Good Examples of Bad Science in Public Policy (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Samstag, 27.06.2015, 19:08 (vor 2152 Tagen) @ KlaKla

Wie erfolgreich die Zigarettenlobby in diesem Feld agiert hat, zeigt sich bei einer Vorstandssitzung (6. Feb. 1991) wo sich die Herren des Vorstandes anerkennend auf die Schulter klopfen und sagen:

Die einzige wissenschaftliche Gemeinde, in der diese Frage (gemeint ist das Passivrauchen) noch offen gehalten werde, sei die Bundesrepublik. Dies sei nicht zuletzt das Verdienst von Professor Adlkofer und der Zusammenarbeit unserer Industrie mit der Wissenschaft.

Hintergrund-Information 2006: Wie die Tabakindustrie in Deutschland durch die Erhaltung wissenschaftlicher sowie politischer Respektabilität Rechtsvorschriften zum Schutz vor Passivrauchen verhinderte

Guter Beitrag, danke!

1994 bzw. 1995 ist die Zigarettenindustrie auf das Thema EMF aufmerksam gemacht worden, wie in einem pdf von dem bekannten Anti-Raucher Dr. Thomas Kyriss (Lungenarzt) gezeigt wird (S. 27 - 30).

Auszüge:
1994: Die PR Firma Burson-Marsteller Copenhagen an Matt Winokur von Philip Morris
„Good Examples of Bad Science in Public Policy“
Elektromagnetische Felder
Streitfragen um elektromagnetische Felder haben eine Menge öffentlicher Angst und Hysterie erzeugt ... z.B. der Zusammenhang von Mobiltelefonen und Hirntumoren, den britische Gesundheitsbehörden mit großen Forschungsprojekten untersuchen lassen, ... obwohl Neurowissenschaftler jede Verbindung verneinen.

1995: Die Kanzlei Covington & Burling an Anthony Andrade, Philip Morris
„Eine Gruppe renommierter Wissenschaftler solle überlegen, welche Studien die Genauigkeit, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit epidemiologischer Daten über anfechtbare Gesundheitsgefahren verbessern könne:
„ETS as one of several*“:
„electromagnetic fields“
„radon“
„pesticides“
“mad cow disease“
*ETS = Environmental Tobacco Smoke

Das Label „junk science“ wird von Firmen, Regierungen und „front groups“ genutzt, um seriöse Wissenschaftler oder dem öffentlichen Interesse dienende Organisationen, die Bedenken über die Sicherheit von Verbrauchsgütern und Umweltrisiken äußern, zu diskreditieren.
Der Ausdruck „sound science" wird dagegen gebraucht, um diejenige Forschung zu beschreiben, welche Behauptungen der Industrie zu Risiken und Sicherheit ihrer Produkte stützen.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Tags:
Fördermittel, Epidemiologie, Wissenschaftler, Einflussnahme, Tabakindustrie, Philip Morris, Motivation, Tabakdokumente, Tabakforschung, Sachverständiger, Toxikologie, Marsteller, Scherer, Foth, Burson-Marsteller


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