Auch das noch: "Mikrowellen töten leise" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 29.11.2018, 20:24 (vor 373 Tagen)

Mit 77 Jahren will Wulf-Dietrich Rose, der Teppichhändler unter den Mobilfunkgegnern, noch einmal Kasse machen und googelte sich sein jüngstes Buch Mikrowellen töten leise zusammen. Die Vorschau des Inhalts bei Amazon macht deutlich, dass dieses Buch besser nur mit Schutzhandschuhen angefasst wird, denn Rose setzt die Tradition pseudowissenschaftlicher Mobilfunkgegner auf bekannte Weise und daher ermüdend fort, etwa mit unbelegten Behauptungen und hinkenden Vergleichen. Zum Dessert reicht Rose anekdotische Erlebnisgeschichten und von Wolfgang Maes hat er die Unart abgekupfert, der eigenen Inkompetenz durch Vortragen von Zitaten kompetenter oder auch nur vermeintlich kompetenter Wissenschaftler ein bisschen von deren Glanz zu verleihen. Mein Fazit nach der Vorschau: Das Buch ist überflüssig wie ein Kropf. Wer Zugang zum Internet hat bekommt gratis ungleich mehr zum Thema geboten, als ich beim Lesen der Vorschau von Roses Werk aushalten musste.

Warum er noch einmal in die Tasten haute erklärt Rose mit der schweren Heimsuchung durch ein "einschneidendes Erlebnis":

Als ich mich wie fast an jedem Morgen an meinen nach allen Erkenntnissen der Elektrosmog-Forschung eingerichteten Computer-Arbeitsplatz setzte, spielte mein Herz verrückt. Ich ging auf die Terrasse und als es mir nach einer viertel Stunde wieder besser ging, zurück an meinen Computer. Und weder machte mich nach wenigen Minuten ein völlig aus dem Rhythmus geratener Herzschlag ratlos. So etwas hatte ich bisher nur einmal erlebt; und zwar anlässlich von Messungen der Mikrowellenstrahlung in einer Großküche. Dort war die Tür eines Mikrowellenherdes stark verschmutzt und dadurch undicht.

Nun holte ich mein Messgerät und stellte schnell fest, dass mein Router - den es ohne WLAN-Funktion nicht mehr gibt - hart gepulste Funksignale aussendete, obwohl diese Funktion bei der Installation des Routers extra abgeschaltet wurde; sonst hätte ich diesen Router nicht installieren lassen. Des Rätsels Lösung: die Telefongesellschaft hatte ein Update für alle Router vorgenommen und dabei wurde bei sämtlichen Geräten die drahtlose Funktion wieder eingeschaltet. [...]

Soso, das Einschalten der "drahtlosen Funktion" seines Routers durch den Provider hat Rose also wieder zum Buchautor gemacht. Naja. Alle Router, die ich kenne, zeigen mit einer LED ihrem Besitzer gut sichtbar an, ob W-Lan aktiviert ist oder nicht. Nur hingucken muss man noch selber. Aber gut, Gruselgeschichten gehören bei Rose seit Jahrzehnten zum Geschäft, da wollen wir dem alten Herren mal nicht mit schnöden Sachargumenten den Spaß verderben.

Achso, beinahe hätte ich es vergessen: Selbstredend hat auch das Rose-Buch schon seine ersten zwei 5-Sterne-Rezensionen bei Amazon eingeheimst, darunter eine von der fleißigen "Sabry". Die kennen wir ja schon als Sternspenderin für ähnlichen Schund aus der Riege der nebenerwerblich tätigen Märchentanten und -onkels aus dem Speckgürtel der Anti-Mobilfunk-Szene.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Geschäftsmodell, Buch, Elektrochonder, Kommerz, Rose


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