Disconnect: Die Geschichte von Dr. Franz Adlkofer (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 06.07.2022, 12:36 (vor 686 Tagen) @ H. Lamarr

Mein lieber Schwan, das Buch von Devra Davis ist gemäß Amazon erst am 23 September 2010 auf den Markt gekommen und dennoch gibt es schon heute drei begeisterte Rezensenten und zufälligerweise passend dazu auch drei gebrauchte Exemplare :wink:.

Und ruckzuck gab es schon am 27. September 2010 eine Buchbesprechung auf einer ecozentrischen Website. Was der flinke Rezensent dort über Franz Adlkofer schreibt, lässt einem allerdings die Haare zu Berge stehen. Dazu muss man wissen: Devra Davis traf Adlkofer anlässlich der Recherche für ihr Buch in einem Berliner Café und ließ sich von ihm seine Geschichte erzählen. Von dem unkonzentrierten Rezensenten durch den Wolf gedreht und auf wenige Sätze komprimiert liest sich diese dann in deutscher Übersetzung so:

[...] In einer der besten Passagen ihres Buches schildert Davis die Geschichte von Dr. Franz Adlkofer, einem deutschen Wissenschaftler, der lange Zeit in der Tabakforschung tätig war. Wie viele Wissenschaftler - mehr als die medizinische Wissenschaft zugeben mag - war Adlkofer bereit, Geld von der Tabakindustrie anzunehmen, um seine Forschung zu finanzieren, ohne wirklich darüber nachzudenken, wie dies seine Arbeit einschränken könnte. Er war in gewissem Sinne ein Mann des Hauses. Doch als Adlkofer begann, mit der Mobilfunkindustrie zusammenzuarbeiten, und Forschungsergebnisse vorlegte, die zeigten, dass Handystrahlung die DNA bricht, sah er sich plötzlich von der Industrie, die seine Arbeit finanziert hatte, angegriffen. Er wurde unter höchst verdächtigen Umständen des Betrugs beschuldigt (er wehrte sich gegen die Anschuldigungen, die schließlich zurückgezogen wurden) und sagt, dass die Industrie andere Wissenschaftler bezahlte, um Studien zu erstellen, die seine eigene Arbeit diskreditieren würden, wie er Davis in Disconnect erzählte [...]

Klingt stellenweise eher nach George Carlo, als nach Franz Adlkofer :lookaround:.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Davis, Tabakindustrie, Adlkofer, Verum, Verdünnungsstrategie, Ablenkungsforschung, Ex-Tabaklobbyist


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