EMF-Expertengruppe hat gute Argumente für Mobilfunkgegner (Forschung)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.03.2015, 14:19 (vor 1690 Tagen)

Im Rahmen der Erarbeitung des Berichts über eine mögliche Anhebung der Grenzwerte in der Schweiz wurde eine interdisziplinäre Expertengruppe beauftragt, Hinweisen auf biologische Risiken infolge EMF-Einwirkung nachzugehen und sie zu bewerten. Das Ergebnis findet sich im Bericht "Beurteilung der Evidenz für biologische Effekte schwacher Hochfrequenzstrahlung" (PDF, 53 Seiten), aus dem nachstehend die zusammenfassenden Schlussfolgerungen zitiert werden [Nachtrag 02.10.2019: Link zum PDF führt nicht mehr zum Ziel, Ersatzlink]. Die Expertengruppe hat Berichte über Human-, Tier- und Zellstudien gesichtet und die aus ihrer Sicht relevanten Befunde ausgewählt. Die Bewertung konzentrierte sich auf die Frage, wie sicher ein berichteter Effekt nach wissenschaftlichen Kriterien nachgewiesen ist.

Fazit der Expertengruppe

Für die Evidenzbewertung gibt die Expertengruppe folgende Definitionen:

Ausreichende Evidenz: Es wurde ein positiver Zusammenhang zwischen Exposition und Effekt beobachtet. Der Effekt wurde in mehreren Studien von unabhängigen Forschern oder mit verschiedenen Untersuchungsprotokollen bestätigt, und es besteht eine einheitliche Expositions-Wirkungsbeziehung. Andere Einflussfaktoren (Confounder) können mit zufriedenstellender Sicherheit ausgeschlossen werden.

Begrenzte Evidenz: Die Evidenz für den Effekt beruht nur auf wenigen Studien, oder es bestehen ungeklärte Fragen hinsichtlich Studiendesign, Durchführung oder Interpretation der Studien. Andere Einflussfaktoren können in den vorliegenden Studien nicht mit zufriedenstellender Sicherheit ausgeschlossen werden.

Unzureichende Evidenz: Die Qualität, Übereinstimmung oder statistische Aussagekraft der vorliegenden Studien lässt keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu.

Die Mitglieder der Expertengruppe waren:

Kerstin Hug, Swiss TPH
Peter Achermann, Universität Zürich
Gregor Dürrenberger, FSM
Niels Kuster, IT’IS Foundation
Meike Mevissen, Universität Bern
Primo Schär, Universität Basel
Martin Röösli, Swiss TPH

Kommentar: Der Bericht der Expertengruppe ist seit Juni 2014 öffentlich zugänglich. Warum sich Mobilfunkgegner die kritischen Töne der Experten nicht zueigen gemacht haben, um ihre bislang dilettantische Argumentation endlich einmal gegen ernst zu nehmende Sachargumente auszutauschen, ist mir unverständlich. Möglicherweise sind es die tiefen Berührungsängste, die organisierte Mobilfunkgegner seit jeher davon abhalten, ihnen verdächtig erscheinenden Wissenschaftlern zu trauen. Dass diese Ablehnung sogar auf qualifizierte Sachargumente gegen Mobilfunk durchschlägt, zeigt mMn sehr schön, wie verbohrt die Sprachrohre der Anti-Mobilfunk-Szene sind und wie gering das wahre Interesse an einer Sachauseinandersetzung ist (anstelle von Panikschürerei).

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
ICNIRP, Hirndurchblutung, Schär, Spermien, Kuster, Achermann, Röösli, Studiendesign, Dürrenberger, Wärmeeffekt, Sachargumente, Basel, Hug, oxidativen Zellstress, IT’IS Foundation


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