Die linken Geschäftspraktiken der Telekom
Wie die Telekom Kunden ins Internet zwingt
Der Telekommunikations-Markt ist heiß umkämpft. Die Preise fallen und viele Verbraucher wechseln den Anbieter. Auch die Telekom verliert Kunden, nun kämpft der ehemalige Monopolist mit zweifelhaften Methoden um seine Marktführerschaft.
In den Verbraucherzentralen häufen sich die Klagen. Markus Herwig von der Verbraucherzentrale Hessen berichtet von Verbrauchern, denen wider Willen ein DSL-Anschluss von der Telekom installiert wurde.
Drückerkolonnen und "kalte Anrufe"
Die Betroffenen erzählen von so genannten kalten Anrufen, überraschenden Verkaufsgesprächen am Telefon, bei denen ihnen ein schneller, leistungsfähiger DSL-Internet-Anschluss aufgeschwatzt worden sei. Vielfach sei der Anschluss sogar gegen ihren ausdrücklichen Willen installiert worden. Die Rechnung über Anschlussgebühren in Höhe von etwa 100 Euro sei prompt gefolgt. In anderen Fällen berichten die Geneppten von Drückerkolonnen, die im Auftrag der Telekom unterwegs seien und ebenfalls vorrangig den teuren Internet-Zugang verkaufen wollten.
Tatsächlich arbeitet die Telekom bei den Haustür- und Telefongeschäften mit der Firma "Ranger" zusammen, die zuvor bereits für Arcor tätig war und Verbraucherschützern wegen ihrer ruppigen Methoden bekannt ist. Ein ehemaliger Mitarbeiter von "Ranger" bestätigt gegenüber Plusminus, dass die Vertreter unter großem Leistungsdruck stünden, weil sie auf Provisionsbasis arbeiteten. Eine ehrliche Beratung fände nicht statt.
Die Telekom hat gesehen, dass Wettbewerber wie Arcor mit Haustürgeschäften und "kalten Anrufen" sehr viele neue Kunden gewonnen haben. "Es war eine Frage der Zeit bis die Telekom diese Methoden übernimmt", sagen Verbraucherschützer wie Markus Herwig.
Verträge stornieren
Marcus Herwig rät Verbrauchern, die wider Willen einen neuen Anschluss bekommen haben, dies der Telekom per Einschreiben mitzuteilen. In dem Schreiben sollten sie der Telekom eine Frist setzen, in der der vorgebliche Vertrag storniert wird. Zudem sollte man darauf hinweisen, dass man andernfalls den Weg zum Amtsgericht sucht. Dort würde im Rahmen einer Feststellungsklage geprüft, ob überhaupt ein Vertragsverhältnis besteht, aus dem die Telekom Ansprüche geltend machen könne. In der Regel ist die Telekom, ebenso wie alle anderen Anbieter, dann sehr schnell bereit, ungewollte Verträge zurückzunehmen.
Autor: Alexander Preuss
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