Schweden haarpen Schwedenhappen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 12.02.2009, 17:28 (vor 3956 Tagen)

Etwas lustlos heute, habe ich mich soeben im Gigaherz-Forum dann doch noch schadlos halten dürfen. Dort wird auf eine Seite mit einer Botschaft verlinkt, bei der sich wieder einmal die dicksten Balken biegen: In Schweden wird nun die HAARP-Technologie über den häuslichen Stromzähler verbreitet!

Der Schreiber dort strapaziert die Lachmuskeln nicht wenig und schreckt auch vor Paradoxem nicht zurück, wenn er z.B. einen "andauernden kurzen Stromausfall" beklagt. Brauchbare Sachinformationen gibt es auf der Seite nicht.

Ursache des hysterischen Anfalls ist die Fernablesung von Stromzählern in Haushalten. Vermarktet wird dies einfallslos unter dem Begriff "Smart Metering", irgendeine Gefahr ist mit dieser Technik - die je nach örtlicher Situation die Messdaten via Kabel oder Funk überträgt - nicht verbunden. Im Gegenteil: Da die Ablesung nicht nur 1-mal im Jahr stattfindet, sondern kontinuierlich mehrmals am Tag, werden sich die Kunden über die Internet-Portale ihrer Energieversorger ein zeitnahes Bild (grafische Darstellung der Messdaten) von ihrem momentanen Verbrauch und den angefallenen Kosten machen können. Die Anschaffung eines neuen Plasmafernsehers mit großer Bilddiagonale sollte sich so schön als Sprung bei den Energiekosten erkennen lassen. Wenn es stimmt, dass Wissen Macht ist, dann ist dieses Wissen über die aktuelle Kostensituation und über den Trend ein machtvolles Instrument für den sparsameren Umgang mit Energie.

Mit Haarp hat die Fernablesung nur insofern etwas zu tun, dass es keinerlei Zusammenhang gibt, der über die Wahnvorstellungen notorischer Alarmgeber hinausgeht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
HAARP, Stromzähler, Mind Control, Smart-Meter

Schweden haarpen Schwedenhappen

Schutti @, Mittwoch, 18.02.2009, 19:10 (vor 3950 Tagen) @ H. Lamarr

Doch.
Aber nicht von Funkgegnern sondern von DAtenschützern.
Wissende Menschen können aus dem Stromlastprofil eines Haushaltes eine Menge herauslesen.

Schweden haarpen Schwedenhappen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 18.02.2009, 19:44 (vor 3950 Tagen) @ Schutti

Doch.

Doch - was?

Aber nicht von Funkgegnern sondern von DAtenschützern.
Wissende Menschen können aus dem Stromlastprofil eines Haushaltes eine Menge herauslesen.

Sie meinen, damit sind die Herrn in den Ledermänteln mit dem hochgeschlagenen Kragen nicht mehr nötig, um vor Ort zu spähen ob bei XYZ das Licht angeht? Da droht Arbeitsplatzverlust! Ich stelle mir gerade mal so vor, dass Geheimagenten deshalb eine Großdemo gegen die Fernablesung von Stromzählern veranschlagen: Wir wollen weiter selber spähen und nicht Zählerstände sehen - oder so. :wink:

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Schweden haarpen Schwedenhappen

Schutti @, Donnerstag, 19.02.2009, 07:20 (vor 3950 Tagen) @ H. Lamarr

Es geht um die Massenauswertung der Stromlastkurven, eventuell noch sonstiger Parameter wie Blindleistung oder Verteilung auf die Phasen.
Da Geräte wie Boiler typische Spuren in dieser Kurve hinterlassen kann man sie auch automatisch erkennen.
Das macht manuell keinen Sinn, das wird massenweise automatisch abgeglichen.
Und das Verhalten könnte für manche interessant sein.
Versicherungen zum Beispiel.
Oder die Polizei, wer dauernd 24/7 recht viel Strom verbraucht der steht im Verdacht unter Lampen Hanf zu ziehen.
Oder wer nur kurz abder dafür viel Strom verbraucht kommt automatisch in eine unattraktive Kundenklasse.
Man muss halt etwas Profiling betreiben um in der pösen Globalisierung nicht vor die Hunde zu gehen.
Man kann aufgrund der Analyse des Stromes recht gut auf die Zusammensetzung der Verbraucher schließen, das ermöglicht eine recht genaue Schätzung der Wohnungsausstattung und damit des Wohlstandes des Kunden.
"Was, Sie sind doch kein sozial schwacher Hartz4ler der nur gegen Vorauszahlung oder gar nur mit Münzstromzähler mit Strom beliefert wird?
Pech gehabt, die Daten sagen uns was anderes.
Wenn sie doch eine hohe Bonität haben sollten dann bitte wir um glaubwürdige Beweise dafür ansonst werden die Daten über sie gleich auch an diverse Unternehmen weitergegeben die sich auf solche Daten spezialisiert haben."

Schweden haarpen Schwedenhappen

Schutti @, Donnerstag, 19.02.2009, 07:35 (vor 3950 Tagen) @ Schutti
bearbeitet von Schutti, Donnerstag, 19.02.2009, 07:53

Nachtrag: Der CCC hat sich dem Thema schon angenommen.
Google mal nach +Stromzähler +CCC
Beispiel: Beitrag in de.org.ccc und den restlichen Thread.

Glühlampenpolizei

Kuddel, Mittwoch, 18.02.2009, 21:14 (vor 3950 Tagen) @ Schutti

Aber nicht von Funkgegnern sondern von DAtenschützern.
Wissende Menschen können aus dem Stromlastprofil eines Haushaltes eine Menge

Richtig.
Es ist zu erwarten, daß sowohl die Polizei, als auch deren Gegenspieler an diesen Daten ein großes Interesse entwickeln werden, wobei Letztere wahrscheinlich leichter daran kommen werden (ein kleiner Hack in die Stadtwerke, ein bestochener Mitarbeiter ...)

und schon ist folgendes bekannt:

- Wann man bei der Arbeit ist, wann man heim kommt
- Wann man im Urlaub ist
- Wann man schlafen geht und aufsteht
- Von "wann bis wann" Besuch im Haus war
- Wie oft und wann man in der Woche badet oder duscht (sofern elektrisch beheizt)
- Wie oft sie den Staubsauger benutzen
- Wann und wie lange Fernsehen geschaut wird...
- Ob und wann Glühlampen oder Energiesparlampen ein und ausgeschaltet werden
- ...

Alles hübsch gespeichert, Jahre im Nachhinein überprüfbar und kann voll automatisiert nach verschiedenen Filterkriterien ausgewertet werden.

Z.B. diverse Sachversicherungen könnten sich für die Daten interessieren (Beispiel unbeaufsichtigte Waschmaschine/Geschirrspüler, Elektroherd)
"Tut uns leid, ihren Wasserschaden können wir nicht ersetzen. Ein Datenabgleich hat ergeben, daß Sie in der Vergangenheit des öfteren ihre Waschmaschine unbeaufsichtigt betrieben haben..."

Oder die Werbeindustrie: "Ding Dong: Uns wurde bekannt, sie benötigen dringend einen neuen, sparsamen Kühlschrank.. wir hätten da ein Angebot.."

Oder die GEZ: "Ding Dong...Guten Tag, Rundfunkbauftrager Müller von der GEZ. Sie haben nur ein Rundfunkgerät angemeldet. Uns liegen Informationen vor, daß Sie seit 3 Wochen einen Plasma-Fernseher betreiben..."

Oder die EU-Glühlampen-Polizei:
"Ding Dong...Ein Datenabgleich hat ergeben, Sie betreiben eine illegale Lavalampe.
Das ist laut europäischem Recht, §4711 vom 11.11.2011 als Ordnungswidrigkeit eingestuft. Sind Sie mit der Strafzahlung von 25 Euro wegen illegalem Glühlampenbetrieb einverstanden ?"...

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