Mobilfunk in Kollnburg: Darf's ein bisschen mehr sein? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 20.01.2016, 10:52 (vor 3072 Tagen) @ H. Lamarr

Die Tagesordnung umfasst die Vorstellung der Planungen zur Mobilfunkversorgung in der Gemeinde durch den Kommunalbeauftragten für Mobilfunk in Bayern der Telekom, die Präsentation der Ergebnisse der Strahlenuntersuchung zum geplanten Kollnburger Mobilfunkmast, insbesondere zu den durchgeführten Feldstärkemessungen und Prognoseberechnungen durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Fachgebiet "Elektromagnetische Umweltverträglichkeit (EMVU)" sowie eine ausführliche Möglichkeit zu Fragestellungen und zur Diskussion.

Bislang wird Kollnburg durch einen GSM/UMTS-Standort versorgt, der etwa 1,7 km westlich vom Ortszentrum in Wald und Flur liegt und mit 80° Hauptstrahlrichtung alles "anstrahlt", nur nicht Kollnburg. Der geplante neue LTE-Sendemast liegt östlich des Ortes auf einem bewaldeten flachen Hügel nur etwa 50 Meter von der Bebauung entfernt. Das hat Folgen: An allen Messpunkten in Kollnburg nimmt die Funkfeldimmission deutlich zu, an einem Messpunkt bis zum 32-fachen. Damit ließen sich nun bei Anwohnern sehr gut Ängste schüren, würde dieser maximal 32-fache Anstieg nicht auf niedrigem Niveau stattfinden. Im konkreten Fall steigt die Immission von 0,07 Prozent Grenzwertausschöpfung auf maximal 2,27 Prozent. Maximal bedeutet: Nur dann, wenn GSM + UMTS + LTE unter Volllast senden, was üblicherweise selten passiert. Die höchste erwartete Grenzwertausschöpfung an einem der acht Messpunkte liegt bei 5,21 Prozent, dies ist "gefühlt viel", jedoch noch immer deutlich unter dem Schweizer Vorsorgewert (Anlagegrenzwert), der bis zu 10 Prozent Grenzwertausschöpfung zulässt.

Dem Immissionsgutachten des EM-Instituts (Prof. Wuschek) sind interessante Details zur Bewertung der Messwerte zu entnehmen und wieder einmal zeigt sich, dass die Entfernung zu einem Sendemasten allein kein brauchbarer Indikator ist, um Immission abzuschätzen.

Ob die Telekom den Masten im Westen aufgibt und GSM/UMTS auf den LTE-Masten übernimmt, geht aus den vorliegenden Daten nicht hervor.

Hintergrund
Kollnburg: Feldstärkemessungen und Immissionsprognose (PDF, 33 Seiten)

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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