Kinderschutzbund Ahrweiler vs. IZgMF (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 19.08.2019, 14:12 (vor 1144 Tagen) @ Gast

Kommentar: Anscheinend geht es hier nicht um die soziale Komponente von funkenden Endgeräten, sondern um "Strahlung". Ob eine Dipl.-Sozialpädagogin dann die richtige Referentin ist? Ich sehe das Risiko, dass sich Frau Beyg mit Hilfe einer Suchmaschine schlau gemacht hat, und, weil sie nicht vom Fach ist, die Desinformation der einschlägig bekannten Verdächtigen an die Eltern heranträgt.

Meine Bedenken trug ich in einer Mail auch dem Kinderschutzbund Ahrweiler vor, und fragte zugleich an, warum der Elterntreff zum Thema "Elektrosmog" nach dem 5. Juni 2019 schon am 13. August ein zweites Mal in Bad Neuenahr-Ahrweiler angeboten wurde.

Der Kinderschutzbund antwortete, jedes Elterntreff-Thema finde zweimal jährlich statt, wobei die Intervalle von den Pädagoginnen selbst festgelegt werden. Warum das Thema "Elektrosmog" zweimal kurz nacheinander in Bad Neuenahr stattfand sei vereinsinternen Abläufen geschuldet, die der Verein mir gegenüber nicht weiter erörtern wollte.

Meine Sorge, eine Dipl.-Sozialpädagogin zum Thema "Elektrosmog" referieren zu lassen, teilte der Veranstalter nicht, er sehe sich nicht berufen, meine "spezielle Sorge" zu den fachlichen Kompetenzen seiner Mitarbeiter auszuräumen. Gleichwohl betonte der Verein, sein pädagogisches Team sei kompetent und erfahren und orientiere sich immer an aktuellen wissenschaftlichen Standards. "Wir sind die Lobby für Kinder und klären Eltern über die psychosozialen Auswirkungen von 'Dauer-Online-Mentalität' auf", heißt es in der Antwort. Veranstaltungen des Kinderschutzbundes seinen keine Technikvorträge, sondern ein pädagogisches Angebot, welches ausschließlich von ausgebildeten Pädagogen vermittelt werden dürfe.

So weit, so gut. Wäre da nicht dieser Widerspruch zum Inhalt der Pressemitteilung, die der Kinderschutzbund anlässlich der beiden Veranstaltungen zum Them "Elektrosmog" verbreiten ließ. Um der Sache auf den Grund zu gehen, fasste ich nach:

Sehr geehrte Damen und Herren,

besten Dank für Ihre Auskunft, auch wenn ich den Eindruck habe, dass Sie meine Anfrage in den "falschen Hals" bekommen haben. Um ein mögliches Missverständnis auszuräumen, bitte ich noch einmal kurz um Ihre Aufmerksamkeit. Sie schreiben:

"Dennoch möchten wir betonen, dass unser pädagogisches Team kompetent und erfahren ist und sich immer an aktuellen wissenschaftlichen Standards orientiert. Wir sind die Lobby für Kinder und klären Eltern über die psychosozialen Auswirkungen von 'Dauer- Online- Mentalität' auf."

Ihre Pressemitteilung anlässlich des Elterntreffs am 13. August in Bad Neuenahr-Ahrweiler nennt jedoch nicht psychosoziale Auswirkungen eines ungebremsten Mobiltelefongebrauchs als Thema, sondern kündigt das Thema "Elektrosmog" an. Darunter verstehe ich gesundheitlich relevante physische Auswirkungen von Funkstrahlung und sehe mich von dem Text der Pressemitteilung bestätigt. Hier die relevanten Auszüge:

Sie werden mir zugestehen, dass ein Leser dieser Textfragmente nicht auf die Idee kommen kann, es ginge am 13. August um psychosoziale Auswirkungen des Handykonsums, sondern er muss glauben, es ginge um die Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf den Organismus von Kindern.

Ich hätte Sie nicht angeschrieben, wäre der Pressemitteilung zu entnehmen gewesen, der Referentin Frau Beyg ginge es um psychosoziale Folgen, denn darüber würde ich mir kein Urteil erlauben. Anders verhält es sich mit der physischen Wirkung von Funkstrahlung. Auf diesem Gebiet kenne ich eine ganze Reihe von Pseudoexperten, die teils aus Gründen materiellen oder immateriellen Profits, öffentlich irrationale Ängste gegenüber Funkstrahlung schüren. Quelle der Desinformation sind in aller Regel Anti-Mobilfunk-Vereine.

Sie können jetzt hoffentlich besser nachvollziehen, warum ich mich für den Elterntreff am 13. August interessiere. Und wir sind uns sicher einig, dass psychosoziale Auswirkungen des Handykonsums etwas mit der intensiven Nutzung der Geräte und dem Sozialverhalten der Kinder zu tun haben (z.B. Abkapselung von der sozialen Umgebung), nicht aber mit der Einwirkung der physikalischen Größe Funkstrahlung, die nach gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand unterhalb geltender Grenzwerte keine biologischen Folgen zeigt.

Der für Sie einfachste Weg, mich los zu werden, wäre Ihre Zusicherung, dass Frau Beyg sich auf wissenschaftlich seriöse Quellen stützt und nicht auf "Informationen", die Anti-Mobilfunk-Vereine wie Diagnose-Funk (Diagnose Media), die sogenannte Kompetenzinitiative oder sogenannte Baubiologen verbreiten. Dann wäre ich beruhigt. Wenn Sie freundlicherweise jeden Zweifel ausräumen möchten, nennen Sie mir bitte die Quellen, auf die sich Frau Beyg stützt, damit ich mir selbst ein Bild machen kann. Leider ist Bad Neuenahr-Ahrweiler so weit von München weg, dass meine Teilnahme an dem Elterntreff, auch das wäre eine Lösung, in jeder Hinsicht unangemessen aufwendig wäre.

Mit freundlichen Grüßen

Auf meine erste Mail reagierte der Kinderschutzbund nach zwei Tagen. Auf die zweite (oben) hat es nach bislang acht Tagen keine Antwort gegeben.

Wir sind die Lobby für Kinder, sagt der Kinderschutzbund Ahrweiler. Gut so, dass Kinder eine Lobby haben. Gerade diese Lobby aber sollte aus meiner Sicht besonders großen Wert auf Transparenz legen, damit jeder vorgetragene begründete Zweifel an den guten Absichten des Vereins, so möglich, gründlich ausgeräumt werden kann. Schade: In Ahrweiler scheint man dies nicht so zu sehen und zweifelnde Nachfrager als lästige Störenfriede zu betrachten. So bleibt denn vorerst nur die Erkenntnis, die kürzlich auch Professor Lerchl so formulierte: Keine Antwort ist auch eine Antwort.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Kinder, Anfrage, Transparenz, Pädagoge, materieller/immaterieller Profit, Ahrweiler


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