.09.03 auf die Gefährdung durch elektromagnetische Felder hin. „Seit 40 Jahren gilt die Lehrmeinung, dass elektromagnetische Felder zu schwach sind, um das Erbgut zu verändern. Unsere Ergebnisse haben jetzt das Gegenteil gezeigt. Veränderungen am Erbgut führen in der Regel zu Krebs”.

September 2003: Die Bundesregierung reicht am 10.09.03 Klage gegen das Tabakwerbeverbot in Presseerzeugnissen beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein.

Dezember 2004: Die Stiftung VERUM legt den Abschlußbericht zur REFLEX-Studie vor.

Mai 2005: Offizielles Ende der REFLEX-Studie

Januar 2006: Thilo Grüning schreibt im American Journal of Public Health über den “Einfluss der Tabakindustrie auf die deutsche Wissenschaft und deutsche Wissenschaftler“. Er schreibt, dass eine Reihe wichtiger Schritte gemacht werden müssten, um das wissenschaftliche und politische Umfeld in Deutschland zu verändern. Organisationen wie der Forschungsrat [der Tabakindustrie] und VERUM müssten zu der wachsenden Liste von bekannten Industrie-Lobby-Gruppen hinzugefügt werden, damit Redakteure und Forschungsgutachter über die Quellen der Forschungsgelder bescheid wüssten.

August 2006: Günter Speit und Kollegen von der Universität Ulm können das Ergebnis von REFLEX nicht reproduzieren. Speit et al.(2006) Genotoxic effects of exposure to radiofrequency electromagnetic fields (RF-EMF) in cultured mammalian cells are not independently reproducible, Mutation Research (2006), doi: 10.1016/j.mrgentox.2006.08.003


Nachtrag:
Januar 2004: Beginn der Studie “Strengthen and Develop Scientific and Technological Excellence in Research and Therapy of Leukemia (EUROPEAN LEUKEMIANET)” von Karl Überla. EU Förderung: 6.000.000 €

Prof. A. an erster Stelle (wg. Namen) im Literaturverzeichnis Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen

Zusammenfassung von T. Grüning über einige Tabakforschungen

Tags:
Marketing, Manipulation, Verum, Ueberla, Tauber, Mutation Research, Tobacco, Speit, Grüning, Arbeitsgruppe Ulm

Vom Teufel bezahlt ▼

Doris @, Mittwoch, 22.07.2009, 11:17 (vor 3967 Tagen) @ Sektor3

Vor 2 Jahren ging der Beitrag "Vom Teufel bezahlt" durch sämtliche Verteiler, zeigte dieser durchaus auf, welches Spiel vielleicht auch die Mobilfunkindustrie mit der Bevölkerung spielt/spielen könnte.

Omega Newsletter mit den Worten von Volker Hartenstein (entnommen von der Stuttgarter BI "Der Mast muss weg")

Diagnose Funk....

Kompetenzinitiative....

In diesem Beitrag wurde der Name Dr. Prof. A. kein einziges Mal genannt. Aber der Beitrag passt einfach, da wird nicht hinterfragt, was mMn so wichtig ist. Für ein seriöses Arbeiten ist es einfach wichtig, zu recherchieren, wer sagt was und was für eine Motivation hat derjenige. Ein wenig Recherchieren zu Thilo Grünig hätte ganz schnell gezeigt, (hier und hier) wie involviert Prof. A. und VERUM in die Tabakgeschichte ist und hätte zumindest nachdenklich machen müssen.

Was passiert nun wohl hinter den Kulissen der o.g. Initiativen, nachdem nun unabhängig von der Aussagekraft der REFLEX-Ergebnisse und der eventuellen Läuterung eines Dr. Prof. A. zu einem Gutmenschen, erkannt werden muss, dass man den "Teufel, der bezahlt hat" nun in den eigenen Reihen sitzen hat?

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=32775

Tags:
Filz, Troll-Wiese, Diagnose-Funk, Verbraucherorganisation, Deutsche Aerzteblatt, Moldan, Gutmensch, Mietmaul, Allianz, Ko-Ini, Verum, VdC, Hartenstein, Hintergründe, Aerzteblatt, Ex-Tabaklobbyist, Marionette, Spaltung, Grüning, Pakt

Vom Teufel bezahlt

Sektor3, Mittwoch, 22.07.2009, 11:58 (vor 3967 Tagen) @ Doris

haben Sie noch mehr in dieser Richtung, dass jemand "Brandstiftung" ruft, aber den "Brandstifter" nicht nennt?

Spielt da vielleicht jemand "Haltet den Dieb!"?

Tags:
Brandstifter, Brandstiftung

Vom Teufel bezahlt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 22.07.2009, 13:07 (vor 3967 Tagen) @ Doris

Was passiert nun wohl hinter den Kulissen der o.g. Initiativen, nachdem nun unabhängig von der Aussagekraft der REFLEX-Ergebnisse und der eventuellen Läuterung eines Dr. Prof. A. zu einem Gutmenschen, erkannt werden muss, dass man den "Teufel, der bezahlt hat" nun in den eigenen Reihen sitzen hat?

Sie fragen was jetzt dort passiert? Meiner Erfahrung nach dasselbe wie in vergleichbaren Fällen, z.B. beim Untergang der C-Netz-Studie von Dr. Oberfeld: Der unbequeme Sachverhalt wird entweder komplett ausgeblendet oder - auch sehr beliebt und in der Seifenblase auch wirksam - kurzerhand zur Verschwörung erklärt.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Verschwörung, Unterstellung, Schweigen, Seifenblase

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