Kommunikation und deren Störung (Allgemein)

Thomas, Freitag, 31.10.2008, 02:23 (vor 5146 Tagen)

Hallo,

für die, die sich dafür interessieren:

Ich habe in meinem Leben wiederholt das Gefühl gehabt, vor unlösbaren Problemen zu bersten
oder mich qualvoll im Kreise zu drehen. Ich kann bezeugen, daß es verdammt gut tut, wenn man in
seelischer Not ist und jemand einen wirklich hört, ohne über einen zu richten, ohne zu versuchen,
die Verantwortung für einen zu übernehmen und ohne einen nach seinen Vorstellungen zu formen!
Es ist erstaunlich, wie Dinge, die unlösbar erscheinen, lösbar werden, wenn jemand zuhört; wie sich Verwirrungen,
die unentwirrbar scheinen, in relativ glatt fließende Ströme verwandeln, wenn man gehört wird
.

Zitat: Carl Rogers

Kompletter, lesenswerter Text hier

P.S.Passt irgendwie momentan hier hin, Gruß

Kommunikation und Psychotherapie

AnKa, Freitag, 31.10.2008, 03:08 (vor 5146 Tagen) @ Thomas

Hallo,

für die, die sich dafür interessieren:

Ich habe in meinem Leben wiederholt das Gefühl gehabt, vor unlösbaren Problemen zu bersten
oder mich qualvoll im Kreise zu drehen. Ich kann bezeugen, daß es verdammt gut tut, wenn man in
seelischer Not ist und jemand einen wirklich hört, ohne über einen zu richten, ohne zu versuchen,
die Verantwortung für einen zu übernehmen und ohne einen nach seinen Vorstellungen zu formen!
Es ist erstaunlich, wie Dinge, die unlösbar erscheinen, lösbar werden, wenn jemand zuhört; wie sich Verwirrungen,
die unentwirrbar scheinen, in relativ glatt fließende Ströme verwandeln, wenn man gehört wird
.

Zitat: Carl Rogers

Kompletter, lesenswerter Text hier

P.S.Passt irgendwie momentan hier hin, Gruß

Ich bin schon seit langem der Meinung, dass jemand, den irrationale Ängste durch den Alltag treiben (zum Beispiel solche vor Mobilfunk-Sendemasten), vor allem einen unvoreingenommenen Zuhörer benötigt. Er kann aber nicht davon ausgehen, dass er solchen Personen ausgerechnet in einem Forum begegnet, das für Kommunikation und Meinungsaustausch steht.

Der unvoreingenommene Zuhörer für solche Leute wäre jedenfalls der Psychotherapeut. Möglicherweise auch der kirchliche Seelsorger. Das Seltsame nun ist, dass die Ecke der Mobilfunkgegner-Extremisten gerade hiergegen einen rechten Hass entwickelt, tickt man das Thema auch nur an.

--
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Tags:
Seelsorger, Psychotherapie

Kommunikation und deren Störung

helmut @, Nürnberg, Freitag, 31.10.2008, 20:15 (vor 5145 Tagen) @ Thomas

Angsthasen

http://www.crew-united.com/index.asp?show=projectdata&ID=43900

Adrian, ein Mann in den besten Jahren, hat eigentlich alles, was man sich wünscht: einen festen Job mit guten Aufstiegschancen, eine attraktive Frau..... Aber Adrian hat auch einiges, was man sich nicht wünscht: er ist ein schwerer Phobiker und geplagt von den schrecklichsten Panikvisionen. Mal ist es die Vorstellung von einem abstürzenden Flugzeug, mal die eines zwischen zwei Etagen stecken geblieben Fahrstuhls oder dann die Vermutung, tödlich erkrankt zu sein. So verbringt er mehr Zeit in Arztpraxen als in Freizeitparks. Eben ein echter Stadtneurotiker. Bis zu dem Moment, in dem das Leben mit aller Härte tatsächlich zuschlägt: Nach einer dieser zur lieben Gewohnheit gewordenen medizinischen Untersuchungen, eröffnet ihm die junge Ärztin, Katja, das erschütternde Urteil: Leukämie! Er hat nur noch drei Monate zu leben!
Aber, statt wie erwartet, nun in berechtigte Panik zu verfallen, geschieht das völlig Unerwartete. Seine Ängste sind mit einem Schlag verflogen. Alles, was ihm bisher unmöglich war, bereitet ihm nun keinerlei Probleme mehr: Er liebt Autobahntunnels, Auftritte vor großem Publikum und kann vom Bungeejumping gar nicht genug kriegen. Das Leben zeigt sich angesichts des nahen Todes von seiner besten Seite. Da passt es, dass eines Tages die schöne Katja vor seiner Türe steht und ihm zu verstehen gibt, sich ihn verliebt zu haben. Das Leben kann so schön sein.
Was Adrian allerdings nicht weiß: auch Katja hat ihr Geheimnis. Sie hat panische Ängste vor festen Beziehungen und konsultiert seit längerer Zeit einen Psychiater. Es kommt ihr also grade recht, dass Adrian nur noch allerhöchstens 3 Monate zu leben hat. Da ist das Ende der Beziehung sozusagen schon vorprogrammiert. So schwelgen beide in ungewohntem Glück. Eines Tages aber stellt sich die Katastrophe heraus: Adrian ist gesund! Die Blutwerte wurden im Labor aus Versehen vertauscht. Für beide bricht in diesem Moment eine neurosenfreie Welt zusammen! Katja sucht das Weite und Adrian fällt in seine alten Ängste zurück.
Aber da nun beide einmal die Zauberkraft der Liebe gespürt haben, sind die Dämonen handzahmer geworden. Als Adrian auf Wunsch des Mannes, dessen Blutprobe mit seiner vertauscht worden war, an dessen Grab die Beerdigungsrede hält, schafft er es, sich endlich seiner Angst zu stellen und vor großem Publikum durch seine Ängste zu gehen. Am Ende, der mit zittrigen Knien begonnenen Ansprache an die Trauergemeinde, unter denen auch Katja sitzt, gelingt es Adrian, mit einer glühenden Hymne, die Kraft des Lebens und der Liebe zu beschwören. Er hat sich selbst und damit auch seine Liebe wieder gewonnen.

Der Film hat soviele Ähnlichkeiten gezeigt, wie sie hier oder in den anderen Foren geschildert werden.

Vielleicht wird er ja mal wiederholt

MfG
Helmut

Kommunikation und deren Störung

Thomas, Samstag, 01.11.2008, 02:29 (vor 5145 Tagen) @ helmut

Hallo Helmut,

Ihre Filmbeschreibung passt auch momentan sehr gut hier hin.

Schönes Wochenende
Thomas

Dann mal anders: "... der ist krank"

Thomas, Mittwoch, 12.11.2008, 02:50 (vor 5134 Tagen) @ Thomas

Hallo AnKa,

dann mal anders, Sie wissen schon, wegen der beliebigen Weise. ;-)

.....

Ein Gedicht von Erich Fried:

Krank
(für David Cooper)

Wer gegen die Gesetze dieser Gesellschaft nie verstoßen hat und nie verstößt und nie verstoßen will, der ist krank.

Und wer sich immer noch nicht krank fühlt an dieser Zeit in der wir leben müssen,
der ist krank.

Wer sich seiner Schamteile schämt und sie nicht liebkost und die Scham anderer die er liebt nicht liebkost ohne Scham,
der ist krank.

Wer sich abschrecken lässt durch die die ihn krankhaft nennen und die die ihn krank machen wollen, der ist krank.

Wer geachtet sein will von denen die er verachtet wenn er den Mut dazu aufbringt,
der ist krank.

Wer sein Mitleid dazu gebraucht die Kranken nicht zu bekämpfen die um ihn herum andere krank machen, der muss krank sein.

Wer sich zum Papst der Moral und zum Vorschriftenmacher der Liebe macht
der ist so krank wie der Papst.

Wer glaubt dass er Frieden haben kann oder Freiheit oder Liebe oder Gerechtigkeit
ohne gegen seine eigene Krankheit und die gegen seiner Feinde und Freunde und seiner Päpste und Ärzte zu kämpfen, der ist krank.

Wer weiß dass er weil er gesund ist ein besserer Mensch ist als die kranken Menschen um ihn herum, der ist krank.

Wer in unserer Welt in der alles nach Rettung schreit keinen einzigen Weg sieht zu retten, der ist krank.
.....

Kommen Sie, der "nahenutzende Schreiber der ersitischen Kunstgriffe", da noch intuitiv-verstehend mit?

MfG
Thomas

Ersitische Kunstgriffe

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 12.11.2008, 13:18 (vor 5133 Tagen) @ Thomas

Kommen Sie, der "nahenutzende Schreiber der ersitischen Kunstgriffe", da noch intuitiv-verstehend mit?

Thomas, da isses wieder, eines dieser Wollknäuel, aus denen Legenden gestrickt werden (können).

Sie schreiben von ersitischen Kunstgriffen. Ich auch. Das Kuriose daran ist: Wir schreiben beide ersitisch, statt eristisch. Für die einen nur Zufall, für andere federndes Sprungbrett kühner Interpretationen ...

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Ersitisches, aber kopiert

Thomas, Mittwoch, 12.11.2008, 19:33 (vor 5133 Tagen) @ H. Lamarr

Sie schreiben von ersitischen Kunstgriffen. Ich auch. Das Kuriose daran ist: Wir schreiben beide ersitisch, statt eristisch. Für die einen nur Zufall, für andere federndes Sprungbrett kühner Interpretationen ...


Hallo spatenpauli,

nein, kein Zufall, sondern von mir mit "verschlammt"!

Dachte noch, wie schreibt man denn jetzt "eristisch", ooch spatenpauli hats doch "vorgeschrieben", kopier ich gerade.
Überflog das dann, "ersitisch", na ja spatenpauli kennt sich da besser aus, wird wohl stimmen.;-)

Jetzt ist das allerdings nur ein kleiner "Buchstabendreher" gewesen, weiter gesponnen auf komplexere Texte,
viellecht bewust Falsches geschrieben, ich keine Ahnung, kopier mir das und nutze das dann in einem Referat,
ich könnt glatt meine Koffer packen, wäre geliefert säße da einer der das dann merkt und nicht gerade zu den "Wohlwollenden" gehört! :-(

Mit freundlichem Gruß
Thomas

Dann mal anders: "... der ist krank"

AnKa, Donnerstag, 13.11.2008, 07:46 (vor 5132 Tagen) @ Thomas

Hallo AnKa,

dann mal anders, Sie wissen schon, wegen der beliebigen Weise. ;-)

.....

Ein Gedicht von Erich Fried:

Krank
(für David Cooper)

Wer gegen die Gesetze dieser Gesellschaft nie verstoßen hat und nie verstößt und nie verstoßen will, der ist krank.

Und wer sich immer noch nicht krank fühlt an dieser Zeit in der wir leben müssen,
der ist krank.

Wer sich seiner Schamteile schämt und sie nicht liebkost und die Scham anderer die er liebt nicht liebkost ohne Scham,
der ist krank.

Wer sich abschrecken lässt durch die die ihn krankhaft nennen und die die ihn krank machen wollen, der ist krank.

Wer geachtet sein will von denen die er verachtet wenn er den Mut dazu aufbringt,
der ist krank.

Wer sein Mitleid dazu gebraucht die Kranken nicht zu bekämpfen die um ihn herum andere krank machen, der muss krank sein.

Wer sich zum Papst der Moral und zum Vorschriftenmacher der Liebe macht
der ist so krank wie der Papst.

Wer glaubt dass er Frieden haben kann oder Freiheit oder Liebe oder Gerechtigkeit
ohne gegen seine eigene Krankheit und die gegen seiner Feinde und Freunde und seiner Päpste und Ärzte zu kämpfen, der ist krank.

Wer weiß dass er weil er gesund ist ein besserer Mensch ist als die kranken Menschen um ihn herum, der ist krank.

Wer in unserer Welt in der alles nach Rettung schreit keinen einzigen Weg sieht zu retten, der ist krank.
.....

Kommen Sie, der "nahenutzende Schreiber der ersitischen Kunstgriffe", da noch intuitiv-verstehend mit?

Was, glauben Sie denn, ist eigentlich Gesundheit?

--
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Dann mal anders: "... der ist krank"

Thomas, Donnerstag, 13.11.2008, 15:31 (vor 5132 Tagen) @ AnKa

Was, glauben Sie denn, ist eigentlich Gesundheit?

Hallo AnKa,

na ja, nach WHO gar nicht mal so leicht dieses zu definieren,
meine Meinung: Gesundheit ist das subjektive Empfinden gesund zu sein!

Und dieses ist ein erstaunlich guter und genauer Indikator zu mindest für alle die,
die von Zeit zu Zeit noch innehalten können "in diesem rasendem Hamsterrad"
welches Leben genannt wird...

Mit freundlichem Gruß
Thomas

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