Diagnose-Funk dramatisiert Ratgeber des Umweltbundesamtes (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 05.01.2014, 03:14 (vor 2165 Tagen)

Der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk titelt auf einer seiner Seiten:

Umweltbundesamt: Vorsicht bei der WLAN-Nutzung

Der dann folgende Beitrag ist das Fragment einer Presse-Information des Umweltbundesamtes vom 11.09.2013 über den neuen "Ratgeber Kindergesundheit".

Mir geht es um den Begriff "Vorsicht". Denn es hat mich gewundert, dass das Umweltbundesamt in Zusammenhang mit W-LAN zur "Vorsicht" mahnt. Durch die jahrelangen dramatisierenden Übertreibungen des Vereins misstrauisch geworden, war das Original der Presse-Information meine erste Anlaufstelle für die Prüfung, ob Diagnose-Funk wieder einmal nur frech auf den Putz haut.

Meine Nase hatte mich nicht belogen, das Wort "Vorsicht" kommt auf dieser Seite nicht einmal vor.

Was bedeutet überhaupt "Vorsicht"? Laut Duden: aufmerksames, besorgtes Verhalten in Bezug auf die Verhütung eines möglichen Schadens.

Nein, besorgt wegen W-LAN ist das Umweltbundesamt offenkundig nicht. Was das Amt tatsächlich tut ist etwas anderes, weitaus weniger dramatisches, es rät zur Vorsorge. Und konsequent wie Ämter sind düpiert das Umweltbundesamt (nicht: Bundesumweltamt) den Anti-Mobilfunk-Verein, indem es sein Werk ganz unaufgeregt "Ratgeber" nennt - und nicht "Evakuierungsplan".

Zu "Rat" weiß der Duden: Empfehlung an jemanden (die man aufgrund eigener Erfahrungen, Kenntnisse o. Ä. geben kann).

Doch warum überhaupt greift Diagnose-Funk allein auf ein Stück Text aus der Presse-Information zurück, und bringt keine Zeile zu W-LAN aus dem 148 Seiten dicken Ratgeber Kindergesundheit (PDF), um den es doch eigentlich geht?

Die Erklärung ist schmerzhaft einfach: Der Ratgeber beschäftigt sich auf nur sechs Seiten mit EMF und gibt zu W-LAN überhaupt nichts her, womit sich eine Mahnung zur Vorsicht begründen ließe. Trocken wird dort auf PDF-Seite 54 zum Verdruss von Diagnose-Funk mal einfach das Gegenteil verkündet:

Derzeit wird neben dem Mobilfunk besonders Wireless-LAN (WLAN) für den kabellosen und mobilen Internetzugang genutzt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Strahlenbelastung durch WLAN beziehungsweise den weiteren drahtlosen Übertragungsstandard Bluetooth in der Regel sehr gering ist und keine gesundheitlichen Risiken birgt.

Päng!

So bleibt von Diagnose-Funks "Vorsicht vor W-LAN" mit dem Umweltbundesamt als unfreiwilligen Kriegselefanten kein Brösel mehr übrig. Im Gegenteil: Das Beispiel zeigt einmal mehr, den Verlautbarungen dieses Vereins darf nur mit einer üppigen Portion Vorsicht begegnet werden, um nicht einer geschickt eingefädelten Desinformation aufzusitzen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
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