Smartphone-App zeigt auf Karte Funkstrecke zum Sendemast (Technik)

H. Lamarr @, München, Freitag, 25.09.2020, 00:01 (vor 737 Tagen)

[image]Wer mit seinem Mobiltelefon eine Verbindung zu einem Sendemast aufbaut, hat in aller Regel keine Ahnung, mit welchem Sendemast in seiner Umgebung er verbunden ist. Die unentgeltliche Android-App Network Cell Info Lite aber weiß es und zeigt die Verbindungsstrecke vom Smartphone zum Sendemast in einer Karte an (Screenshot, blaue Gerade).

Meinen Standort zum Zeitpunkt des Screenshots zeigt die Karte mit ±15 Meter Fehler am oberen Ende der blauen Gerade an (hellblauer Kreis), ebenso dass zum Funkmast (unteres Ende der blauen Gerade) eine 4G-Verbindung aufgebaut werden konnte.

Die beiden Analogskalen oben im Bild geben den Empfangspegel der Dienstzelle (links) und der momentan besten Nachbarzelle an (rechts). Mit -81 dBm Empfangspegel hatte ich eine gute Verbindung (grüner Skalenbogen), bei einer Umbuchung in die Nachbarzelle hätte ich mit -93 dBm einen etwas schlechteren Empfang gehabt. Die Nachbarzelle hätte auch besseren Empfang bieten können, der mir wegen hoher Auslastung dieser Funkzelle möglicherweise jedoch verwehrt worden wäre. Und dass ich nicht in einem Auto unterwegs war, sondern an Ort und Stelle blieb, das besagt die Anzeige 0.0 km/h unterhalb des Skalenbogens rechts.

Die Auskünfte der App sind damit noch lange nicht erschöpft, den technisch beschlagenen Nutzer der App erwarten eine Fülle weiterer Auskünfte über den Sendemast, die genutzten Funkzellen den zeitlichen Verlauf des Empfangspegels und etliches mehr. Anhand des Verlaufs des Empfangspegels lässt sich z.B. mühelos feststellen, wie stark der Pegel fällt, der Empfang also schlechter wird, wenn man sich in einer Wohnung von einem Fenster weg ins Innere bewegt. Ebenso lässt sich so experimentell testen, ob die Behauptung stimmt, dass die Empfangsqualität im Inneren eines PKWs deutlich schlechter ist als im Freien – pardon, ich meine natürlich Outdoor. Den Funktionsumfang der App hier beschreiben zu wollen, dem würde die Textmengenbegrenzung für ein Posting schnell ein Ende setzen. Deshalb hier ersatzweise der Link zum englischen Benutzerhandbuch.

Diese App, es gibt noch viele ähnliche andere auf Google Play, wäre mMn ein hervorragendes Experimentiertool für den Physikunterricht an Schulen, um mit praktischen Versuchen elementare Grundlagen der Mobilfunktechnik zu vermitteln. Wer diese Grundlagen verstanden hat, dürfte auf alle Zeiten immun sein gegenüber dem Geschwurbel dilettantischer Mobilfunkgegner.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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