Strahlung von Mobilfunkbasisstationen und Gesundheit (Allgemein)

Gast, Freitag, 14.07.2017, 23:51 (vor 859 Tagen)

Strahlung von Mobilfunkbasisstationen und Gesundheit

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es, trotz viel Forschungsaufwand, kaum belastbare Hinweise auf gesundheitliche Wirkungen von Mobilfunkbasisstationsstrahlung. Das ist aus Sicht der öffentlichen Gesundheit „Good News“. Man beachte aber, dass die Datenlage für eine endgültige Einschätzung noch nicht ausreichend robust ist.

Teile der Bevölkerung befürchten, dass die Strahlung von Mobilfunkbasisstationen die Gesundheit gefährdet. Trotz intensiver Forschung gibt es bis heute keinen solchen Nachweis. Das ist eine gute Nachricht. Niemand wünscht sich, dass die elektromagnetischen Felder der Mobilfunkantennen ein gesundheitliches Risiko darstellen. In der Vergangenheit hat sich allerdings schon mehrmals gezeigt, dass Risikobefürchtungen erst nach einer gewissen Zeit wissenschaftlich belegt werden konnten. Wo stehen wir in dieser Hinsicht bei Basisstationen?

In den letzten 10-15 Jahren wurden viele Studien zu biologischen und gesundheitlichen Effekten von Mobilfunkstrahlung durchgeführt, öffentlich finanzierte, industrieunterstützte, von NGOs getragene, Länderprogramme und EU-Kooperationen. Unter dem Strich konnte die Wissenschaft kein Risiko nachweisen. Einige Verdachtsmomente jedoch bestehen. Der mit Abstand wichtigste Verdacht betrifft die Strahlung von Mobiltelefonen, wenn man das Handy häufig und über viele Jahre benutzt. Das könnte das Risiko für gewisse Tumore erhöhen. Die Forschungsdaten sind aber heterogen und teilweise zu wenig vertrauenswürdig. Aussagekräftiger sind die Krebsstatistiken. Sie zeigen bis heute keine Zunahme entsprechender Erkrankungen. Das ist erfreulich. Weil die Latenzzeiten von gewissen Tumoren aber recht lange sind (bis zwei Jahrzehnte) kann die Sachlage erst in einigen Jahren zuverlässig beurteilt werden. Bis dann müssen wir mit einem gewissen Restrisiko leben.

Für die Strahlung von Basisstationen gibt es kaum substanzielle wissenschaftliche Hinweise auf eine gesundheitliche Gefährdung. Dabei gilt es zu beachten: Forschung kann vermutete Wirkungen oder Risiken prüfen indem sie versucht, sie nachzuweisen. Die Abwesenheit eines Effekts oder einer Gefährdung kann dagegen nicht bewiesen werden. Zu Basisstationsstrahlung liegt inzwischen eine ganze Reihe von Studien vor – mit Zellkulturen, Tierversuche oder Laborstudien mit Menschen. Dabei wurden verschiedentlich Effekte beobachtet. Nie konnten diese Einzelbefunde aber mit gut gemachten Studien wissenschaftlich ausreichend bestätigt werden. Sicher ist heute deshalb v.a. eines: die Aussage, ein gesundheitliches Risiko der Strahlung von Basisstationen sei wahrscheinlich oder gar erwiesen, liegt weit von den Fakten entfernt. Handkehrum gilt natürlich das oben gesagte: die Wissenschaft kann ein Risiko nie vollständig ausschliessen. Gegenteilige Aussagen wären unzutreffend.

Ein weiteres Element sollte beachtet werden: Krankheiten sind in aller Regel nicht räumlich gleichmässig verteilt. Es gibt immer Gebiete mit weniger und solche mit mehr Erkrankungsfällen. Weil es sozusagen überall Basisstationen gibt, kann man meist ohne Probleme in einem Gebiet mit zufälligerweise hoher Konzentration an Erkrankungen einen Mobilfunkstandort finden. Kein Forscher darf sich von solchen auf den ersten Blick auffälligen „Zusammenhängen“, die letztlich bloss Zufälligkeiten sind, blenden lassen (umgekehrt darf natürlich auch ein fehlender Zusammenhang nicht zu voreiligen Schlüssen verleiten).

Quelle: Newsletter 52 der Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation (FSM), Schweiz

Tags:
Wissenschaft, Sendemast, Krebsstatistik, Risikobewertung, Basisstation, Cluster, Strahlung, FSM, ETHZ


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