ES: Streifall Semmelweis (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 00:29 (vor 5375 Tagen)

Nachdem Frau Semmelweis auf einer Veranstaltung zufällig Dr. Ahus begegnete, weiss die 67-Jährige mehr denn je über Elektrostress. Der Empfehlung von Dr. Ahus folgend meldet sie sich beim IZgMF und bittet um eine Elektrosmogmessung in ihrer Wohnung.

Diese Messung ist der Ausgangspunkt für einen Konflikt, wie er typischer nicht sein kann: Herrscht auf Seiten von Dr. Ahus die unerschütterliche Gewissheit, Frau Semmelweis leide wegen hochgradiger Elektrosensibilität stark unter Elektrostress, so gewinnt das IZgMF bei seinem Besuch vor Ort den Eindruck, dass die Probleme von Frau Semmelweis ganz anderer Natur sind.

Wir veröffentlichen nachfolgend den Schriftwechsel zwischen Dr. Ahus und dem IZgMF. Um Datenschutz zu gewährleisten haben wir die Namen Ahus und Semmelweis frei erfunden und den Schauplatz des Geschehens weggelassen. Alles andere ist authentisch wiedergegeben.

Warum wir den Schriftwechsel veröffentlichen? Nun, wir möchten damit a) die Argumentation zur Diskussion stellen und b) an einem konkreten Beispiel zeigen, wie unterschiedlich sich die Situation einer Betroffenen bewerten lässt, je nachdem, ob man als Fundi an die Sache herangeht oder als Realo. Für eine angemessene Bewertung der gegensätzlichen Argumentation ist selbstverständlich noch die Entgegnung von Dr. Ahus auf die E-Mail des IZgMF vom 3. Januar erforderlich. Sollten wir diese bekommen und keine Einwände vorliegen, werden wir den Fortgang des Schriftwechsels zeitnah in diesem Diskussionsstrang hier wiedergeben.

Nachtrag I vom 10.06.2007

Eskalation im Fall Semmelweis
Nachtrag II vom 19.09.2007
Neues im Fall Semmelweis: Strahlungsarmes DECT

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Semmelweis, Geschädigter, Fallbeispiel, Mitverantwortung, Elektrosmogmessung, Einladung, Unglück

Schreiben Dr. Ahus vom 22.12.06

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 00:34 (vor 5375 Tagen) @ H. Lamarr

Hallo Frau Schall,

Frau Semmelweis in XXXXXXXXXX hatte mich vor Monaten verzweifelt um Hilfe gebeten, weil sie die Strahlung in ihrer Wohnung ganz verrückt macht. Ich hatte dann Sie, Frau Schall, als Vertreterin der Funkpause und des IZgMF weiterempfohlen für die Messung und Beurteilung der Strahlung bei Frau Semmelweis.

Vor einigen Tagen hat mich Frau Semmelweis wieder angerufen und mir berichtet, dass Sie Ihre Messergebnisse nicht an Frau Semmelweis weitergeben wollen, um zu verhindern, dass Frau Semmelweis mit einer Anzeige gegen den Wohnungsnachbarn mit DECT-Telefon vorgeht. Also bin ich heute nach München gefahren und habe gemessen. Im Gegensatz zu Ihrer Aussage gegenüber Frau Semmelweis, dass im Schlafzimmer fast keine Strahlung wäre, und nur in der Küchennische das DECT-Telefon des Nachbarn, liegt eindeutig eine gesundheitlich äußerst bedenkliche Strahlung auch im Schlafzimmer vor (siehe Anlage - Anm. Red.: siehe Protokoll unten).

Bitte beantworten Sie uns folgende Fragen:

1. Können Sie mir erklären, warum Sie bei der hochgradig elektrosensiblen Frau solche verharmlosende Aussagen machen, und sie damit noch weiter in die Verzweiflung treiben?
2. Wie schätzen Sie die Ergebnisse der Gesundheitsbefragungen mit begleitender Strahlungsmessung der Bamberger Ärzteinitiative ein?
3. Was sind in Ihren Augen geeignete Maßnahmen gegen DECT-Telefone?

Gruß
Berhard Ahus

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Protokoll Hochfrequenzmessung in Ihrer Wohnung am 22.12.06 11:00-11:30 Uhr

1. Umgebung:

- im Süden in ca. 500 m Entfernung*) (verdeckt durch Nachbarhaus) Fernsehturm mit vielen Sendeanlagen
- im Osten Mobilfunk-Sendeanlagen auf Dach XXXXXXXXXX Straße 2
- in angrenzender Wohnung (Nordwesten) Schnurlos-Telefon mit DECT-Technik
- in der Wohnung selbst: nur Schnurtelefon

2. Verwendetes Messgerät:

HF-Analyzer 58 B der Firma Gigahertz Solutions; Messbereich 800-3000 MHz, Toleranz 3 dBm

3. Messergebnisse (jeweils höchster Mittelwert/Spitzenwert in Mikrowatt/m²):

Wohnzimmer: 70 / 200
Küchennische: 10 / 800
Flur: 2 / 300
Bad: 3 / 220
Schlafzimmer: 30 / 60

an Wohnungstür zu Nachbar, Herrn XXXXXX: 60 / 6000
Am Fenster im Wohnzimmer (nach Süden, zum Fernsehturm) ist ein deutliches Pulssignal von ca. 10 Hz festzustellen (GPRS-EDGE?).

4. Beurteilung der Messergebnisse:

a) Das DECT-Telefon des Nachbarn ist klar zu erkennen (Faktor 100 zwischen Mittelwert und Spitzenwert, da nicht telefoniert wird, aber trotzdem eine sehr hohe Dauerstrahlung vorliegt)

b) BMW hat für alle Arbeitsstätten weltweit seit drei Jahren einen Maximalwert von 100 Mikrowatt/m² Spitzenwert vorgeschrieben für das firmeninterne DECT-Telefonsystem

c) Die Bamberger Ärzteinitiative hat bei ca. 2000 Personen an ca. 250 Mobilfunk-Senderstandorten festgestellt, dass die Menschen schon unterhalb von 5 Mikrowatt/m² Spitzenwert krank werden, wenn sie lange dieser Strahlung ausgesetzt sind (Referenz: Protokoll des Fachgesprächs zwischen Bundesamt für Strahlenschutz und Bamberger Ärzteinitiative am 02.08.06)

d) Der Vorsorgegrenzwert der Sanitätsdirektion des österreichischen Landes Salzburg wurde 2002 auf Mittelwerte von 10 Mikrowatt/m² im Außenbereich und 1 Mikrowatt/m² in Innenräumen festgelegt.

e) Ich selbst spüre - je nach Frequenz - Strahlungswerte von weniger als 1 Mikrowatt/m² Spitzenwert!

5. Schlussbemerkung:

Eine Abschaltung des DECT-Telefons beim Nachbarn würde die Strahlung in der Küche und im Wohnzimmer deutlich reduzieren. Allerdings ist die Grundbelastung durch Mobilfunksender und DVB-T von außen sehr hoch und liegt deutlich über den von Ärzten festgestellten Schwellenwerten für Gesundheitsschäden bei langfristiger Exposition.
Für Frau Semmelweis, die sehr sensibel auf diese Strahlung reagiert, kann nur ein Umzug in eine strahlungsarme Gegend empfohlen werden.

*) Nachtrag Admin vom 21.09.2011: Mit Google-Earth lassen sich Entfernungen sehr genau vermessen, statt der genannten 500 Meter sind es tatsächlich 1624 Meter.

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Strategie, Funkpause, Fallschilderung, Druck, Alarmschläger, Psychotherapeut, Selbsthilfegruppe, Brief, Selbsthilfe, Fallbeispiel, Vorsorgegrenzwert

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 00:37 (vor 5375 Tagen) @ H. Lamarr

Sehr geehrter Herr Dr. Ahus,

Ihre Einschätzung der Situation bei Frau Semmelweis teile ich nicht. Bei meinem Besuch vor Ort Ende November 2006 konnte ich mir selbst ein Bild machen und dieses sieht so aus: Frau Semmelweis sagt, sie lebe sehr gesund, mache täglich lange Spaziergänge und achte auf gesunde Ernährung. Elektrosensibel sei sie nicht, sie leide jedoch unter unruhigen Beinen und ein Nachbar habe ihr mit Zigarettenrauchen das Leben schwer gemacht. Deshalb sei sie auch zur Behandlung in der Nervenklinik München-Haar gewesen. Auf Elektrosmog aufmerksam wurde sie aufgrund einer Tollwood-Veranstaltung. Sie, Herr Dr. Ahus, hätten ihr bei dieser Gelegenheit dazu geraten, in der Wohnung Messungen durchs IZgMF vornehmen zu lassen. Für diese Messungen verwendete ich ein Breitbandmessgerät vom Typ HF58B.

Noch vor der ersten Messung meldet Frau Semmelweis Bedenken an, ob es gut sei, bei ihr zu messen. Sie erwartet hohe Werte, verursacht von einem Nachbarn mit DECT-Anlage mit dem Sie im Streit ist (nicht identisch mit dem rauchenden Nachbarn). Die Frage, welche Messwerte ihrer Meinung nach bedenklich hoch seien, kann sie nicht beantworten. Beim Gang durch die Wohnung messe ich zunächst Werte zwischen 60 µW/m² und 1700 µW/m² (Spitzenwert), die akustische Wiedergabe des demodulierten HF-Signals macht deutlich, dass DECT dominiert. Auf die Messwerte sowie auf Geräusch und Lautstärke des DECT-Signals reagiert Frau Semmelweis aufgeregt. Ich schalte daher den Ton aus sowie auf Mittelwert um und messe im Schlafzimmer angekommen am Schlafplatz maximal 5 µW/m², die ich als unbedenklichen Wert kommentiere. Frau Semmelweis erwidert, Sie, Herr Dr. Ahus, hätten gesagt, schon geringste Strahlung könne krank machen. Die Frage nach typischen Symptomen wie Schlaflosigkeit oder ungewöhnliche Kopfschmerzen verneint sie, fürchtet aber, dass ihre Lebensmittel in der Küche von der DECT-Anlage des Nachbarn verstrahlt werden.

Frau Semmelweis möchte, dass der Nachbar seine DECT-Anlage gegen ein nicht strahlendes Telefon austauscht und die Wohnungsvermieterin sich dafür einsetzt, dass dies geschieht. Notfalls werde sie den Nachbarn verklagen und die Mietzahlung einstellen, die Vermieterin habe kein Recht auf Miete, wenn sie (Frau Semmelweis) in einer verstrahlten Wohnung leben müsse. Ich sage ihr, dass ihr für eine Klage die Rechtsgrundlage fehlt, empfehle eine gütliche Regelung mit dem Nachbarn, demonstriere ihr die Wirkung von Abschirmmaterial und händige ihr abschließend zur Lektüre das Mobilfunkheft des Umweltinstituts München aus sowie die Abschirmbroschüre des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU).

In mehreren Telefonaten stellt Frau Semmelweis nun eine Reihe von Forderungen an mich (z. B. Anbringen einer Abschirmung, führen der Verhandlung mit dem Nachbarn und der Vermieterin). Zuletzt verlangt sie von mir eine Bescheinigung mit den Messwerten. Sie will damit die Voraussetzung für eine unentgeltliche Rechtsberatung schaffen. Ich verweigere ihr die Bescheinigung mit der Begründung, dass sie noch immer keine Grundlage für eine erfolgreiche Klage vorzuweisen habe und ich kein Gutachter bin, dessen Messprotokoll vor Gericht anerkannt würde. Für ein gerichtsfestes Protokoll müsste sie sich einen akkreditierten Messtechniker kommen lassen. Frau Semmelweis ist über meine Weigerung empört, sie verlangt von mir Ihre Telefonnummer, Herr Dr. Ahus, um sich zu beschweren, und sie bekommt diese auch.

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

1) Ich habe mich bemüht, Frau Semmelweis sachlich über die vorherrschende Situation zu informieren, sie von irrationalen Ängsten zu befreien, vor unnötigen Ausgaben zu bewahren und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Messung und Beratung waren für Frau Semmelweis kostenlos. Ich kann absolut nichts erkennen, womit ich Frau Semmelweis weiter in die Verzweiflung getrieben haben soll. Im Gegenteil: Meiner Einschätzung zufolge haben Sie einer psychisch labilen Person eine irrationale Angst vor Elektrosmog eingeredet, ohne die Situation mit angemessenen Lösungsvorschlägen auch wieder entspannen zu können. Frau Semmelweis ist eigenen Angaben zufolge Sozialhilfeempfängerin, sie zu einem Rechtsanwalt zu schicken, wie Sie es taten, ist keine Lösung. Die von Ihnen am Schlafplatz gemessenen 30/60 µW/m² (Mittelwert/Spitzenwert) halte ich nicht für gesundheitlich äußerst bedenklich. Da Frau Semmelweis über keinerlei Symptome klagt, sind diese Werte aus meiner Sicht schlimmstenfalls Anlass für eine vorsorgliche Abschirmmaßnahme.

2) Die Bamberger-Ärzteinitiative besteht meiner Einschätzung nach im Wesentlichen nur noch aus Frau Dr. Waldmann-Selsam. Das Sammeln von Krankheitsschilderungen im Zusammenhang mit Mobilfunk halte ich für nützlich, wenn diese Informationen interessierten Stellen zur Analyse zugänglich sind und nicht allein der Verfügungsgewalt von Dr. Waldmann-Selsam unterliegen. Die Bewertung der Krankheitsschilderungen durch Dr. Waldmann-Selsam ist meiner Einschätzung nach unfachmännisch und maßlos übertrieben, die Kompetenzen von Dr. Waldmann-Selsam in der messtechnischen Erfassung hoch- und niederfrequenter elektrischer Signale schätze ich gering ein.

3) Die kommenden CAT-iq-Telefone sollten wegen der HF-Leistungsregelung gegenüber herkömmlichen DECT-Anlagen einen erheblichen Fortschritt bringen. Bei herkömmlichen DECT-Anlagen empfiehlt sich die Anschaffung eines strahlungsarmen Modells, um die Dauerbelastung zu reduzieren, CT1+ empfehle ich wegen der nur noch kurzen zulässigen Laufzeit nicht mehr. Auch mit Alu-Haushaltsfolie (oder vergleichbar wirksamen kommerziellen Abschirmprodukten) lässt sich unserer Erfahrung nach eine deutliche Reduzierung der Feldstärke erreichen. Optimal und am einfachsten ist eine Maßnahme direkt am Emissionsort, also direkt an der DECT-Basisstation. Deshalb habe ich Frau Semmelweis als Erstes empfohlen, sich mit dem Nachbarn gütlich zu einigen.

Ich bin mir sicher, Herr Dr. Ahus, dass Sie meine Sicht der Dinge nicht teilen werden. Hier treffen grundsätzlich unterschiedliche Einschätzungen aufeinander. Deshalb stelle ich unseren Schriftwechsel anonymisiert im Forum der IZgMF-Website zur Diskussion. Auf diese Weise können wir die Belastbarkeit unserer Argumentation auf die Probe stellen und ggf. neue nützliche Erkenntnisse gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen
Informationszentrum gegen Mobilfunk

Heidrun Schall


Nachtrag: Fortsetzung des Streitfalls im Juni 2007: Eskalation im Fall Semmelweis

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Anfrage, DECT, Semmelweis, Fallschilderung, Titel, Brief, Tollwood, Fallbeispiel

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Fee, Donnerstag, 04.01.2007, 09:37 (vor 5374 Tagen) @ H. Lamarr

Dass es auch besorgte und ängstliche Menschen bezüglich Strahlung gibt (und innerhalb der statistischen Wahrscheinlichkeit auch solche die psychisch labil sind) bestreitet wohl kaum jemand, höchstens den Umkehrschluss, dass alle Betroffenen besorgt, ängstlich und psychisch labil sind. Besser die verantwortliche Regierung wäre etwas besorgter bzw. vorsorgender.
Hat eigentlich die ödp nun eine ähnliche Ausrichtung wie in diesem Forum?
Steffen Branse von 02 freut sich jedenfalls über diesen Beitrag.

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Druck

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Karl, Donnerstag, 04.01.2007, 10:30 (vor 5374 Tagen) @ Fee

Hat eigentlich die ödp nun eine ähnliche Ausrichtung wie in diesem Forum?

Was meinen sie mit ähnliche Ausrichtung, wohin?
Die ödp bearbeitet das Thema Mobilfunk seit scheitern des Volksbegehren nicht mehr aktiv. Link auf die Webseite ödp www.oedp.de

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Gast, Donnerstag, 04.01.2007, 12:28 (vor 5374 Tagen) @ Fee

Hat eigentlich die ödp nun eine ähnliche Ausrichtung wie in diesem Forum?
Steffen Branse von 02 freut sich jedenfalls über diesen Beitrag.

Ich lege Wert darauf, festzustellen, dass ich nicht bei O2 angestellt bin.
Richtig ist vielmehr, dass ich für die Firma E-Plus arbeite.

MfG

Steffen Branse

IZgMF und die ödp

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 14:58 (vor 5374 Tagen) @ Fee

Hat eigentlich die ödp nun eine ähnliche Ausrichtung wie in diesem Forum?

Diese Frage sollten Sie der ödp stellen. Das IZgMF-Forum dürfte auf die Programme und Ziele politischer Parteien herzlich wenig direkten Einfluss haben. Oder wollten Sie nur andeuten, dass das IZgMF das Sprachrohr der ödp ist? Wenn es so wäre, Fee, müsste der Bundesvorsitzende der ödp nicht, wie geschehen, zu einem redaktionellen IZgMF-Beitrag eine Gegendarstellung bringen. Brauchen Sie noch mehr Beweise unserer Unabhängigkeit?

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Tags:
ödp, Schall

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Schmetterling @, Donnerstag, 04.01.2007, 12:30 (vor 5374 Tagen) @ H. Lamarr

Dass diese Begebenheit sich so zugetragen hat, wie beschrieben, nehme ich Ihnen voll ab.
Doch hat das alles nichts mit Elektrostress zu tun.

Wie ist die Situation? Wir haben eine ängstliche, psychisch labile Frau, die offensichtlich recht häufig Streit mit mehreren Ihrer Nachbarn hat. Sie sucht nach einem Grund, um einen Rechtsstreit anzufangen. Ihr kommt diese Gelegenheit recht. Sie verlangt von Ihnen die Herausgabe der Messergebnisse, weil sie diese für eine Klage braucht. Da die Frau, wie Sie selber schreiben, sich selber nicht als ES einschätzt, hätte der Aufhänger für ihre Streitereien auch etwas völlig anderes sein können (ein Mitbewohner, der ein Haustier hat, Musik etwas lauter hört, Aids hat etc.).

Die Rolle des Arztes werte ich wie einen Zeitungsartikel, der unsachlich über BSE, Vogelgrippe, Gammelfleisch oder ähnliches berichtet.

Wie kommen Sie darauf, dass Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen typisch für ES sind?

der Schmetterling

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Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, dass dies meine persönliche Meinung ist und keine Tatsache.

Vertrauensperson

AnKa, Donnerstag, 04.01.2007, 14:23 (vor 5374 Tagen) @ Schmetterling

Die Rolle des Arztes werte ich wie einen Zeitungsartikel, der unsachlich über BSE, Vogelgrippe, Gammelfleisch oder ähnliches berichtet.

Ich nicht.

Ich werte die Rolle eines Arztes als die einer Vertrauensperson.

Im gegebenen Fall missbrauchte der Arzt "Dr. Ahus" diese Rolle, um seine der Außenseitermedizin zuzurechnenden Ansichten an einem lebenden Objekt in Wirkung zu bringen. Dabei hat er billigend in Kauf genommen, die Frau unter Berufung auf Unbewiesenes in Angst und Schrecken zu versetzen.

Tags:
, Missbrauch, Angst, Außenseiter

Keine Vertrauensperson

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 14:44 (vor 5374 Tagen) @ AnKa

Die Rolle des Arztes werte ich wie einen Zeitungsartikel, der unsachlich über BSE, Vogelgrippe, Gammelfleisch oder ähnliches berichtet.


Ich nicht.

Ich werte die Rolle eines Arztes als die einer Vertrauensperson.

Ihr Schluss, Anka, trifft in diesem Fall nicht ganz zu. Denn Dr. Ahus ist kein Dr. med. Ahus, auch kein Dr. dent. Ahus! Das macht die folgenschwere Diagnose "hochgradig elektrosensibel" noch ein Stückchen tragischer.

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Dr. Ahus ist kein Arzt!

Franz, Donnerstag, 04.01.2007, 14:45 (vor 5374 Tagen) @ Schmetterling

Die Rolle des Arztes...

Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei "Dr. Ahus" nicht um einen "Dr. med." handelt. Es gibt auch noch andere Doktoren.

Spatenpauli wohl vergessen, auf diese Tatsache hinzuweisen.

Bei genauem Lesen muss man aber feststellen, dass nirgendwo die Rede davon war, dass es sich bei Dr. Ahus um einen Arzt handelt.

Dies zeigt, wie leicht bei Internetdiskussionen Mißverständnisse entstehen können.
Deshalb bitte ich Sie, liebe User, Punkt 2 der Netiquette anzuwenden.

"Erst lesen, dann denken, dann nochmal lesen, dann nochmal denken und dann erst posten!
Die Gefahr von Mißverständnissen ist bei einem geschriebenen, computerisierten Medium besonders hoch.
Vergewissern Sie sich mehrmals, daß der Autor des Artikels, auf den Sie antworten wollen, auch das gemeint hat, was Sie denken.
"

Dr. Ahus ist kein Arzt!

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 15:20 (vor 5374 Tagen) @ Franz

Spatenpauli wohl vergessen, auf diese Tatsache hinzuweisen.

Ätsch, ich war 1 Minute schneller als du :-P

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Dr. Ahus ist kein Arzt!

Franz, Donnerstag, 04.01.2007, 15:46 (vor 5374 Tagen) @ H. Lamarr

Ätsch, ich war 1 Minute schneller als du :-P

Bin froh, dass du dich wieder blicken läßt.
Darf ich dir das Zepter wieder übergeben, oder soll ich noch ein wenig weiter "herrschen"? ;-)

Dr. Ahus ist kein Arzt!

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 16:07 (vor 5374 Tagen) @ Franz

Darf ich dir das Zepter wieder übergeben, oder soll ich noch ein wenig weiter "herrschen"? ;-)

Franz! Du weißt doch: Bei uns darf jeder machen was er will - egal, ob er will oder nicht! Oder aus aktuellem Anlass umgedeutet: egal, ob Putschist oder nicht.

Mach' bitte noch ein paar Tage weiter bis Klaus wieder da ist, denn meine Zeitdecke ist für das, was ich soeben mache, tagsüber eigentlich viel zu kurz.

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Dr. Ahus ist kein Arzt!

AnKa, Donnerstag, 04.01.2007, 18:35 (vor 5374 Tagen) @ Franz

Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei "Dr. Ahus" nicht um einen "Dr. med." handelt. Es gibt auch noch andere Doktoren.

Bei genauem Lesen stellt man immerhin fest, daß er sich zumindest aufführt wie ein Arzt, wenn er zum Beispiel kombiniert, es liege "eindeutig" eine sogenannte "gesundheitlich äußerst bedenkliche Strahlung auch im Schlafzimmer vor" und von "der hochgradig elektrosensiblen Frau" daherredet.

Allerdings hätten mir schon diese Aussagen zeigen können, daß es sich um einen zumindest komischen Arzt handeln muss. Wahrscheinlich ist ja nun vielmehr: um einen komischen Vogel, der mit Aussagen wie "Ich selbst spüre - je nach Frequenz - Strahlungswerte von weniger als 1 Mikrowatt/m² Spitzenwert!" hausieren geht.

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 15:35 (vor 5374 Tagen) @ Schmetterling

Dass diese Begebenheit sich so zugetragen hat, wie beschrieben, nehme ich Ihnen voll ab.

Danke, das erleichtert die Diskussion merklich.

Doch hat das alles nichts mit Elektrostress zu tun.

Ja, so kann man das auch sehen. Die Geschichte hat aber noch einen weiteren Zweck: Wir (IZgMF) wollen damit exemplarisch zeigen, was so alles an uns herangetragen wird, wie man mit uns umgeht und wo wir unsere kritische Einstellung gegenüber ES (und einigen Verfechtern) her haben.

Die Rolle des Arztes werte ich wie einen Zeitungsartikel, der unsachlich über BSE, Vogelgrippe, Gammelfleisch oder ähnliches berichtet.

Und ich hätte gewettet, Sie würden Dr. Ahus unterstützen! So gesehen hat sich das Experiment der Veröffentlichung für mich schon gelohnt, denn anscheinend habe ich Ihre kritische Haltung gegenüber der eigenen Fraktion falsch eingeschätzt. Dennoch: Dr. Ahus ist kein Nobody, sondern ein einflussreicher Mobilfunkkritiker, es muss also Leute geben, die er mehr überzeugen konnte als Sie.

Wie kommen Sie darauf, dass Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen typisch für ES sind?

In der 84 Symptome umfassenden Liste (PDF) von Dr. Schorpp, die meines Wissens auch von Dr. Waldmann-Selsam als Referenz verwendet wird - dies adelt sozusagen diese Liste ;-) - tauchen die genannten Symptome unter den Nummern 1 und 8 auf.

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, Überzeugungstäter

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Fee, Donnerstag, 04.01.2007, 17:12 (vor 5374 Tagen) @ H. Lamarr

Dass diese Begebenheit sich so zugetragen hat, wie beschrieben, nehme ich Ihnen voll ab.

Danke, das erleichtert die Diskussion merklich.

Beim Lesen dieser Begebenheit denke ich, dass ähnlich wie in diesem Forum das entsprechende Vorgehen in einem solchen Fall den Erfolg oder eben nicht ausmacht. Am Anfang bei einer solchen Messung sollte jeweils ein einfühlsames Gespräch stehen über die Symptome, Beobachtungen usw., das gibt schon etwas Hinweise, ob es sich vor allem um Besorgnis handelt, um Nachbarschaftskonflikte usw. oder Elektrosensibilität. Es existieren sogenannte baubiologische Richtwerte, wo auch empfindliche Personen beschwerdefrei sein sollten. Davon muss doch nicht die betroffene Frau Kenntnis haben. Nach Angabe der gemessenen Werte schreibt man diese Werte z.B. in Klammer hin. Dann versucht man, wo man mit einfachen Massnahmen den Elektrosmog minimieren kann, das halte ich für grundsätzlich gut, egal ob elektrosensibel oder nicht, auch niederfrequente Felder können eine Rolle spielen. Dann sollte man der betroffenen Frau die Angaben schriftlich geben, samt Adressen z.B. von Abschirmmaterialien, Schnurlostelefonen, die nicht strahlen, wenn das Mobilteil aufgegt wird, Info-Material für ein Gespräch mit der Nachbarin, weiterführende Adressen für Messungen durch Spezialisten. So fühlen sich Betroffene geholfen und verstanden, hilft unnötige Panik verhindern zugunsten von konkreten Massnahmen, vermindert den Einfluss von Scharlatanen. Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind nur Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung. Vermutlich kommen jetzt dann gleich kritische Einwände, denn das letztere scheint im izgmf an einen kleinen Ort geraten zu sein.

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Karl, Donnerstag, 04.01.2007, 19:58 (vor 5374 Tagen) @ Fee

Beim Lesen dieser Begebenheit denke ich, dass ähnlich wie in diesem Forum das entsprechende Vorgehen in einem solchen Fall den Erfolg oder eben nicht ausmacht.

Was ist ein Erfolg und was ein Misserfolg?

Am Anfang bei einer solchen Messung sollte jeweils ein einfühlsames Gespräch stehen über die Symptome, Beobachtungen usw., das gibt schon etwas Hinweise, ob es sich vor allem um Besorgnis handelt, um Nachbarschaftskonflikte usw. oder Elektrosensibilität.

Das werden doch wohl beide gemacht haben und dennoch kommen sie zu sehr unterschiedlichen Aussagen.
Dr. Ahus arbeitet mit der Angst, er rät sogar zu einem Wohnungswechsel. So werden schein ES-Betroffene produziert. Man sollte hier nicht vergessen, Dr. Ahus ist selbst ES-Betroffener.

Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind nur Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung. Vermutlich kommen jetzt dann gleich kritische Einwände, denn das letztere scheint im izgmf an einen kleinen Ort geraten zu sein.

Soo Fee, dann verraten sie uns mal, wie das aussehen könnte.

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Fee, Donnerstag, 04.01.2007, 20:41 (vor 5374 Tagen) @ Karl

Beim Lesen dieser Begebenheit denke ich, dass ähnlich wie in diesem Forum das entsprechende Vorgehen in einem solchen Fall den Erfolg oder eben nicht ausmacht.


Was ist ein Erfolg und was ein Misserfolg?

Ein Erfolg wäre es gewesen, wenn die betroffene Frau sich nicht bei Dr. Ahus beschwert hätte, sondern sich geholfen und verstanden gefühlt hätte.

Am Anfang bei einer solchen Messung sollte jeweils ein einfühlsames Gespräch stehen über die Symptome, Beobachtungen usw., das gibt schon etwas Hinweise, ob es sich vor allem um Besorgnis handelt, um Nachbarschaftskonflikte usw. oder Elektrosensibilität.


Das werden doch wohl beide gemacht haben und dennoch kommen sie zu sehr unterschiedlichen Aussagen. Dr. Ahus arbeitet mit der Angst, er rät sogar zu einem Wohnungswechsel. So werden schein ES-Betroffene produziert. Man sollte hier nicht vergessen, Dr. Ahus ist selbst ES-Betroffener.

Bei genügender Objektivität kann eigene Erfahrung als Elektrosmog-Betroffene, welche die Auswirkungen von Elektrosmog auf ihren Organismus selber erlebt haben, ein Vorteil sein, gewisse von Charles erwähnte Zusammenhänge werden dadurch eher erkannt. Ansonsten können Schein-Unbetroffene entstehen.

Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind nur Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung. Vermutlich kommen jetzt dann gleich kritische Einwände, denn das letztere scheint im izgmf an einen kleinen Ort geraten zu sein.


Soo Fee, dann verraten sie uns mal, wie das aussehen könnte.

Wenn Sie uns verraten wollen, was Sie bisher bereits unternommen haben. Nehmen Sie z.B. teil beim netzwerk risiko mobilfunk? Sind Sie bei einer BI?

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Karl, Freitag, 05.01.2007, 21:53 (vor 5373 Tagen) @ Fee

Ein Erfolg wäre es gewesen, wenn die betroffene Frau sich nicht bei Dr. Ahus beschwert hätte, sondern sich geholfen und verstanden gefühlt hätte.

:no:

Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind nur Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung. Vermutlich kommen jetzt dann gleich kritische Einwände, denn das letztere scheint im izgmf an einen kleinen Ort geraten zu sein.

Soo Fee, dann verraten sie uns mal, wie das aussehen könnte.

Wenn Sie uns verraten wollen, was Sie bisher bereits unternommen haben.

All das was eine BI so macht.

Nehmen Sie z.B. teil beim netzwerk risiko mobilfunk?

Nein

Sind Sie bei einer BI?

Die BI hat sich mitlerweile aufgelöst, wie viele andere auch.-

Jetzt sind sie dran, beantworten sie mir meine Frage oder ... sie?

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Fee, Freitag, 05.01.2007, 23:07 (vor 5373 Tagen) @ Karl

Ein Erfolg wäre es gewesen, wenn die betroffene Frau sich nicht bei Dr.

Ahus beschwert hätte, sondern sich geholfen und verstanden gefühlt hätte.

:no:

Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind nur

Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung.
Vermutlich kommen jetzt dann gleich kritische Einwände, denn das letztere
scheint im izgmf an einen kleinen Ort geraten zu sein.

Soo Fee, dann verraten sie uns mal, wie das aussehen könnte.

Wenn Sie uns verraten wollen, was Sie bisher bereits unternommen haben.

All das was eine BI so macht.

Nehmen Sie z.B. teil beim netzwerk risiko mobilfunk?

Nein

Sind Sie bei einer BI?

Die BI hat sich mitlerweile aufgelöst, wie viele andere auch.-

Jetzt sind sie dran, beantworten sie mir meine Frage oder ... sie?

Ich selber arbeite in zwei landesweiten Widerstandsorganisationen mit samt Vernetzung ins Ausland, in einer lokalen BI und zwei Selbsthilfeorganisationen für Elektrosensible.

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

KlaKla, Sonntag, 07.01.2007, 11:38 (vor 5371 Tagen) @ Fee

Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind nur Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung.

Soo Fee, dann verraten sie uns mal, wie das aussehen könnte.

Ich selber arbeite in zwei landesweiten Widerstandsorganisationen mit samt Vernetzung ins Ausland, in einer lokalen BI und zwei Selbsthilfeorganisationen für Elektrosensible.

Fee, damit ist aber die Frage von Karl nicht beantwortet.

--
Meine Meinungsäußerung

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Fee, Sonntag, 07.01.2007, 13:31 (vor 5371 Tagen) @ KlaKla

Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind

nur Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung.

Soo Fee, dann verraten sie uns mal, wie das aussehen könnte.

Ich selber arbeite in zwei landesweiten Widerstandsorganisationen mit

samt Vernetzung ins Ausland, in einer lokalen BI und zwei
Selbsthilfeorganisationen für Elektrosensible.

Fee, damit ist aber die Frage von Karl nicht beantwortet.

Beim Nachlesen auf den Homepages dieser Widerstandsorganisationen ersieht man, mit welchen Mitteln diese sich gegen eine weitere Verstrahlung eingesetzt haben. Nur weil es schwierig ist, sollte man nicht einfach aufgeben.

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

KlaKla, Sonntag, 07.01.2007, 17:46 (vor 5371 Tagen) @ Fee

Beim Nachlesen auf den Homepages dieser Widerstandsorganisationen ersieht man, mit welchen Mitteln diese sich gegen eine weitere Verstrahlung eingesetzt haben. Nur weil es schwierig ist, sollte man nicht einfach aufgeben.

Um hier nachlesen zu können, müssen Sie erst mal die Homepage der Widerstandsorganisationen angeben.

--
Meine Meinungsäußerung

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

KlaKla, Sonntag, 07.01.2007, 12:00 (vor 5371 Tagen) @ Fee

Am Anfang bei einer solchen Messung sollte jeweils ein einfühlsames Gespräch stehen über die Symptome, Beobachtungen usw., das gibt schon etwas Hinweise, ob es sich vor allem um Besorgnis handelt, um Nachbarschaftskonflikte usw. oder Elektrosensibilität.
Es existieren sogenannte baubiologische Richtwerte, wo auch empfindliche Personen beschwerdefrei sein sollten. Davon muss doch nicht die betroffene Frau Kenntnis haben.
Nach Angabe der gemessenen Werte schreibt man diese Werte z.B. in Klammer hin. Dann versucht man, wo man mit einfachen Massnahmen den Elektrosmog minimieren kann, das halte ich für grundsätzlich gut, egal ob elektrosensibel oder nicht, auch niederfrequente Felder können eine Rolle spielen.
Dann sollte man der betroffenen Frau die Angaben schriftlich geben, samt Adressen z.B. von Abschirmmaterialien, Schnurlostelefonen, die nicht strahlen, wenn das Mobilteil aufgegt wird, Info-Material für ein Gespräch mit der Nachbarin, weiterführende Adressen für Messungen durch Spezialisten. So fühlen sich Betroffene geholfen und verstanden, hilft unnötige Panik verhindern zugunsten von konkreten Massnahmen, vermindert den Einfluss von Scharlatanen. Was man nicht vergessen sollte, alle Minimierungsmassnahmen sind nur Notlösungen, wichtig wäre der Einsatz gegen weitere Verstrahlung. Vermutlich kommen jetzt dann gleich kritische Einwände, denn das letztere scheint im izgmf an einen kleinen Ort geraten zu sein.


Ich denke nicht, dass das eine BI alles leisten kann geschweige den sollte, wenn die so genannten Frontleute sich einem Dialog verweigern. Die Bürgerwelle und wohl auch sie verlange bedingungslose Unterwerfung für die ES-Betroffenen aber von Solidarität kann man nur träumen, wenn eine Aktion mal nicht von der BW aus geht. Stimmt, ich vermute, dass Sie der BW nahe stehen und/oder Mitglied sind.

Vielleicht ist ja gerade der mangelnde Dialog ein Grund, warum die "vielen" BI's nach erfolgreicher Aufstellung eines Sendemasten sich nicht weiter aktiv mit dem Thema Mobilfunk auseinander setzen wollen.
Es gibt sie nicht, die "vielen" aktiven Mobilfunkgegner die Anderen aktiv behilflich sind. Es gibt keinen Dialog zwischen den unterschiedlichen Strömungen in der Bewegung. Entweder du bist für mich andernfalls bin ich gegen dich. Totalitäre Führung.

Aktionstag Mobilfunk (2006), wo waren die vielen Aktionen der deutschlandweiten Bürgerbewegungen? Ich habe keine Aktion von Zwerenz, Dr. Scheiner, der Partei Ödp oder Dr. Stöcker vom Verein der ES-Betroffenen gesehen. WLAN-Petition, warum haben diverse Frontleute die öffentliche Veranstaltungen abhalten, etc. nicht unterzeichnet? Unangenehme Tatsache, die Sie nicht wegdiskutieren können.

Verwandter Thread
"Was ist los mit dem Forum mit dem kleinen g?"
Kritik an S. Zwerenz und Dr. Scheiner

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Meine Meinungsäußerung

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Fee, Sonntag, 07.01.2007, 13:42 (vor 5371 Tagen) @ KlaKla

Ich denke nicht, dass das eine BI alles leisten kann geschweige den sollte, wenn die so genannten Frontleute sich einem Dialog verweigern. Die Bürgerwelle und wohl auch sie verlange bedingungslose Unterwerfung für die ES-Betroffenen aber von Solidarität kann man nur träumen, wenn eine Aktion mal nicht von der BW aus geht. Stimmt, ich vermute, dass Sie der BW nahe stehen und/oder Mitglied sind.

Wenn man schon solche Beispiele öffentlich ins Internet setzt, sollte man auch bereit sein, zu entsprechenden Abklärungen, sonst wird das der betroffenen Frau nicht gerecht. Was sollen denn der Rest für Unterstellungen sein. Ihren Frust gegenüber erwähnten Personen sollten Sie bei denen direkt kommunizieren.

Vielleicht ist ja gerade der mangelnde Dialog ein Grund, warum die "vielen" BI's nach erfolgreicher Aufstellung eines Sendemasten sich nicht weiter aktiv mit dem Thema Mobilfunk auseinander setzen wollen. Es gibt sie nicht, die "vielen" aktiven Mobilfunkgegner die Anderen aktiv behilflich sind. Es gibt keinen Dialog zwischen den unterschiedlichen Strömungen in der Bewegung. Entweder du bist für mich andernfalls bin ich gegen dich.

So verallgemeinert sollte man das nicht sehen, klar gibt es solche, die sich nur gegen den Masten vor ihrer Haustür wehren, aber auch diese tragen gesamtheitlich zum Widerstand bei, landesweit tätige Organisationen unterstützen und vernetzen die regionalen BI's. Bezüglich Dialog liessen sich gewisse Verbesserungen erreichen, das ist aber kein Grund, alles aufzugeben.

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

Schmetterling @, Donnerstag, 04.01.2007, 21:03 (vor 5374 Tagen) @ H. Lamarr

Wie kommen Sie darauf, dass Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen typisch für ES sind?


In der 84 Symptome umfassenden Liste (PDF) von Dr. Schorpp, die meines Wissens auch von Dr. Waldmann-Selsam als Referenz verwendet wird - dies adelt sozusagen diese Liste ;-) - tauchen die genannten Symptome unter den Nummern 1 und 8 auf.

Wenn Sie "typisch" gegen "häufig" eintauschen, ist das ok.

der Schmetterling

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Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, dass dies meine persönliche Meinung ist und keine Tatsache.

Schlafstörungen und Kopfschmerzen dominieren

Gast, Donnerstag, 04.01.2007, 22:29 (vor 5374 Tagen) @ Schmetterling

Wenn Sie "typisch" gegen "häufig" eintauschen, ist das ok.

Passend dazu der Abstrakt einer frischen Schweizer Studie, der heute über den Hartenstein-Newsletter reingekommen ist:

Soz Praventivmed. 2006;51(4):202-9.

The prevalence of symptoms attributed to electromagnetic field exposure: a cross-sectional representative survey in Switzerland.

* Schreier N,
* Huss A,
* Röösli M.

Department of Social and Preventive Medicine, University of Bern, Switzerland.

OBJECTIVES: To investigate health risk perception as well as to assess the prevalence of self-reported symptoms attributed to electromagnetic fields (EMF) and other environmental exposures in the general population of Switzerland.
METHODS: Between May and June 2004, telephone interviews of a representative sample of the Swiss population (n=2048, >14 years old) about: (1) health symptoms attributed to five environmental factors (one of which was EMF), (2) health risk perception related to 12 environmental risk factors (five of which were different EMF sources).
RESULTS: We found a prevalence of 5% (95% CI 4-6%) for electromagnetic hypersensitivity (EHS) in our study sample. The most common health complaints among EHS individuals were sleep disorders (43%) and headaches (34%), which were mostly attributed to power lines and mobile phone handsets. In addition, 53 percent (95% CI 51-55%) were worried about adverse health effects from EMF, without attributing their own health symptoms to them.
CONCLUSIONS: The large proportion of the population who is concerned or attributes own symptoms to EMF may cause societal conflicts given the ubiquity of EMF in our everyday life.

PMID: 17193782 [PubMed - in process]

Anzuzweifeln

AnKa, Freitag, 05.01.2007, 18:08 (vor 5373 Tagen) @ Gast

The most common health complaints among EHS individuals were sleep disorders (43%) and headaches (34%), which were mostly attributed to power lines and mobile phone handsets.

Es fehlt jedoch die Blindstudie, die aus den "selbstberichtenden" ES-Menschen real existierende ES-Menschen machen würde.

So besehen, weiss man nicht so recht, was man mit einer solchen "Studie" anfangen soll. Sie präsentiert ein Ergebnis ohne tragfähige Basis.

Bedenklich stimmt die Schlussfolgerung:

The large proportion of the population who is concerned or attributes own symptoms to EMF may cause societal conflicts

Übersetze etwa so:

Wenn jemand, auch aus nicht objektivierbarem Grund, meint, laut werden zu müssen, dann wird es: laut.

Welch große Überraschung.

Schreiben IZgMF vom 03.01.07

KlaKla, Sonntag, 07.01.2007, 11:33 (vor 5371 Tagen) @ H. Lamarr

Die Frau besuchte eine Info-Veranstaltung (Tollwood) zum Thema Mobilfunk.
Da wurde Sie auf die Problematik Mobilfunk und Strahlung aufmerksam.
Die Frau macht sich nun Sorgen, bezeichnet sich selbst aber nicht als Elektrosensible. Die erste Anlaufstelle zu einer ihrer Meinung nach kompetenten Person ist Dr. Ahus, der kein Mediziner ist, aber nach eigenen Angaben zufolge selbst Elektrosensibel.

Hat Dr. Ahus, Frau Schall von dem Gespräch und der Empfehlung einer Messung bei Frau Semmelweis durch das IZgMF vor ihrem Besuch bei Semmelweis in Kenntnis gesetzt?
Hat Dr. Ahus, Frau Semmelweis gesagt, dass er selbst ES-Betroffen ist und kein Dr. med. ist?

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Meine Meinungsäußerung

ES: Auf die Begriffe achten!

AnKa, Donnerstag, 04.01.2007, 09:37 (vor 5374 Tagen) @ H. Lamarr

Nun, wir möchten damit a) die Argumentation zur Diskussion stellen und b) an einem konkreten Beispiel zeigen, wie unterschiedlich sich die Situation einer Betroffenen bewerten lässt, je nachdem, ob man als Fundi an die Sache herangeht oder als Realo. Für eine angemessene Bewertung der gegensätzlichen Argumentation ist selbstverständlich noch die Entgegnung von Dr. Ahus auf die E-Mail des IZgMF vom 3. Januar erforderlich.

Offensichtlich sind Sie der Überzeugung, in "Dr. Ahus" einem erklärten "Fundi" gegenüberzustehen. Hier wäre auf die Präzisierung bei den Begriffen zu achten:

"Fundi" ist ein Kosewort für einen Begriff mit ernstem Hintergrund.

Zum Wesen des "Fundi" (sprich nämlich: "Fundamentalisten" ) gehört, daß er antritt, um sein Ziel zu erreichen, das nämlich weltanschaulicher Natur ist und das in einer wesentlichen Gegenbewegung gegen die Moderne schlechthin besteht. Der Fundamentalist will weder helfen, noch heilen, noch Beistand leisten. Der Fundamentalist will die Eskalation.

"Dr. Ahus" scheint sich in der Tat entsprechend verhalten zu haben. Was jedoch diese Frau möglicherweise benötigt, ist seelsorgerischer oder psychotherapeutischer Beistand. Gerade für diese genannten Ansätze würde jedoch der Zugang zu dieser Frau ausgerechnet durch eine Form von "Unterstützung", wie sie von "Dr. Ahus" geleistet wird, nachhaltig zerstört.

ES: Streifall Semmelweis

M. Hahn, Donnerstag, 04.01.2007, 11:07 (vor 5374 Tagen) @ H. Lamarr

Warum wir den Schriftwechsel veröffentlichen? Nun, wir möchten damit a) die Argumentation zur Diskussion stellen

Das Nicht-Zur-Verfügung-Stellen der Messwerte hätte ich nicht gemacht.
Sie können doch sämtliche Schwächen und Grenzen des Verfahrens schriftlich dazu aufzeigen. Selbstverständlich ist das nicht gerichtsfest, und selbstverständlich fehlt ohnehin die Rechtsgrundlage, den Nachbarn, Vermieter zu verklagen. Sie sind doch aber nicht verantwortlich, Frau Semmelweis davon abzuhalten, es doch zu versuchen!
Schreiben Sie nichts, was Sie nicht vertreten können, also nur Zahlen und die Art, wie sie zustandegekommen sind. Punkt.

Ich hätte allerdings auch gar nicht das Messegerät angemacht.
1. Die Frau wollte es ja gar nicht.
2. Sie hatte keinen Bewertungsmaßstab, an den sie die Messwerte dann anlegen wollte.

Da ist nicht zu helfen.

M.H.

ES: Stichhaltige Indizien Fehlanzeige

AnKa, Donnerstag, 04.01.2007, 14:15 (vor 5374 Tagen) @ M. Hahn

Ich hätte allerdings auch gar nicht das Messegerät angemacht.
1. Die Frau wollte es ja gar nicht.
2. Sie hatte keinen Bewertungsmaßstab, an den sie die Messwerte dann anlegen wollte.

Sie kann auch gar kein stichhaltiges Indiz dafür anführen, daß irgendwelche in Ihrer Wohnung festgestellte Minimalstrahlung dieser Art etwas mit ihren Unbefindlichkeiten zu tun haben soll.

Zu fragen wäre in diesem Zusammenhang, ob ihr DECT-Nachbar ebenfalls über Schmerzen klagt.

Es gibt einen Fall, bei dem eine Dame ein ganzes Haus mit ihren Unterschriften- und Krankheitslisten in Aufruhr versetzt hat. Bis sie schließlich ausgezogen ist. Kein anderer Nachbar hat übrigens den jahrelangen Aktionismus aufgegriffen. Fortan herrschten wieder Ruhe und Frieden.

ES: Stichhaltige Indizien Fehlanzeige

M. Hahn, Donnerstag, 04.01.2007, 16:28 (vor 5374 Tagen) @ AnKa

Ich hätte allerdings auch gar nicht das Messegerät angemacht.
1. Die Frau wollte es ja gar nicht.
2. Sie hatte keinen Bewertungsmaßstab, an den sie die Messwerte dann anlegen wollte.

Sie kann auch gar kein stichhaltiges Indiz dafür anführen, daß irgendwelche in Ihrer Wohnung festgestellte Minimalstrahlung dieser Art etwas mit ihren Unbefindlichkeiten zu tun haben soll.

Sehe ich auch so, das hat aber nix zu tun mit der Frage, ob gemessen wird oder nicht.

Das beste wäre, es wird für solche Dienstleistungen ein angemessener Preis bezahlt. You get what you pay for. Das gilt auch dafür, was man dann mit dem Mess- oder "Mess-"Ergebnis weiter anfangen oder eben nicht anfangen kann.
Der Gedanke, arme Seelen vor ihrer eigenen Unkenntnis und deren finanziellen Folgen zu schützen, liegt immer nah. Bei Mess-Scharlatanen ist der auch begründet. Im Grunde ist aber jeder verantwortlich für das, wofür er sein Geld ausgibt. Verbraucherschutz ist hier eine Gratwanderung zur Bevormundung.

Freilich- Es ist völlig sinnlos, eine Messung zu beauftragen, wenn man vorher gar keine Vorstellung hat, wie man selbst dann die Werte einordnen will. Erst messen, dann -vielleicht- denken.... Bzw. das ist sogar gefährlich, weil man dann der Bewertung des Messenden blind vertrauen müsste.
Aber: Wir wissen, dass es den Wunsch nach solchen "Dienstleistungen" gibt. Also bitte.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Man soll keine Gelegenheit ungenutzt lassen, Scharlatanen auf diesem Gebiet das Leben schwer zu machen. Indem man ihre Praktiken offenlegt und damit ihren meinungsbildenden Einfluss bei ängstlichen Menschen eindämmt.
Wer aber deren Dienste unbedingt in Anspruch nehmen will, weil er in diesem Sinne "gläubig ist" oder weil er lieber denken lässt als selber denkt, der sollte doch frei sein, das zu tun.
Kommt nun ein nächtenliebender Christ zu solch einem Menschen, so ist er stets in Gefahr, dass seine Liebesmüh´ vergeblich ist, er vielleicht sogar noch Ärger bekommt. Viel Hoffnung bei solchen Leuten aufklärend wirken zu können, sollte man nicht haben. Wenn ich schon das Wort vom bösen Nachbarn höre... da geht es doch im Grunde gar nicht um die Art der Strahlung/Dämpfe/böse Blicke, die er rüberschickt. Irgendeine findet sich immer wieder.

Zu fragen wäre in diesem Zusammenhang, ob ihr DECT-Nachbar ebenfalls über Schmerzen klagt.

Ziemlich sinnlose Frage in diesem Zusammenhang, meine ich. Selbst bei allerernsthaftester Betrachtung der Dinge.

ES: Streifall Semmelweis

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.01.2007, 15:17 (vor 5374 Tagen) @ M. Hahn

Das Nicht-Zur-Verfügung-Stellen der Messwerte hätte ich nicht gemacht. Sie können doch sämtliche Schwächen und Grenzen des Verfahrens schriftlich dazu aufzeigen. Selbstverständlich ist das nicht gerichtsfest, und selbstverständlich fehlt ohnehin die Rechtsgrundlage, den Nachbarn, Vermieter zu verklagen. Sie sind doch aber nicht verantwortlich, Frau Semmelweis davon abzuhalten, es doch zu versuchen!

Nein, verantwortlich sind wir sicher nicht, wenn Frau Semmelweis ihr Geld oder das der Steuerzahler - ohne Erfolgsaussicht - zum Anwalt trägt. Wir wollten die alte Dame jedoch davor bewahren, einen offensichtlich unnötigen Schritt zu gehen, der ihr nur Energie raubt und zu einem bitteren Ende führt. Buchen Sie's einfach kurz unter: christliche Nächstenliebe.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Klage

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