nein das stimmt nicht.
Was stimmt nicht?
a) Die Behauptung, im europäischen Ausland würden die Grenzwerte 100- bis 10000fach unter den deutschen Grenzwerten liegen?
b) Meine Behauptung, dass die Behauptung a) Quatsch ist.
Z.B. verwendet belgien nur 25 % der ICNIRP Werte in uW/m², oder die Hälfte in V/m.
Also für D-Netz 20,6 statt 41 V/m
Für E-Netz 29,1 V/m statt 58 V/m
Und für UMTS 30,7 statt 61 V/m
Die Stadt Paris hat mit seinen Providern auch ein Abkommen für niedrigere Werte als die ICNIRP.
Undd es gibt eine provinz in Italien wo auch weniger gültig ist.
Charles, ich gehe mal davon aus, dass Sie b) meinen. Okay, dann schauen wir uns mal die Grenzwerte in Belgien an, und zwar umgerechnet in die mir eher vertraute Leistungsflussdichte. Der niedrigste Grenzwert (D-Netz) wäre dort also 1,126 W/qm. Und das soll jetzt gut sein!? Natürlich nicht! Denn a) ist dieser Wert noch immer viel zu hoch und b) wird er (derzeit) sowieso nirgendwo erreicht, wo sich Menschen aufhalten. Dieser "niedrigere" Grenzwert ist faktisch folgenlos und deshalb nur eines: Opium für die Belgier.
Anders ist es z. B. in Polen. Die haben die maximal zulässige Leistungsflussdichte auf 0,1 W/qm begrenzt, also auf 100 mW/qm. Dies ist nun ein Wert, der bei uns hier in Deutschland stellenweise durchaus überschritten wird. Von so einem um den Faktor 100 (bezogen auf Leistungsflussdichte) niedrigeren Grenzwert hätten z. B. die Familien Kind und Kamppschulte etwas. Aber jetzt mal ehrlich: Würden Sie 100 mW/qm akzeptieren? Nein, sicherlich nicht, auch dieser Wert ist Ihnen noch viel zu hoch weil Baubiologen ja bis zu 1 µW/qm fordern. Also ist doch auch der Grenzwert der Polen nicht anzustreben, weil noch immer viel zu hoch.
Zum Finale sollte ich jetzt eigentlich etwas über den 10 000fach niedrigeren Grenzwert (das wäre dann
1 mW/qm) schreiben. Meines Wissens gibt es aber kein Land, in dem ein so niedriger Grenzwert gilt. Auch in Salzburg wie in ganz Österreich gelten verbindlich dieselben ICNIRP-Werte wie bei uns. Mittlerweile sollte ja hinreichend bekannt und akzeptiert sein, dass der alte Salzburger Vorsorgewert (1 mW/qm) eine lokal begrenzte Empfehlung ist, an die sich spätestens seit 2005 kein Betreiber in der Festspielstadt mehr hält. Diesen Vorsorgewert dennoch unbeirrt als gesetzlich gültigen Grenzwert eines ausländischen Staates zu verkaufen (siehe Faktor 10 000), halte ich gelinde gesagt für blauäugig, oder grob gesagt für hirnrissig.