Leszczynski: Kritik an Interphone-Nachauswertung (Forschung)

Doris @, Mittwoch, 20.07.2011, 20:51 (vor 4215 Tagen) @ H. Lamarr

Kommentar: Diese Studie ist im Zusammenhang mit der Interphone-Studie bedeutsam.

Parallel dazu gibt es ebenfalls eine Auswertung der Daten durch E. Cardis und sie kam zu einem anderen Ergebnis.

Diskussion um die gegensätzlichen Ergebnisse in INTERPHONE-Nachuntersuchungen

Die in zwei aktuellen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichten, gegensätzlichen Ergebnisse aus Nachuntersuchungen zur INTERPHONE-Studie, die von zwei unterschiedlich zusammengesetzten INTERPHONE-Forscherteams durchgeführt wurden (siehe WIK EMF Brief 48 vom 21.06.2011), sind Gegenstand eines Diskussionsstrangs im privaten Online-Forum von Dariusz Leszczynski (Strahlenschutzbehörde STUK, Finnland). Darin wirft Leszczynski die Frage nach wissenschaftlichem Fehlverhalten („scientific misconduct“) auf, weil er die getrennte Veröffentlichung der Resultate aus zwei unvollständigen Datensätzen der INTERPHONE-Studie (aus 5 Ländern im einen Fall und 7 anderen Ländern im zweiten Fall) mit unterschiedlichem Ergebnis für verfehlt und nicht sachdienlich hält. Daten aus dem 13. INTERPHONE-Teilnehmerland Japan seien bei der Nachauswertung gar nicht berücksichtigt worden. Das Vorgehen trüge zur Verwirrung bei und werde der ursprünglich beabsichtigten besonderen Stärke der INTERPHONE-Studie – nämlich ihrem enormen Datenvolumen basierend auf Datensätzen aus 13 Ländern – nicht gerecht. Eine gemeinsame Auswertung aller Datensätze ohne das von ihm vermutete „Lagerdenken“ in den beiden INTERPHONE-Forscher- bzw. Autorenteams wäre das richtige Mittel gewesen, so Leszczynski. In einem geposteten Kommentar dazu relativiert Elisabeth Cardis, ehemalige Studienleiterin der INTERPHONE-Studie die Vorwürfe und kündigt an, dass jetzt sehr wohl über eine gemeinsame Auswertung unter Berücksichtigung aller Daten aus den 13 Ländern nachgedacht werde. Man arbeite bereits an Plänen für weitere internationale Nachanalysen und hätte dazu Kontakt mit allen Studienleitern aus den 13 Ländern aufgenommen. Das zunächst getrennte Vorgehen hätte an den äußeren Umständen gelegen, die mit ihrem Wechsel von der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO in Frankreich, wo die INTERPHONE-Studie koordiniert wurde) zum CREAL (Zentrum für Umwelt-Epidemiologie, Spanien) im Jahr 2008 erklärbar seien, so Cardis. Ihre Nachfolge bei der IARC durch Joachim Schüz böte nun die Voraussetzung für die geplanten gemeinsamen Analysen aus allen 13 Ländern.

Quelle: Internet-Forum „Between a Rock and a Hard Place Blog“ (in Englisch)

Bibliografie:
Cardis et al., Occup. Environ. Med. doi:10.1136/oemed-2011-100155 (published online 9 June 2011) Extraktion der Studie im EMF-Portal

Larjavaara et al., Am. J. Epidemiol. 174 (1): 2 - 11 (2011) Extraktion der Studie im EMF-Portal

Text aus dem aktuellen WIK EMF Brief 51/2011

Tags:
Interphone, Leszczynski, STUK, WIK


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