Neues aus der Forschung (Allgemein)

Doris @, Samstag, 28.02.2009, 12:02 (vor 5584 Tagen)

900 Megahertz elektromagnetische Feld-Exposition beeinflusst die qualitativen und quantitativen Charakteristiken der Hippocampus-Pyramidenzellen in der adulten weiblichen Ratte.

Die aktuelle Studie erforscht die Anzahl der Pyramidenzellen* im Ammonshorn des Hippocampus bei 16 Wochen alten weiblichen Ratten nach postnataler Exposition mit einem 900 MHz EMF. Die exponierte Gruppe wurde dieser Befeldung 28 Tage für 1 Stunde pro Tag ausgesetzt.
Expositionswerte: 2 W/kg (Kopf) und 0,016 W/kg Ganzkörperbefeldung.
Die Ergebnisse zeigten, dass eine postnatale EMF Exposition bei der EMF Gruppe eine signifikante Verminderung der Anzahl der Pyramidenzellen im Ammonshorn verursachte, auch Zellverluste wurden beobachtet.
Die Autoren kommen zum Schluss, diese Ergebnisse sollen die Wissenschaftler ermutigen, die chronischen Effekte im Gehirn von Teenagern, die einem 900 MHz Feld ausgesetzt sind, auszuwerten.

*) Pyramidalzellen sind die wichtigsten Zellen im Hippocampus. Sie verarbeiten eingehende Informationen und leiten sie weiter an andere Pyramidalzellen in anderen Gehirnregionen.
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Akute Mobiltelefon-Exposition beeinflusst die Hämodynamik des Frontal-Cortex, nachgewiesen durch funktionelle Nah-Infrarot-Spektroskopie.

Curcio et al

Mittels fNIRS stellten die Italiener fest, dass akute Mobiltelefon-Exposition die Hämodynamik des Frontal-Cortex beeinflusst.
Expositionswerte sind nicht angegeben. Aufgrund der Ergebnisse wird empfohlen größere Regionen des Cortex zu untersuchen, welches mittels fNIRS offensichtlich gut möglich ist.
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Die Wirkung von Mikrowellen, die von Mobiltelefonen ausgehen, auf die Ei-Follikel bei Ratten.

In dieser türkischen Studie wurden 82 weibliche Ratten (21 Tage alt) in zwei Gruppen aufgeteilt. 43 trächtige Tiere wurden während der ganzen Schwangerschaft per Mobiltelefon befeldet, welches unterhalb des Käfiges angebracht wurde. Nur 15 Minuten am Tag wurde das Mobiltelefon auf den Sprachmodus geschaltet.
Expositionswerte nicht bekannt
Ergebnisse: Die Anzahl der Folliken war in der befeldeten Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe. Das Ergebnis weist darauf hin dass die Exposition innerhalb des Uterus toxische Effekte an den Eierstöcken bewirkt.
Warum das so ist, scheint zumindest teilweise unklar zu sein.
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Ob man's glaubt oder nicht, auch in Saudi Arabien scheinen evtl. gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Mobiltelefone Thema zu sein

Nachteilige Effekte übermäßiger Mobiltelefonnutzung

Die Fragebögen von 286 Studenten wurden ausgewertet. Fast 84 % hatten Kenntnisse über evtl. nachteilige Effekte durch Mobiltelefonnutzung.
Eine prozentuale Auflistung über Nutzungsdauer und Beeinträchtigungen, die der Telefonnutzung zugesprochen werden, sind im Abstrakt enthalten. Die Beeinträchtigungen entsprechen den allgemein genannten, selbst im fernen Saudi Arabien.
Mobiltelefone scheinen einen sehr bedeutende Rolle im täglichen Leben der Medizinstudenten zu spielen. Deshalb sollte deren Einfluss auf die Psyche und auch die Gesundheit diskutiert werden um schädliche Einflüsse zu verhindern.

Die komplette Studie steht ebenfalls zur Verfügung

Tags:
Infrarot, Pyramidenzellen, Ratten

Neues aus der Forschung

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 04.03.2009, 15:42 (vor 5580 Tagen) @ Doris

Die Autoren kommen zum Schluss, diese Ergebnisse sollen die Wissenschaftler ermutigen, die chronischen Effekte im Gehirn von Teenagern, die einem 900 MHz Feld ausgesetzt sind, auszuwerten.

Gut, das wäre also ein Effekt bei in etwa grenzwertiger Befeldung. Leider liest sich so ein Abstrakt für Biologie-Laien wie mich doch eher kryptisch und wirft Fragen auf, zu denen wir nur sehr selten Antworten bekommen. Diesmal frage ich mich z.B. was die Forscher dazu animiert haben mag, ausgerechnet die Pyramidenzellen auf Schwund hin zu untersuchen und was es für einen Menschen bedeutet, dass ihm womöglich unter 900-MHz-Handyfeldern die Pyramidenzellen flöten gehen. Und dann frage ich mich, ob bei so einem kleinen Rattenkopf das Funkfeld die Pyramidenzellen nicht erheblich leichter (intensiver) erreicht als bei einem großkopferten Menschen und ob deshalb überhaupt von einem Effekt bei grenzwertiger Befeldung im Zusammenhang mit Menschen gesprochen werden kann. Das kommt davon, wenn man sich als Laie außerhalb seiner Kompetenzen bewegt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Pyramidenzellen

Doris @, Mittwoch, 04.03.2009, 20:39 (vor 5580 Tagen) @ H. Lamarr

Diesmal frage ich mich z.B. was die Forscher dazu animiert haben mag, ausgerechnet die Pyramidenzellen auf Schwund hin zu untersuchen und was es für einen Menschen bedeutet, dass ihm womöglich unter 900-MHz-Handyfeldern die Pyramidenzellen flöten gehen.


Ich habe da mal ein bisschen gegoogelt

Pyramidenzellen sind die größten Zellen im Cortex und der Verlust von Pyramidenzellen wird auch im Zusammenhang mit Alzheimer diskutiert.

Die häufigste Form der Demenz mit ca. 60 Prozent aller Demenzen ist die Alzheimer Demenz, deren wichtigste morphologische Kennzeichen fortschreitende Hirnatrophie, neurofibrilläre Veränderungen, Ausbildung von senilen Plaques, Verlust kortikaler Pyramidenzellen und Veränderungen der Neurotransmitter (vor allem im cholinergen System) bilden. Als Risikofaktoren für diese Form der Demenz wurden in mehreren Studien übereinstimmend Alter und Familiengeschichte nachgewiesen.

Und dann frage ich mich, ob bei so einem kleinen Rattenkopf das Funkfeld die Pyramidenzellen nicht erheblich leichter (intensiver) erreicht als bei einem großkopferten Menschen und ob deshalb überhaupt von einem Effekt bei grenzwertiger Befeldung im Zusammenhang mit Menschen gesprochen werden kann.

Das weiß wohl niemand, Tierversuche können deshalb auch nur bedingt auf den Menschen übertragen werden.

Tags:
Alzheimer, Pyramidenzellen

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