Initiative für Wissenschaftliche Medizin vs. Pseudomedizin (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 05.05.2016, 18:50 (vor 1311 Tagen)

Die "Initiative für Wissenschaftliche Medizin", Österreich, legt sich mit den Standesorganisationen der Ärzte in der Alpenrepublik an. Denn Scheinmedizin erobere immer mehr Randbereiche des Gesundheitswesens mit rasant steigenden Umsätzen. Auch ein Teil der Ärzteschaft sei an diesem Geschäft interessiert: Scheinmedizin fülle die Kassen der Anbieter. So akkreditiere die Österreichische Akademie der Ärzte als Fortbildungsorganisation der Österreichischen Ärztekammer Kurse und verleihe Spezialdiplome für Diagnose- und Therapiemethoden, die medizinische Kenntnisse missachteten, den Naturgesetzen widersprächen sowie auf altem Aberglauben und irrigen Vorstellungen von Krankheiten und ihren Ursachen beruhten.

Mit einem Initiativtext fordern kritische Ärzte und Wissenschafter in Österreich die Ärztekammern auf, nach ihren eigenen Statuten zu handeln und Ausbildung nur in wissenschaftlich bestätigten Methoden anzubieten. Vom Gesundheitsministerium erwarten die Initianten wirksame Aktionen zur Eindämmung der Unterstützung der Scheinmedizin durch die Ärztekammern. Hier eine Kostprobe aus dem Initiativtext:

Obwohl von hoher Stelle der Ärztekammern definitiv erklärt wird, dass alternativmedizinische Behandlungsmethoden durch die ÖÄK nicht als wissenschaftlich anerkannt werden, unterstützt und fördert die ÖÄK bedauerlicherweise seit vielen Jahren diverse scheinmedizinische Diagnose- und Therapieverfahren. Deren geistiger Ursprung fußt meistens auf einem vorwissenschaftlichen, dogmatischen Weltbild und widerspricht weitgehend den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen.

Welche Figur die ÖÄK und das Österreichische Gesundheitsministerium abgaben, als sie auf den Initiativtext reagierten, sofern diese Reaktion überhaupt als Reaktion zu erkennen war, dies lässt sich auf dieser Seite erforschen. Um es vorweg zu nehmen: Österreich, zwischen Ost und West gelegen, entwickelte über die Jahrhunderte eine spezielle Form der Ja-Aber-Diplomatie, die sich auch in den Reaktionen der Bedrängten erkennen lässt.

Eigenen Angaben zufolge zählt die Initiative bis heute 936 Unterstützer, davon 405 Ärzte/Ärztinnen und 171 Naturwissenschafter/innen.

Hintergrund
Ursprung der Initiative für Wissenschaftliche Medizin

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
OeAeK, Gesundheitswesen


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