Stadt Wangen zum W-LAN-Paradoxon (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 09.04.2014, 11:22 (vor 2074 Tagen) @ H. Lamarr

Ich kapier's technisch nicht. Wie kann die Immission reduziert werden, wenn ein weiterer Funkdienst (offenes W-LAN) neu hinzu kommt?

Die Website der Stadt Wangen gibt dazu Auskünfte.

Überzeugend sind diese allerdings nicht, zum Teil sind sie sogar falsch, etwa wenn behauptet wird: "Damit treten in unmittelbarer Nähe der Antennenanlage stark erhöhte hochfrequente elektromagnetische Felder auf". Richtig ist: Die Feldstärke nimmt mit kürzer werdendem Abstand zur Emissionsquelle linear zu, im Nahfeld gibt es stellenweise starke Feldstärkeeinbrüche.

Nicht recht nachvollziehbar ist für mich auch diese Passage über W-LAN-Antennen: "Weil man die Antennen entsprechend ausrichten kann, ist es möglich, dass in der Straße oder auf einem Platz zwar munter im Internet gesurft werden kann, innerhalb von Gebäuden aber dadurch keine Mehrbelastung auftritt. Für die Bürger in der Stadt ist das eine große Erleichterung. Denn bisher drangen die Funkstrahlen der großen Antennenmasten durch alle Wände." Nicht nachvollziehbar, weil die großen Antennenmasten für den Mobilfunk nach wie vor da sind und durch "alle Wände" dringen müssen, wenn drinnen mobil telefoniert wird.

Unglücklich finde ich die Darstellung der Stadt Wangen, weil sie den völlig falschen Eindruck erweckt, von Mobilfunk-Basisstationen gingen Gesundheitsrisiken aus.

Interessant finde ich, dass auch in Wangen schon wieder ein Anti-Mobilfunk-Verein die Finger mit drin hat: Der Wirtschaftsinformatiker Zbornik ist Präsident des schweizerischen Vereins "Strahlungsfreies Kreuzlingen".

Noch interessanter finde ich die Widersprüchlichkeit der Mobilfunkgegner: Die einen (z.B. Diagnose-Funk) erklären W-LAN zum größten Übel nach Attila, die anderen sind voll des Lobes: "Dr. Stefan Zbornik von der Initiative Bodensee-Mobilfunk verweist auf die objektiv vorhandenen Messdaten in St. Gallen, die zeigen, dass die Strahlung mit dem Einsatz von mehreren schwachen Antennen tendenziell geringer wurde, obwohl sich der Datenverkehr im Laufe des über einjährigen Betriebs stark erhöht hat." Anmerkung: Diese Feststellung ist allerdings ziemlich sinnlos, weil die Information fehlt, wo gemessen wurde. Dicht vor einem W-LAN-Hotspot ist diese Feststellung mit Sicherheit unzutreffend.

Jetzt muss Dr. Zbornik nur noch kapieren, dass das, was ihm bei W-LAN so gefällt, prinzipiell auch für Mobilfunk gilt: Netzverdichtung mit mehr Sendemasten reduziert die Funkimmission für alle, insbesondere auch für die Endgerätenutzer.

Hintergrund
Kleinzellennetz in St. Gallen

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Kleinzellen, W-LAN, St.-Gallen, Endgeräte, Zbornik


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