Gärzeit unbequemer Wahrheiten: 60 Jahre (Allgemein)
Es wäre so schön einfach, wenn jede von einem Wirtschaftsunternehmen finanzierte Studie bei unbequemen Resultaten einfach still und heimlich aus dem Verkehr gezogen würde (Stichwort: Ecolog-Studie). Aber so ist es nicht. Denn einem Bericht der Münchener Boulevardzeitung tz zufolge gibt die Dresdner Bank ihre Nazi-Schuld jetzt offen zu. Die Bank soll laut einer eigenen Studie an der Verfolgung und Ermordung europäischer Juden wesentlich stärker beteiligt gewesen sein als bislang eingeräumt wurde. So habe seinerzeit der gesamte Vorstand eng mit den Nazis kooperiert.
Schade nur, dass mehr als 60 Jahre vergehen mussten, bis die Bank zu ihren Sünden der Vergangenheit steht. Wenn diese Frist zum Maßstab wird, werden es die meisten von uns nicht mehr erleben, sollten die Großen der Mobilfunkbranche eines Tages zugeben müssen, die vielen warnenden Hinweise zu Beginn dieses Jahrhunderts nicht ernst genug genommen zu haben.
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –