Südtiroler Landtag: trübe Aussichten für Südtirol (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 11.06.2015, 12:54 (vor 1620 Tagen) @ H. Lamarr

... der Landtag in Bozen bietet ein Video der Debatte an (auf der Seite unter Punkt 9 auf FOPPA klicken).

Zum Schauen des Videos ist im Browser das Silverlight-Plugin (Microsoft) erforderlich.

Ich habe mir für ein paar Minuten Frau Foppa angehört. Sie sieht Südtirol mit den Vorsorgemaßnahmen als "Wegbereiter in Italien und Europa".

Ich habe große Zweifel, dass Frau Foppa die Lage richtig einschätzt, denn die Vorsorgemaßnahmen, die der Landtag beschlossen hat, zeugen mMn zum Großteil von einem tiefen Unverständnis der Alpenpolitiker für die wahren EMF-Risiken, die zweifelsfrei beim exzessiven Gebrauch von Handys liegen. Wie es zu solchen Fehlentscheidungen kommen kann, kann ich mir nur mit fleißiger Wühlarbeit der einschlägig bekannten Lobbyisten erklären, sachlich/fachlich sind die Willkürmaßnahmen gegen W-Lan schwerlich zu begründen. Es hapert da hinten und vorne, z.B. daran erkennbar, dass Frau Foppa Vorsorge fordert, solange nicht die Unbedenklichkeit von W-Lan bewiesen sei. Die "Grüne" verankert mit dieser nicht erfüllbaren Forderung ihre Vorsorgemaßnahmen gegen W-Lan theoretisch für immer und ewig.

Bedrückend ist aus meiner Sicht die weitgehende Geschlossenheit, mit der quer durch alle Fraktionen für die teils absonderlichen Vorsorgemaßnahmen gestimmt wurde, viele Stimmen der Vernunft konnte ich unter den 35 Abgeordneten des Landtags nicht ausmachen. Allerdings liegt momentan auch noch nicht schriftlich vor, was genau denn nun letztlich nach der Einarbeiten von Einwänden beschlossen wurde.

Mit großem Unbehagen sehe ich die geplante "Sensibilisierungskampagne". Denn es steht zu befürchten, dass diese auf bekannte Art & Weise unqualifiziert ausfällt und unter dem Vorwand der Vorsorge in der Bevölkerung "rein zufällig" unbegründete Ängste gegenüber Funk geschürt werden. Leicht auszurechnen, wer sich über diese "Sensibilisierungskampagne" dann am allermeisten freuen wird. Sollte es tatsächlich so kommen, gehört der Beschluss als Musterfall in das "Handbuch für verdeckten Lobbyismus". Wenn die sogenannte "Verbraucherzentrale Südtirol" bei dieser Kampagne die Finger mit drin hat, sehe ich schwarz, dass dem (Rest-)Risiko Angemessenes zustandekommt. Es würde der Bock zum Gärtner gemacht. Sensibilisieren ja, dann aber richtig.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Die Grünen, Lobbyarbeit, Einflussnahme, Steuerverschwendung, Laienorganisation


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