Deutschland: Mehr Handys als Einwohner (Allgemein)

Gast, (vor 7283 Tagen)

Wenn es noch eine Untermauerung der These von der Überall-Informationsgesellschaft bedurfte, dann in Form einer nüchternen Zahl: Am 1. August 2006 gab es in der Bundesrepublik Deutschland mehr Mobiltelefone als Einwohner. 82,8 Millionen Handys waren registriert. Anfang 2006 wollte man diese Marke zum Jahresende zu erreichen - der Trend zum Zweit-Handy hat das beschleunigt. In Skandinavien ist diese Zahl schon längst erreicht und im telefonsüchtigen Italien gibt es schon 120 "telefoninos" auf 100 Einwohner.

Quelle: BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien, www.bitkom.org

Eine Meldung von EF, Electronic Feature

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Deutschland: Ein Viertel handylos

K. Bleser, (vor 7277 Tagen) @ Gast

Überall-Informationsgesellschaft ??

Die folgende Meldung findet sich in der TAZ vom 26./27. August 2006:

"Bundesbürger
Ein Viertel handylos

Ein Viertel der Deutschen hat kein Handy, mehr als im EU-Durchschnitt. 24 Prozent der Bevölkerung haben zwar einen Festnetzanschluss, aber kein Mobiltelefon. 2 Prozent haben überhaupt kein Telefon. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Statistischen Amtes der EU hervor, die gestern veröffentlicht wurde."

Die Fraktion der Handylosen ist also doch nicht so klein, wie es in den Medien erscheint, bzw. wie es der Branchenverband Bitkom vielleicht erscheinen lassen will.

Gruss
K. Bleser

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Wirrwarr um Anzahl der Mobilfunknutzer

H. Lamarr, München, (vor 7277 Tagen) @ K. Bleser

Die Fraktion der Handylosen ist also doch nicht so klein, wie es in den Medien erscheint, bzw. wie es der Branchenverband Bitkom vielleicht erscheinen lassen will.

Ja, das ist schon ein Trauerspiel, wie dehnbar die Anzahl der Handynutzer gehandhabt wird. Auch die BNetA spricht ja von immerhin rd. 96 Mobilfunkverträgen pro 100 Einwohner (wobei ein Nutzer mehrere Verträge haben kann).

Leider ist das Original der EU-Meldung nicht auf der Eurostat-Website aufzufinden, um zu klären, ob wir womöglich Äpfel mit Birnen vergleichen. Beispiel: Die Anzahl in Deutschland angemeldeter Handys dürfte seit dem Trend zum Zweithandy immer über der Anzahl der Handynutzer liegen. Zwar mit zwei Ohren ausgestattet haben auch Handynutzer nur einen Munde und können deshalb nicht zwei Gespräche gleichzeitig führen. Eines der beiden Handys liegt also im Allgemeinen herum. Die Anzahl der Handys ist daher zur Beschreibung eines Bedrohungsszenarios irrelevant. Relevant ist die Anzahl der Handynutzer.

So ganz transparent ist Eurostat aber auch nicht. Denn Anfang 2005 publizierten die EU-Statistiker ihre bislang letztes Zahlenwerk über die Anzahl der abgeschlossenen Mobilfunkverträge pro 100 Einwohner (PDF, 25 KByte) - aus dem Jahr 2003. Vor drei Jahren also. Und damals soll der Prozentsatz in Deutschland bereits bei 78,5 % gelegen haben. Diese Zahl deckt sich übrigens sehr gut mit der, die seinerzeit die RegTP in ihrem Jahresbericht 2003 ausweist (78,3 %). Wenn aber vor drei Jahren schon weniger als ein Viertel der Deutschen (100 - 78,5 = 21,5 %) keinen Mobilfunkvertrag hatten, dann ist es schwer zu glauben, dass es drei Jahre später sogar 25 % sein sollen, wo es doch nach BNetzA nur noch kümmerliche 4 % sind (siehe oben).

Eine denkbare Erklärung für die grobe Abweichung: Die jüngste EU-Umfrage hat nicht die Anzahl der Verträge, sondern die Anzahl der Handynutzer erfasst. Die doch ziemlich große Abweichung zur Anzahl der Verträge wäre dann mit Zweit- und Drittverträgen ein und derselben Nutzer zu erklären sowie mit "schlafenden" Verträgen - das wären die, die - aus was für Gründen auch immer - nicht genutzt werden. Wer andere plausible Erklärungen kennt, möge diese bitte hier posten.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Wirrwarr um Anzahl der Mobilfunknutzer

K. Bleser, (vor 7277 Tagen) @ H. Lamarr

Eine denkbare Erklärung für die grobe Abweichung: Die jüngste EU-Umfrage hat nicht die Anzahl der Verträge, sondern die Anzahl der Handynutzer erfasst.

So sehe ich das auch.

Die doch ziemlich große Abweichung zur Anzahl der Verträge wäre dann mit Zweit- und Drittverträgen ein und derselben Nutzer zu erklären sowie mit "schlafenden" Verträgen - das wären die, die - aus was für Gründen auch immer - nicht genutzt werden. Wer andere plausible Erklärungen kennt, möge diese bitte hier posten.

Da es sich um eine Umfrage handelt: möglicherweise haben einige der Befragten geschummelt. Vielleicht war´s ihnen peinlich... ;-)

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Wirrwarr um Anzahl der Mobilfunknutzer

KlaKla, (vor 7276 Tagen) @ H. Lamarr

Eine denkbare Erklärung für die grobe Abweichung: Die jüngste EU-Umfrage hat nicht die Anzahl der Verträge, sondern die Anzahl der Handynutzer erfasst. Die doch ziemlich große Abweichung zur Anzahl der Verträge wäre dann mit Zweit- und Drittverträgen ein und derselben Nutzer zu erklären sowie mit "schlafenden" Verträgen - das wären die, die - aus was für Gründen auch immer - nicht genutzt werden. Wer andere plausible Erklärungen kennt, möge diese bitte hier posten.

In vielen Firmen bekommt der Mitarbeiter ein Firmenhandy, damit er für den Chef jederzeit erreichbar ist.
Das geht vom Hausmeister, LKW-Fahrer bis zu Vertriebsmitarbeiter.

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