SSM: Risiko Mobilfunk wird zunehmend schwächer (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 23.06.2017, 16:10 (vor 2552 Tagen) @ H. Lamarr

2002 richtete die schwedische Strahlenschutzbehörde (Swedish Radiation Protection Authority, SSI) einen international besetzten Forschungsrat ein (SSM), der regelmäßig den aktuellen Stand der EMF-Forschung sichtet und bewertet. Jetzt hat dies der Forschungsrat zum 11-ten mal getan und legt seinen Forschungsbericht für den Zeitraum Oktober 2014 bis September 2015 vor (PDF, englisch, 112 Seiten).

Der Forschungsbericht zeigt eine interessante historische Betrachtung, nämlich wie sich (unter anderem) die Risikoeinstufung von Handys und Mobilfunk-Sendemasten von 2002 bis 2015 entwickelt hat. Wurde das Risiko kleiner, größer oder blieb es unverändert? Es wurde aus Sicht des Forschungsrates nicht etwa größer, sondern zunehmend kleiner. Vieles, was vor 13 Jahren noch als Risiko galt, ist heute erforscht und hat seine Schrecken verloren. Ein nicht unbedingt zu erwartendes Ergebnis, immerhin sitzt in Schweden mit Lennart Hardell ein Wissenschaftler, der beinahe Jahr für Jahr vor intensivem Handygebrauch über lange Zeit warnt. Dabei sind dem SSM die Hardell-Hirntumorstudien durchaus bekannt, der Rat wertet diese Arbeiten nur ganz anders, als dies Hardell und organisierte Mobilfunkgegner gerne hätten. Dies dürfte mit einiger Sicherheit daran liegen, dass Hardell befangen ist und Mobilfunkgegnern wie Diagnose-Funk oder Bürgerwelle die Kompetenz fehlt, Studien fachlich richtig zu beurteilen.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, die historische Betrachtung findet auf den Seiten fünf bis neun des Forschungsberichts statt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Risiko, Forschungsbericht, Schweden, Forschungsrat, Risikoeinschätzung


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