DNA: Neues über die Erbfolgen von "Doppelstrangbrüchen" (Forschung)

H. Lamarr @, München, Freitag, 23.04.2021, 10:44 (vor 226 Tagen)

Mit Franz Adlkofers "Reflex"-Forschungsprojekt zogen die schrecklichen DNA-Doppelstrangbrüche in das Waffenarsenal von Mobilfunkgegnern ein. Denn solche Defekte in der Erbgutinformation unserer Zellen können zu Krebserkrankungen führen. Fortan warnte ein sogenannter Verbraucherschutzverein aus Stuttgart Männer eindringlich davor, Mobiltelefone in der Hosentasche mit sich zu führen, wollten sie nicht am Anfang einer langen Generationenkette von Mutanten stehen. Aber: Eine neue Studie raubt dem Schwaben-Menetekel seine morbiden Zukunftsaussichten.

Zigtausend Tumore lösten strahlende Isotope nach der Reaktor-Havarie in der Ukraine aus. Doch bei Nachkommen der Betroffenen fehlen diese Erbgutschäden, berichtet Der Tagesspiegel.

Am 26. April 1986 explodierte der vierte Block des Kernreaktors in Tschernobyl in der heutigen Ukraine. Radioaktive Partikel machten mehr als 6000 Quadratkilometer Land langfristig unbewohnbar. Die dort Ansässigen waren einer relativ hohen Strahlenbelastung ausgesetzt, bevor sie evakuiert wurden, wie auch etwa 100.000 der 650.000 Liquidatoren, die die Havariefolgen beseitigten.

Das hatte für die Betroffenen gravierende Folgen, stellten der Krebsforscher Stephen Chanock von National Cancer Institute im US-amerikanischen Rockville und sein Team fest. In der Zeitschrift „Science“ berichten sie: Die von radioaktiven Jod-Isotopen ausgehende Strahlung verursachte im Erbgut „Doppelstrangbrüche“, was letztlich zu Genmutationen und zur Entstehung von Krebs, insgesamt rund 5000 Schilddrüsentumoren, führte.

Doch die Forscher:innen fanden auch heraus, dass die Betroffenen diese Mutationen nicht an ihre Kinder vererbt haben. Jedenfalls fanden sie in ihrem Erbgut nicht mehr Mutationen als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Die Befürchtung, dass die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auch die Gesundheit späterer Generationen beeinflusst, ist damit insoweit entkräftet. [...]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Krebs, Adlkofer, DNA, Tumor, Erbgutschäden, Doppelstrangbrüche


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