Neues von Berenis (10): Juni 2017 (Forschung)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 01.08.2017, 15:14 (vor 839 Tagen)

Im Zeitraum Mitte Oktober 2016 bis Ende Januar 2017 wurden 83 neue Publikationen identifiziert, von denen 15 von BERENIS vertieft diskutiert wurden. Sechs davon wurden gemäss den Auswahlkriterien als besonders relevant und somit zur Bewertung ausgewählt.

Experimentelle Tier- und Zellstudien

1. Langzeitexposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Effekte im Gehirn von Mäusen (Kim et al. 2017).
2. Statische Magnetfelder und Regulation des Photorezeptors Cryptochrom bei Fliegenlarven (Giachello et al. 2016)
3. Hochfrequente elektromagnetische Felder beeinflussen die Dynamik und Effizienz der Genom-Reparatur (Sun et al. 2016). Nach einstündiger Exposition haben die Autoren eine vorübergehende Zunahme von Einzelstrangbrüchen in normalen Zellen festgestellt, die aber nach 12 und 24 Stunden nicht mehr nachweisbar und nach 36 Stunden sogar signifikant tiefer war, während keine Unterschiede bei Doppelstrangbrüchen gefunden wurden. Ob sich dies langfristig positiv oder negativ auf die Gesundheit auswirkt, lässt sich basierend auf einer solchen in vitro Studie nicht beurteilen.

Epidemiologische Studien

4. Exposition von Jugendlichen in der Schweiz mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (Roser et al. 2017). Die Dosisberechnungen ergaben, dass die Strahlung von eigenen Geräten 94% der gesamten vom Hirn absorbierten HF-EMF-Strahlung ausmacht, und 91% der vom gesamten Körper absorbierten Strahlung.
5. Mobiltelefonnutzung in England von 1985-2014 und Auftreten bestimmter Gehirntumorarten (de Vocht 2016). Die Nutzung von Schnurlos- und Mobiltelefonen ist heutzutage sehr weit verbreitet. Falls dadurch das Risiko an einem Gehirntumor zu erkranken erhöht werden würde, wäre zu erwarten, dass die Fallzahlen in den letzten zehn Jahren zugenommen hätten. Ziel der Studie von de Vocht (2016, plus corrigendum) war diese Hypothese zu überprüfen.
6. Personalisierte Expositions-Tests für Menschen mit elektromagnetischer Hypersensibilität (van Moorselaar et al. 2016). Aus Sicht der BERENIS ist es notwendig und wichtig, elektromagnetisch hypersensible Personen mit evidenzbasierten Therapiekonzepten unterstützen zu können.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Epidemiologie, Tierversuch, Dialog, Studien, Elektrochonder, BERENIS, Doppelstrangbrüche


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