Influencer: Halte du sie dumm, ich halte sie arm (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 26.03.2021, 10:40 (vor 612 Tagen)

Als Influencer (von englisch to influence ‚beeinflussen') werden seit den 2000er Jahren Personen bezeichnet, die ihre starke Präsenz und ihr hohes Ansehen in sozialen Netzwerken nutzen, um beispielsweise Produkte oder Lebensstile zu bewerben (Wikipedia). Im erweiterten Sinne von Beeinflussung lassen sich auch diverse Frontleute aus der Anti-Mobilfunk-Szene als Junior-Influencer sehen, insbesondere diejenigen, die einen kommerziellen Hintergrund haben – auch wenn sie schon lange keine jungen quirligen Springböcke mehr sind.

Auf Spiegel online rechnen ein Wirtschaftskommentator und ein Journalist mit dem Influencer-Geschäftsmodell hart ab ("reinste Volksverblödung"). Parallelen zu Geschäftemachern der Anti-Mobilfunk-Szene sind nicht schwierig auszumachen:

[...] Wir bewegen uns zusammen mit den Influencern zurück in ein voraufklärerisches Zeitalter, als der Landesfürst zum Bischof sagte: Halt du sie dumm, ich halt sie arm. Influencer übernehmen jetzt beides in Personalunion. Sie dienen dem Konsumkapitalismus und sind nicht an mündigen Followern interessiert, denn das Geschäft macht man mit jenen, die blind folgen, also liken und kaufen [...].

Man denke nur an den Naturburschen, der tief im Wald lebt, wenn er nicht gerade Vorträge hält oder Waldorf-Schülern Gruselgeschichten über Elektrosmog injiziert und versucht, seinen Followern mit Affiliate-Links Elektrosmog-Messgeräte oder Nahrungsergänzungsmittel anzudrehen. Oder an den drahtigen Naturkost-Mediziner, der seit mindestens 15 Jahren Elektrosmog als Weltübel geißelt und seinen Kursteilnehmern in Pausen auch schon mal Leibesübungen kernig in Unterhosen vorexerziert.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum