Was unternahm F. Adlkofer, um C. Häublein zu helfen? (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 26.01.2016, 23:16 (vor 1395 Tagen) @ Gast

Am 13. Februar 2013 barg man die Leiche des ehemaligen Pfarrers vom Ammertal, Carsten Häublein, aus der Schlei in Schleswig-Holstein. Die Umstände ließen den Schluss zu, dass er seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hatte. Nach sieben Jahren auf der Flucht vor der Mobilfunkstrahlung fehlte ihm offensichtlich der Mut zum Weiterleben.

Wer sich das Pamphlet von Prof. Adlkofer aufmerksam durchliest wird feststellen: Der Ex-Tabaklobbyist gibt Carsten Häublein an keiner Stelle Recht und er pflichtet ihm auch nicht bei, er benutzt ihn nur. Häublein muss dennoch im September 2012 Vertrauen zu Adlkofer gehabt haben, denn er redet ihn mit "Lieber Prof. Franz Adlkofer" an.

Damit muss sich mMn auch der Professor die Frage gefallen lassen: Was hat er getan, um den ehemaligen Pfarrer von Oberammergau von seiner Wahnvorstellung abzubringen, ein ungefähr 3 Kilometer entfernter Sendemast bereite ihm körperliche Pein. Doch darüber verliert Adlkofer in seinem Pamphlet kein Wort. Als Wissenschaftler wäre er jedoch für den Ex-Pfarrer eine Autorität gewesen, er hätte den Gottesmann wahrscheinlich eher als x-beliebige andere Mobilfunkgegner fragwürdiger Kompetenz von seinem Irrglauben abbringen können.

Dass Adlkofer über diesen wichtigen Punkt seiner Beziehung zu Häublein schweigt, wirft kein gutes Licht auf ihn. Denn hat er versucht, den Ex-Pfarrer auf den Boden der Realität zurück zu holen, dann ist seine jetzt vorgelegte Dokumentation für mich eine unerträgliche Instrumentalisierung des Todesfalls Häublein: Der insgeheim belächelte Selbstmörder wird drei Jahre nach seinem Tod eiskalt dazu benutzt, das bröckelnde Interesse an überzeugten Elektrosensiblen wieder in Schwung zu bringen. "Elektrosensible" galten schon immer als Speerspitze und Tanzbär der Anti-Mobilfunk-Szene. Die Behauptung, sie seien das Frühwarnsystem zur Rettung der Menschheit gegenüber Mobilfunkwellen hat sich freilich zu keiner Zeit bewahrheitet, der Speerspitze fehlte von Anfang an der Speerschaft, um wirksam werden zu können.

Die Alternative ist noch schlimmer: Sollte Franz Adlkofer es unterlassen haben, den offensichtlich sehr verzweifelten "Elektrosensiblen" sachte mit der Wahrheit zu konfrontieren, wenn er ihn womöglich in seiner Phobie noch bestärkt hat, dann trägt er in meinen Augen eine Mitschuld am Tod von Häublein. Die Mails lassen auch für Adlkofer erkennen, Häublein glaubte sich in einem existenziellen Ausnahmezustand. Wie also hat Adlkofer auf diese beiden Hilferufe reagiert?

Misstrauisch macht mich: Herr Adlkofer stellt zwar zur Stärkung seiner Meinung über Mobilfunk/Elektrosensibilität die Mails von Häublein an ihn ein, über seine Antworten an den Unglücklichen lässt er jedoch nichts verlauten. Offensichtlich geht der Offenlegungsdrang des Ex-Tabaklobbyisten nicht so weit, auch seine Antwort-Mails zu veröffentlichen - falls Häublein ihm überhaupt Antworten wert war.

Am 23.09.2015 wurde von der BNetzA ungefähr 400 Meter von dem Sendemasten in Sterup entfernt eine Grenzwertausschöpfung von 0,00192 Prozent für Mobilfunk gemessen - wozu auch LTE gehört. Man kann grob abschätzen, was davon im Haus von Häublein im Ortsteil Grünholz ankam ...

Hintergrund
Pfarrer Häublein: Instrumentalisierung eines Todesfalls
Wer oder was hat den Pfarrer auf dem Gewissen?

[Admin: Hintergrund ergänzt 27.01.2016, 09:13 Uhr]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Verantwortungslos, Hintergrund, Pfarrer, Autorität


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