400 Jahre alte Notizen zweier berüchtigter Quacksalber (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 19.05.2019, 23:11 (vor 1225 Tagen)

Von Besessenheit bis Degenstich: Wer sich an Simon Forman (1552-1611) und Richard Napier (1559-1634) wandte, bekam garantiert das passende Heilmittel. Denn was half, das verrieten den beiden die Sterne. Insgesamt 80'000 Fallgeschichten blieben erhalten, mindestens so häufig kamen Kranke und Hilfesuchende zu den beiden englischen Ärzten. Man findet dort einen gewissen John Wilkingson, 28, der nicht nur alles Haar an die »Franzosenkrankheit« verlor, sondern auch noch an einem Degenstich in die Weichteile laboriert. Lettice Ball hingegen, 17 Jahre alt, wird vorstellig, weil sie fürchtet, von bösen Zungen verhext worden zu sein, fühlt sich schwindlig und kann nicht schlafen (»Sie starb am selben Tag«). Auch Thomas Leades klagt über massives Unwohlsein, Verstopfung und Übelkeit. »Er redet sich ein, dass ihm ein übles Ding unter einer Hecke in den Mund gekrochen ist.« mehr ...

Kommentar: Wer nach dem Zusammenhang mit Mobilfunk(opfern) sucht, der findet diesen nicht nur bei den Symptomen der Patienten, sondern auch bei Uwe Dinger, ehemals langjähriger Geschäftsführer des Anti-Mobilfunk-Vereins "Diagnose-Funk". Dinger war zuvor als "Diplom-Astrologe" in der Schweiz tätig.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Diagnose-Funk, EHS-Symptome, Fallgeschichten, Quacksalber, Dinger


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