Hirntumorinzidenz: Weltweit auf Platz 19 von 34 Krebsarten (Forschung)

H. Lamarr, München, (vor 16 Stunden, 49 Minuten)

Glaubt man den Bekundungen organisierter Mobilfunkgegner, ist der Gebrauch von Smartphones mit einem höheren Hirntumorrisiko verbunden. Derweil weltweit etwa 7 Mrd. Smartphones betrieben werden, müssten Hirntumoren mittlerweile in den Krebsstatistiken weit vorne liegen. Das Globocan-Projekt der Internationalen Krebsagentur der WHO (Iarc) widerlegt diese Überlegung.

Ein in Ausgabe Juli/August 2026 der Fachzeitschrift CA veröffentlichter Artikel enthält aktualisierte globale Krebsstatistiken für das Jahr 2024, die auf den Globocan-Schätzungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung basieren. Die Autoren beschreiben die nationale Krebsinzidenz und -sterblichkeit nach Weltregionen sowie den Index der menschlichen Entwicklung und prognostizieren die Krankheitslast im Jahr 2050 auf der Grundlage demografischer Trends. Abgeschätzt wurden 34 Krebsarten in 186 Ländern. Hirntumoren und Tumoren des Zentralen Nervensystems landen, was die Inzidenz anbelangt, nicht auf einem der vorderen Plätze, sondern auf Platz 19 von 34 Plätzen. 2024 gab es dazu in den teilnehmenden Ländern 324,095 neue Fälle (pro 100'000 Personen), was an der Gesamtzahl neuer Krebsfälle im Beobachtungsjahr einen Anteil von 1,6 Prozent ausmacht.

Der Abstract der Studie besagt: Im Jahr 2024 traten weltweit schätzungsweise 20,6 Millionen neue Krebsfälle und 9,8 Millionen Todesfälle auf, was bedeutet, dass jeder Fünfte im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt und jeder neunte Mann sowie jede 13. Frau an der Krankheit stirbt. Lungenkrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebsart und verantwortlich für fast 2,6 Millionen neue Fälle (12,8 %), gefolgt von Brustkrebs bei Frauen (11,8 %), Darmkrebs (9,9 %), Prostatakrebs (7,5 %) und Magenkrebs (4,7 %). Lungenkrebs ist mit geschätzten 1,9 Millionen Todesfällen (19,1 %) auch die häufigste krebsbedingte Todesursache, gefolgt von Darmkrebs (9,4 %), Leberkrebs (7,5 %), Brustkrebs bei Frauen (7,1 %) und Magenkrebs (6,6 %). Die Inzidenzraten variieren je nach Region um das Vier- bis Fünffache, wobei die höchsten Raten in Australien/Neuseeland zu verzeichnen sind (Männer: 477 pro 100'000; Frauen: 396 pro 100'000) verzeichnet werden, während sich die Sterblichkeitsraten um das Zweifache unterscheiden, wobei erhöhte Raten bei Männern in Osteuropa (158 pro 100'000) und bei Frauen in Melanesien (108 pro 100'000) zu verzeichnen sind. Die Inzidenzlast wird bis 2050 voraussichtlich 34,4 Millionen erreichen, was einem Anstieg von 67 % gegenüber 2024 entspricht, wobei die größten prozentualen Zuwächse in Ländern mit niedrigem "Human Development Index" zu verzeichnen sein werden. Der Human Development Index (HDI) beziffert den Index der menschlichen Entwicklung gemäß den Vereinten Nationen (UNDP). Der Index, er reicht von 0 bis 1, ist kein Gesundheitsindikator, sondern ein Maß dafür, wie weit ein Land insgesamt sozial und wirtschaftlich entwickelt ist. Der HDI setzt sich aus drei gleich gewichteten Komponenten zusammen:

- Lebenserwartung bei der Geburt (Gesundheit)
- Bildung (erwartete und durchschnittliche Schuljahre)
- Bruttonationaleinkommen pro Kopf (kaufkraftbereinigt)

Obwohl die weltweiten Unterschiede in den Krebsprofilen einen differenzierten Ansatz zur Krebsbekämpfung auf nationaler und regionaler Ebene erfordern, muss die Primärprävention im Vordergrund stehen, einschließlich verstärkter Bemühungen zur Reduzierung des Tabakkonsums, zur Vorbeugung von Infektionen, zur Senkung des Alkoholkonsums und des Übergewichts sowie zur Steigerung der körperlichen Aktivität.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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