Google-Experiment: Spiel mit den Medien (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 13.05.2011, 11:39 (vor 3782 Tagen)

Hier ein kleines Experiment, das jeder mit Google nachvollziehen kann.

Die Schweizer Zeitung "Blick" hat kürzlich einen Artikel unter der Schlagzeile "Handystrahlen killen unsere Bienen!" publiziert.

Weil so populistisch, findet sich diese Schlagzeile (über eine fragwürdige Studie) in den 700 von Google-News beobachteten deutschsprachigen Nachrichtenquellen nur ein einziges mal, eben bei "Blick".

Der "Blick"-Artikel hat jedoch tiefe Spuren im übrigen www hinterlassen, alle möglichen Themenseiten, allen voran selbstverständlich die Sendemastengegner, sind wie Schmitt's Katze auf die Schlagzeile abgefahren. Heute, 6 Tage nach der Publikation in "Blick", meldet Google nicht weniger als 115 Websites, die die Schlagzeile übernommen haben. Diese unkontrollierbare Multiplikation von Meldungen ist Segen und Fluch des Netzes, Fluch dann, wenn auf diese Weise gezielt Falschmeldungen verbreitet werden.

Macht man obiges Google-Experiment auch mit dem Suchwort "NFP 57" und begrenzt die Ausgabe zur Ausblendung "alter" Ergebnisse auf die jüngsten 24 Stunden, so finden sich momentan immerhin 57 Websites, die sich in irgendeiner Weise frisch mit dem Forschungsprogramm beschäftigt haben, ganz vorne mit dabei Gigaherz und das IZgMF. Wie immer gilt auch hier: Die auf der ersten Seite der Suchergebnisse von Google gemeldete Trefferanzahl ist unzutreffend (zu hoch), erst nach dem Weiterblättern zur letzten Seite wird ein realistischer Wert angezeigt (hier: 57, ohne ähnliche Wiederholungen auf derselben Website).

Der Vollständigkeit halber habe ich das Google-Experiment auch auf den Suchbegriff "Gigaherz-Kongress" angewendet und die Anzahl der Treffer auf die vergangene Woche begrenzt. Das Ergebnis kann Herrn Jakob nicht glücklich machen, denn außer dem IZgMF hat laut Google in diesem Zeitraum niemand ein Wort über den GHz-Kongress verloren.

Hinweis: Das Google-Experiment ist datumsbezogen, es wird daher später andere Ergebnisse zeigen als die hier und jetzt dokumentierten.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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