Tsunami-Warnung per Handy (Allgemein)
Bevor die große Welle Ende 2004 etwa 260 000 Opfer forderte, hielten hierzulande die meisten Tsunami für ein japanisch/italienisches Dessert. Mit der über Nacht erwachten Angst vor der neuen, wenn auch seltenen Gefahr, lassen sich nicht nur vor Ort, sondern auch im tiefsten Mitteleuropa Geschäfte machen. So gibt es jetzt, nur knapp ein Jahr nach der Katastrophe, ein Tsunami-Warnsystem, das im Gefahrenfall das Handy laut klingeln lässt. Klingeln soll auch die Kasse des Anbieters, denn mit knapp 40 Euro pro Handy und Jahr ist der Service nicht ganz billig.
Bemerkenswert ist m. M. nach der privatwirtschaftliche Ansatz des Warnsystems und die Tatsache: Ohne Handy keine Warnung. Hier wird eine Risikotechnologie, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit noch immer nicht geklärt ist, gewinnorientiert dazu verwendet, eine andere Gefahr abzuwenden. Und das Handy wird wieder als Lebensretter glorifiziert. Nein, keine gute Idee. Besser wäre ein gebührenfreies Warnsystem in öffentlicher Hand, das sich auch anderer Kommunikationsmedien wie Rundfunk, Fernsehen und Internet bedient.
Mehr zum Warnsystem: http://www.tsunami-alarm-system.com/index.html
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –